Mit Anand und Karpov nach Korsika

16.11.2009 – Vielleicht ist Korsika einer der reizvollsten Plätze, um Schach zu spielen. Orte wie Bastia, Ajaccio, Saint Florencio oder Bonifacia zeugen von einer bewegten Geschichte und vermitteln mediterranen Charme. Leo Battesti ist der Motor derr großen Schachbewegung, die derzeit auf Korsika herrscht. Seit einigen Jahren holt der Schachagitator die besten Spieler der Welt als Gäste zu Turnieren, Wettkämpfen und Simultanvorstellungen. Zahlreiche offene Turniere und Jugendturniere haben zudem das Interesse am Schach in der Bevölkerung stark vermehrt. In diesem Jahr besuchten Anand und Karpov Korsika, spielten einen Wettkampf und zeigten im Simultan ihr Können. Ivan Sokolov gewann das parallel durchgeführt Open. Fabrice Wantiez hat das Ereignis in Bildern fest gehalten.Echecs-Photos...Bilder aus Korsika...

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Viel Schach auf Korsika
Von Fabrice Wantiez


Es grüßen Napoleon...


Anand, Karpov und Battesti (Foto: Maurice)


(Foto: Maurice)


Ende Oktober (25.-31.10) wurde in Bastia das Corsica Masters ausgetragen.


Leo Battesti

Gespielt wurde 9 Runden nach Schweizer System bei FIDE-Bedenkzeit (1h30+30 sec.). Mit einem Gesamtpreisfonds von 40.000 Euro war das Turnier sehr gut ausgestattet. Nicht weniger als 55 Preise wurden ausgelobt. Der Elofavorit Ivan Sokolov (BHR,2657) gewann das Turnier ungefährdet dank bester Zweitwertung vor den punktgleichen Vladimir Malaniuk (2586, UKR) und Hicham Hamdouchi (2590, FRA). In der letzten Runde war Sokolov einem alleinigen Turniersieg nahe, als er mit den schwarzen Steinen gegen Hamdouchi einigen Endspielvorteil hatte. Letztlich endete die Partie aber doch remis.


Hamdouchi und Sokolov


Vladimir Malankuk (li.)


Remisvereinbarungen sind beim Corsica Open seit vielen Jahren grundsätzlich verboten. So bat der Schiedsrichter in der letzten Runde Mladen Palac (2576) und Konstantin Maslak (2551) zur Fortführung der Partie, nachdem diese sich schon auf Remis geeinigt und die Grundstellung schon wieder aufgebaut hatten.


Adina-Maria Hamdouchi


Irina Kurochka


Thierry Audin


Israel Caspi


Alain Houriez


Prominenter Zuschauer


Eric Prie


Margaux Lefevre


Nino Vlashki

Vor dem Open fanden zwei Jugendturniere statt, eines in Bastia und eines in Ajaccio. Teilnehmen durften Spieler unter 16 Jahren. Als Preise wurde einige für Jugendliche sehr attraktive Dinge verteilt: iPods, Gamekonsolen, Computerspiele, etc. Gesamtwert: 30.000 Euro. Sieger des Jugendturniers in Bastia wurde Vianney Domenech aus Montpellier mit 8,5/9. Beim folgenden Turnier in Ajaccio siegte der gleiche Spieler sogar mit 9/9.


Anand beim Simultan gegen Domenech

Höhepunkt der Veranstaltungsreihe war der Wettkampf zwischen Anand und Karpov, der ebenfalls zu gleichen Teilen in Bastia (31.10) und Ajaccio (2.11.) gespielt wurde. Beim ersten Teil in Bastia gewann Anand die erste Partie und spielte die zweite remis. In Ajaccio gewann der amtierende Weltmeister beide Partien. Für die Zuschauer wurden die Bilder des Matches von drei Kameras auf große Monitor übertragen.





Am Tag vor Beginn des Wettkampfes gaben die beiden Spieler Simultanvorstellungen gegen 32 Spieler, z.T. aus dem Jugendturnier, z.T. aus dem Masters. "Pido", ein auf Korsika sehr bekannter Humorist, nahm ebenfalls teil.












Der von Leo Battesti ins Leben gerufene Corsica Circuit bietet Schachfreunden eine gute Gelegenheit, die außerordentlichen Reize dieser wunderschönen Insel kennenzulernen.


Mittelmeerflair


Blick auf Bastia


Mole mit Leuchtturm

Battesti (56) gründete den Schachverband Korsikas, "Lega Corsa di Scacchi" und ist Vizepräsident des französischen Schachverbandes FFE. Zuvor war er im Rahmen der korsischen Autonomiebestrebungen als einer der Gründer der FLNC aktiv und wurde als politischer Gefangener von 1978 bis 1981 inhaftiert.


Battesti

Nach der Begnadigung durch François Miterrand war er von 1986 bis 1922 korsischer Vertreter in Paris. Viele prominente Großmeister haben inzwischen auf Einladung Battestis Koriska, besucht, darunter im letzten Jahr Garry Kasparov. Die Zahl der aktiven Spieler wurde um den Faktor 20 gesteigert.


Weitere Bilder aus Korsika:
 

Erbalunga

Erbalunga im Norden Korsikas, unweit von Bastia, ist ein kleiner romantischer Fischereihafen, gehört zur Gemeinde Brando und wurde auf einer Felszunge errichtet.


Der berühmte Torra d'Erbalunga, ein Genueser Turm




Baulicher Wildwuchs

Saint Florent

Saint Florent ist die Hauptstadt der Region Nebbio im Norden Korsikas. Wegen ihres besonderen Flairs wird Saint Florent das Saint-Tropez Korsikas genannt. Der Ort gehörte zum Genueser Einflussbereich. Die nahe gelegenen Sümpfe sorgten für häufige Malariaepidemien, bis Napoleon III. diese trocken legen ließ.








Bonifacio

Bonifacio im Süden von Korsika gelegen, ist der Namensgeber der Meerenge zwischen Koriska und Sardinien, der "Straße von Bonifacio". Als Gründer des Ortes gilt den toskanische Graf Bonifacio II. (828), allerdings war der Ort schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Der Naturhafen ist einer der eindruckvollsten Mittelmeerhäfen. Seit dem 12.Jh. war Bonifacio in Genueser Hand.


Der Yachthafen von Bonifacio



 




Hier übernachtete Karl V., letzter römisch-deutscher Kaiser


Und hier ist die Gedenktafel


... für Napoleon Bonaparte

 


Die Steilküste vor Bonifacia




LE QUANG Kim, HOURIEZ Alain, AUDIN Thierry, noch ohne Gedenkstein





Schöne Grüße aus dem Süden: Fabrice Wantiez


 

 

 

 

 


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