Mitropa Cup: Slowakei und Schweiz in Führung

von ChessBase
03.05.2022 – Der Mitropacup ist eine Art Mini-Schacholympiade der mitteleuropäischen Länder und findet seit 1976, mit Ausnahmen, jährlich statt. Gastgeber in diesem Jahr ist Korsika. Das Turnier wird im malerischen Corte gespielt. Deutschland nimmt mit zwei Perspektiv-Teams am Start. Nach drei Runde führen die Slowakei und im Frauencup die Schweiz. | Fotos: Veranstalter

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Ursprünglich war der Mitropa Cup ein internationaler Mannschaftswettbewerb im Fußball vor dem Zweiten Weltkrieg und gilt als Vorläufer des Europapokals der Vereine. Nach diesem Vorbild schlug die österreichische Schiedsrichterin und Funktionärin Gertrude Wagner einen internationalen Länderwettbewerb im Schach vor und realisierte diese Idee zusammen mit ihrem Ehemann Karl Wagner und dem Präsidenten des Österreichischen Schachverbandes Prof. Kurt Jungwirth. 1976 wurde das Turnier erstmals in Innsbruck ausgetragen und fand nach danach jährlich statt. Die teilnehmenden Verbände wechseln sich bei der Durchführung ab. In einigen Jahren fiel der Mitropa Cup aus, so 2020 wegen der Corona-Pandemie. 2021 wurde er in Hybridform durchgeführt. Die Teams saßen in ihren Ländern an bestimmten Orten zusammen und spielten über das Internet.

Ein Wettbewerb der Frauen wird seit 2002 durchgeführt. Seit 2005 findet der Frauen Cup zeitgleich mit dem offenen Turnier statt. 

Deutschland, Ungarn und das ehemalige Jugoslawien erzielten mit sieben Goldmedaillen die meisten Erfolge. Im Frauenwettbewerb war Italien mit fünf Goldmedaillen am erfolgreichsten.

Am 13. November 2021 gründeten Österreich, Kroatien, Tschechische Republik, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Slowakei, Slowenien und die Schweiz nach einer ECU-Generalversammlung in Catez die Mitropa Chess Association (MCA). Der Sitz des Mitropa Schachverbandes ist Wien.

Die Gründungsmitglieder

Die MCA hat in ihrer Satzung vereinbart, enger zusammenzuarbeiten und sich auf gemeinsame Werte zu einigen. Schach ist Sport, aber auch ein Mittel zur Förderung von Freundschaft, Kultur, gemeinsamen Werten wie Sportsgeist, Gleichberechtigung, Integration und sozialer Verbesserung.

Gastgeber des Mitropa Cups 2022 ist der Französische Schachverband. Das Turnier wird auf Korsika in Corte durchgeführt. 

Unverbaubare Aussichten in Corte

Nach bisher drei Runden führt im offenen Turnier die Mannschaft der Slowakei. Die Slowaken gewannen alle drei Wettkämpfe zum Auftakt, gegen Österreich mit 3:1, gegen Italien mit 2,5:1,5 und auch gegen Frankreich mit 2,5:1,5.

Squadra Korsika

Der Deutsche Schachbund ist mit einem jungen Perspektivteam nach Korsika gereist. Ruben Köllner führt das Team an Brett 2 an. Die folgenden Bretter werden Alexander Krastev, Tobias Kölle und Marius Deuer besetzt. Wenn nötig, kann Spielertrainer GM Michael Prusikin an Brett eins einspringen.

Deutschland startete mit einer 1,5:2,5-Niederlage gegen Italien. In Runde zwei gab es gegen Frankreich eine klare 0,5:3,5-Niederlage. In der dritten Runde holten die Deutschen beim 2:2 gegen Ungarn den ersten Zähler, ist aber dennoch hinter einer korsischen Auswahl zur Zeit nur Letzter. 

 

Tobias Kölle sorgte in Runde drei für Spannung und einen Sieg im Königsinder gegen Adam Frank:
 

 

 

Tabelle Offenes Turnier

Rg. Team  Wtg1 
1 Slovakia 6
2 France 4
3 Hungary 4
4 Austria 4
5 Czech Republic 3
6 Italy 3
7 Switzerland 3
8 Corsica 2
9 Germany 1

Partien Offenes Turnier

 

 

Frauenturnier

Da der Mitropa Cup der Frauen sich terminlich mit dem German Masters der Frauen überschnitt, standen für die Nominierung der deutschen Auswahl nur wenige Kaderspielerinnen zur Verfügung. Deutschland startete mit Maria Schöne, Luisa Bashylina, Svenja Butenandt und Maja Buchholz und kassierte gegen Italien eine 1:3-Niederlage. 

Nach Ende des German Masters der Frauen war zur zweiten Runde noch Lara Schulze nachgereist, konnte aber eine 1:3-Niederlage gegen Frankreich auch nicht verhindern. In Runde drei holten die deutschen Frauen gegen Tschechien ihren ersten Mannschaftssieg und belegen nun Platz sieben bis neun.

Den besten Start hatten die Schweizerinnen, mit drei Siegen.

Tabelle Frauenturnier

Rg. Team  Wtg1 
1 Switzerland 6
2 Austria 4
3 France 4
4 Slovakia 3
5 Hungary 3
6 Slovenia 3
7 Croatia 2
8 Italy 2
9 Germany 2
10 Czech Republic 1

Partien Frauenturnier

 

 

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