Am 16. Mai, kommenden Samstag, treffen sich die Delegierten der Mitgliedsverbände des Deutschen Schachbundes in Frankfurt zu einem außerordentlichen Bundeskongress. So wie es derzeit aussieht, gibt es drei Tage vor dem Kongress keinen mehrheitsfähigen Kandidaten für das Amt des Präsidenten.
Fünf Landesverbände hatten den außerordentlichen Bundeskongress beantragt, womit dieser gemäß Satzung zwingend einberufen werden musste. Das vordringliche Ziel der Antragssteller bestand darin, auf diesem Kongress ein neues Präsidium wählen zu lassen.
Mit Richard Lutz gab es einen prominenten Kandidaten für das Amt des Präsidenten. Der frühere Bahnchef war vor seiner beruflichen Karriere ein spielstarker Jugendkaderspieler und bleib dem Schach stets verbunden. Mit seinen Kontakten und seiner Erfahrung hätte er dem Schachbund helfen können. Lutz wollte mit einem Team seines Vertrauens antreten, zu dem auch Alexander von Gleich als Vizepräsident Finanzen gehören sollte.
In zwei Zoom-Meetings, mit den Delegierten der Landesverbände und den Funktionsträgern, den Beauftragten und Referenten, stieß Richard Lutz jedoch auf ein großes Maß an Ablehnung seiner Kandidatur, auch weil ein Teil seines Teams in Frage gestellt wurde, im Besonderen Gerald Hertneck und Alexander von Gleich.
Der Hamburger Finanzexperte von Gleich war beim letzten ordentlichen Bundeskongress noch einstimmig, mit 100%, zum Vizepräsidenten Finanzen gewählt worden. Dann ergaben sich im Präsidium unterschiedlichen Auffassungen über Sachfragen und Arbeitsweis, die schließlich dazu führten, dass von Gleich seinen Rücktritt erklärte.
Im Gespräch mit Andre Schulz lässt Alexander von Gleich die Entwicklung der letzten Monate noch einmal Revue passieren und erzählt dann, wie hinter den Kulissen gegen seine Person systematisch Stimmung gemacht wurde.