Moskau Grand Prix: Vorsicht und vier Remis in Runde 2

von Johannes Fischer
20.05.2019 – Vorsicht beherrschte den Auftakt des Viertelfinales beim Grand Prix in Moskau. Acht Spieler sind in Moskau noch dabei und der K.o.-Modus scheint sie vorsichtig zu machen. So endeten alle vier Begegnungen der Runde 2.1 mit Remis, wobei die längste dieser vier Partien gerade einmal 31 Züge dauerte. | Fotos: Nadia Panteleeva

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Moskau Grand Prix 2019, Runde 2.1

Wer sich vom K.o.-Format der Grand Prix Turniere Spannung versprochen hatte, wurde durch den Auftakt des Viertelfinales enttäuscht. Alle acht Spieler, die sich für das Viertelfinale qualifiziert hatten, schienen weniger daran interessiert zu sein, sich Möglichkeiten zu verschaffen, den Gegner k.o. zu schlagen, sondern wirkten vielmehr darauf bedacht, die eigene Deckung nicht zu vernachlässigen. So kam es in den ersten vier Partien der zweiten Runde des Grand Prix zu vier kurzen und weitgehend blutleeren Partien. 

P. Svidler ½-½ R. Wojtaszek

Die kürzeste Partie der Runde spielten Svidler und Wojtaszek: sie trennten sich nach 20 Zügen in einer ausgeglichenen Stellung, die beide Seiten durchaus hätten weiterspielen können, Remis.

 

Peter Svidler | Foto: Nadia Panteleeva

H. Nakamura ½-½ D. Dubov

Acht Züge länger, aber um einiges inhaltsreicher war die Begegnung zwischen Hikaru Nakamura. In der Tarrasch-Variante kam Dubov bald nach Ende der Eröffnung zu Ausgleich und wenig später war das Remis beschlossene Sache.

 

W. So ½-½ A. Grischuk

Auch Wesley So und Alexander Grischuk brauchten 28 Züge bis zum Friedensschluss. In einem Damengambit mit 5.Lf4 konnte sich Weiß das Läuferpaar sichern, aber die schwarzen Figuren waren aktiv genug, um die Stellung im Gleichgewicht zu halten. Das aktive Spiel des Schwarzen führte zu Bauerngewinn, aber nach 28 Zügen schien weder So noch Grischuk allzu genau wissen zu wollen, wie viel Kompensation Weiß für den Bauern eigentlich hatte und so endete auch diese Partie Remis.

 

Wei Yi ½-½ I. Nepomniachtchi

Die längste Partie des Tages spielten Wei Yi und Ian Nepomniachtchi, aber auch diese Begegnung war weder besonders lang noch besonders dramatisch. In einem Sizilianer mit 3.Lb5+ kam es schnell zu vielfachem Abtausch und als ein Schwerfigurenendspiel erreicht war, dauerte es nicht mehr lang, bis die Partie durch Zugwiederholung Remis wurde.

 

Ian Nepomniachtchi | Foto: Nadia Panteleeva

Grand-Prix-Gesamtwertung

Jeder Spieler, der es ins Viertelfinale geschafft hat, hat einen Punkt sicher. Einen weiteren Punkt gibt es für diejenigen, denen dies ohne den Umweg über den Tiebreak gelungen ist. Spieler, die in der 1. Runde ausgeschieden sind, bekommen gar keine Punkte. Unter diesen Voraussetzungen ergibt sich folgender Zwischenstand: 

2 Punkte: Dubov, Grischuk, Nepomniachtchi, Wei Yi, Svidler, Wojtaszek

1 Punkt: Nakamura, So

Die beiden nach dem Ende aller vier Grand-Prix-Turniere in dieser Wertung erstplatzierten Spieler qualifizieren sich für das nächste Kandidatenturnier zur Weltmeisterschaft.

Ausgeschiedene Spieler 

Anish Giri
Sergey Karjakin
Shakhriyar Mamedyarov
Levon Aronian
Dmitry Jakovenko
Nikita Vitiugov
Teimour Radjabov
Jan-Krzysztof Duda

Partien der Runden 1 und 2

 

Turnierseite




Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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