Moskau: Dreev schlägt Morozevich

17.11.2004 – Besonders spannende Partien lieferten sich in der gestrigen zweiten Runde Alexander Morozevich und Alexey Dreev, sowie Evgeny Bareev und Laexey Motylev. Dreev (Foto) konnte in einem scharfen Klassischen Sizilianer die lange Rochade von Morozevich erfolgreich belagern und als Einziger einen vollen Punkt einstreichen. Das Duell zwischen Bareev und Motylev endete nach zahlreichen Qualitätsopfern auf beiden Seiten nach 84 Zügen zu Recht remis. Keiner hätte eine Niederlage verdient gehabt. Grischuk, Dreev und Kasparov liegen nun an der Spitze. Die dritte Runde folgt heute und kann auf der offiziellen Seite oder im Fritzserver live ab 14 Uhr verfolgt werden. Mit Dreev und Grischuk treffen zwei der Führenden heute aufeinander. Offizielle Seite ... Liveübertragung der Partien...Ergebnisse und Partien...

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Alexey Dreev

Alexander Morozevich und Alexey Dreev sorgten in der zweiten Runde für eine von mehreren spannenden Partien. Dreev, mit den schwarzen Steinen und sonst Anhänger von Caro-Kann und Französisch, überraschte Morozevich mit dem klassischen Sizilianer. Vielleicht aus Sinn für Tradition oder aber um ein Vorbild zu ehren, vielleicht aber doch nur aus Zufall, folgten beide einer Parte aus dem Jahr 1972, die in Odessa zwischen Oleg Romanishin und Leonid Stein gespielt wurde. Stein wäre vor wenigen Tagen 70 Jahre alt geworden. Doch er starb schon 1973 im Alter von 38 Jahren an einem Herzanfall auf dem Moskauer Flughafen, als er zum Interzonenturnier nach Brasilien fliegen wollte. Während die Vorgängerpartie remis endete, konnte Dreev seine im Angriff gegen Morozevichs lange Rochade für sich entscheiden.


Morozevich-Dreev: Nach 30...b4 konnte sich Morozevich nicht mehr erfolgreich verteidigen.

Frisches Schach: Der Zuschauer ist froh, wenn einmal keine der aktuellen Moderemisvarianten auf dem Brett steht.

Über 84 Züge ging der Kampf zwischen Bareev und Motylev. Gespielt wurde Königsindisch, was aus mehreren Gründen, verglichen mit anderen Spitzenturnieren, bemerkenswert ist. Zunächst muss man mit 1.d4 beginnen. Ein Zug, der in Linares oder Dortmund, wenn nicht verboten, doch zumindest durch anscheinend still schweigende Übereinkunft geächtet ist. Und falls doch einmal 1.d4 gezogen wird, sieht man dann meist Slawisches oder Angenommenes Damengambit, manchmal Grünfeldindisch, derzeit die Eröffnungen mit der höchsten Remiswahrscheinlichkeit. Bareev und Motylev bewiesen, dass man auch mit Königsindisch remis spielen kann, halt nur mit vielen Zügen und vielen spannenden Momenten zwischen Anfang und Ende der Partien.


Bareev-Motylev: Auf 37...Txf3 antwortete Weiß mit 38.Txa6



Für die kürzeste Partie sorgte Kasparov, der nach 26 Zügen sein Unentschieden gegen Alexey Korotylev durch Stellungswiederholung forcierte.

Runde 1, 15. November 2004

Dreev, Alexey 1/2 Timofeev, Artyom
Epishin, Vladimir 1/2 Morozevich, Alexander
Kasparov, Garry 1-0 Bareev, Evgeny
Motylev, Alexander 0-1 Grischuk, Alexander
Tseshkovsky, Vitaly 0-1 Svidler, Peter
Korotylev, Alexey spielfrei


Partien zum Nachspielen: Runde 1...

Runde 2, 16.November 2004

Grischuk,Alexander 1/2 Epishin, Vladimir
Timofeev, Artyom 1/2 Tseshkovsky, Vitaly
Morozevich,Alexander 0-1 Dreev, Alexej
Korotylev,Alexey 1/2 Kasparov, Garry
Bareev, Evgeny 1/2 Motylev, Alexander
Svidler, Peter spielfrei

Partien zum Nachspielen: Runde 2...

Text: André Schulz
Fotos: Misha Savinov

 

 

 



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