Mariya Muzychuk gewinnt Frauenweltmeisterschaft

von Johannes Fischer
05.04.2015 – Mariya Muzychuk hatte die zweite Partie im Finale der Frauenweltmeisterschaft gegen Natalia Pogonina gewonnen, die erste und die dritte Partie waren Remis ausgegangen. Also brauchte Muzychuk in der vierten Partie "nur" ein Remis mit Weiß, um Frauenweltmeisterin zu werden. Doch Pogonina hatte im Laufe der WM schon mehr als einmal einen Rückstand aufgeholt. Dieses Mal gelang ihr das nicht. Mehr...

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Die entscheidende Partie beginnt.

Natalia Pogonina musste gewinnen.

Die neue Frauenweltmeisterin Mariya Muzychuk

Aufregende Partien und Duelle lagen hinter den beiden Spielerinnen, doch Mariya Muzychuk blieb bis zum Ende souverän. Sie spielte mit Weiß aktiv, aber nicht zu aktiv, sicher, aber nicht zu passiv. Nach 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 verzichtete Muzychuk auf eine Wiederholung des Spaniers aus der zweiten Partie, sondern lenkte mit 3.Sc3 ins Schottische Vierspringerspiel ein. Pogonina hatte Schwierigkeiten, gegen den soliden weißen Aufbau Druckspiel zu entfalten - tatsächlich stand Weiß besser.

Muzychuk nutzte die aktive Stellung ihrer Figuren schließlich, um mit einem Figurenopfer in ein Endspiel abzuwickeln, in dem ihre starken Freibauern am Damenflügel ihr mindestens ein Remis sichern sollten. Sie hatte sich nicht verrechnet und im 56. Zug blieb Pogonina keine andere Möglichkeit, als die Züge zu wiederholen. Sie willigte ins Remis ein - Mariya Muzychuk hatte das Finale mit 2,5:1,5 gewonnen und ist neue Frauenweltmeisterin.

 

 

Finale

Player Fed Rtg G1 G2 G3 G4 G5 G6 G7 G8 G9 Pts
Pogonina, Natalia RUS 2456 ½ 0 ½ ½           1.5
Muzychuk, Mariya UKR 2526 ½ 1 ½ ½           2.5

 

Partien

 

Zeitplan:

 

Datum Ereignis Zeit
März, 16. Ankunft der Teilnehmer
Eröffnungsfeier
Technische Vorbesprechung
19:30
Runde 1 - 64 Spieler
März, 17. Partie 1 15:00 Ortszeit
März, 18. Partie 2 15:00 Ortszeit
März, 19. Stichkämpfe 15:00 Ortszeit
Runde 2 - 32 Spieler
März, 20. Partie 1 15:00 Ortszeit
März, 21. Partie 2 15:00 Ortszeit
März, 22. Stichkämpfe 15:00 Ortszeit
Runde 3 - 16 Spieler
März, 23. Partie 1 15:00 Ortszeit
März, 24. Partie 2 15:00 Ortszeit
März, 25. Stichkämpfe 15:00 Ortszeit
Runde 4 - 8 Spieler
März, 26. Partie 1 15:00 Ortszeit
März, 27. Partie 2 15:00 Ortszeit
März, 28. Stichkämpfe 15:00 Ortszeit
Runde 5 - 4 Spieler
März, 29. Partie 1 15:00 Ortszeit
März, 30. Partie 2 15:00 Ortszeit
März, 31. Stichkämpfe 15:00 Ortszeit
Ruhetag - April, 1
Runde 6 - 2 Spieler
April, 2 Partie 1 15:00 Ortszeit
April, 3 Partie 2 15:00 Ortszeit
April, 4 Partie 3 15:00 Ortszeit
April, 5 Partie 4 15:00 Ortszeit
April, 6 Stichkämpfe 15:00 Ortszeit
April, 7 Schlussfeier*  
*Die Schlussfeier kann auf den 6. April verlegt werden,
falls keine Stichkämpfe stattfinden

 

Fotos: Turnierseite (Eteri Kublashvili, Vladimir Barsky, By B. Dolmatovsky, A. Karlovich)

 

Turnierseite...

Regeln der WM 2015 ...

Regeln des WM-Zyklus...


Themen Frauen-WM, Sochi

Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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Schachmeister99 Schachmeister99 06.04.2015 11:26
Über den geeigneten Turniermodus lässt sich diskutieren, allerdings wird man den Leistungen der Spielerinnen nicht gerecht, indem man den Sieg bei einer WM im 64-er KO Modus als Glücksfall bezeichnet. Bestenfalls war es für die Teilnehmer glücklich, dass Hou Yifan nicht teilgenommen hat. Diese wird dann ja im Oktober die Kräfteverhältnisse klarstellen.
Mclanda Mclanda 05.04.2015 11:52
Mariya Muzychuk hat dieses KO-Turnier gewonnen, wenn auch mit Glück.
Doch die richtige Weltmeisterin im LZS (Langzeitschach) ist sie trotzdem nicht. Das ist und bleibt weiterhin Hou Yifan. Man sollte dieses KO-System der Frauen schnellstens abschaffen oder den Modus ändern und einen anderen Titel geben. Wie wäre es mit Schachweltmeisterin im Dreikampf 2xLZP 2xSSP 2x2BSP.
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