Movsesian gewinnt Czech Open.

von Conrad Schormann
01.08.2018 – Zum dritten Mal in seiner Karriere gewann Sergei Movsesian das Czech Open in Pardubice. Christopher Noe holte als Dritter genug Punkte für eine Norm - doch es fehlten ihm die Titelträger.

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Etwas über 300 Spieler aus fast 40 Ländern beteiligten sich am Czech Open in Pardubice (11.-28.7.). Mit 43 Großmeistern und 66 Internationalen Meistern war der Anteil spielstarker Titelträger sehr hoch. Vor der letzten Runde führte Sergej Movsesian das Feld alleine mit einem halben Punkt Vorsprung an. In der Schlussrunde reichte dem armenischen Großmeister ein Remis zum Turniersieg. Für Movsesian ist es schon der 3. Sieg beim Czech Open in Pardubice. Diese Kunststück gelang sonst keinem anderen Spieler. Lukasz Jarmula wurde Zweite, Christopher Noe Dritter.

Im Eishockeystadion knapp am GM-Titel vorbeigeschrammt

Es fehlte nicht viel, dann hätte es seit diesem Wochenende einen Schachgroßmeister mehr in Deutschland gegeben. Einen Tag, nachdem sich IM Vincent Keymer in Helsingor seine zweite GM-Norm gesichert hatte, trumpfte beim Open in Pardubice IM Christopher Noe auf: 7 Punkte aus 9 Partien, Elo-Leistung 2616 gegen einen Schnitt von knapp 2400. Noe hat schon zwei Normen, dieses wäre seine dritte und damit der Titel, aber eine Feinheit im Regelwerk der FIDE sorgt dafür, dass sich der 22-Jährige vom SC Eppingen noch gedulden muss.

Eine Leistung von über 2.600 und ein Gegnerschnitt von mehr als 2.380 über neun Partien allein reichen leider nicht aus. Außerdem müssen unter den neun Gegnern mindestens drei Großmeister sein, damit das Ergebnis als GM-Norm zählt. Bei Noe war es leider – keiner. Großmeisterlich war seine Leistung dennoch, nicht spektakulär, aber durchgehend solide. Noe ließ in neun Partien nichts anbrennen und nutzte Chancen, sobald sie sich boten. Platz drei in einem vor allem in der Breite enorm stark besetzten Turnier bescherten ihm zwar nicht den ersehnten Titel, aber immerhin 25.000 tschechische Kronen.

Traditionell reist seit Jahrzehnten jeden Sommer eine große deutschsprachige Delegation ins Nachbarland zum Riesenturnier im Eishockeystadion. Roven Vogel, ein weiterer Normjäger, schied leider nach sechs Runden mit vier Punkten aus. Großmeister Philipp Schlosser hielt sich stets im Windschatten der Spitzenplätze auf, doch er verpasste den Sprung nach ganz oben. Mit 6,5 Punkten wurde er am Ende 20.

Tabelle

 

Partien

 

 

Bericht auf "Perlen vom Bodensee"...

 




Conrad Schormann, gelernter Tageszeitungsredakteur, betreibt in Überlingen am Bodensee ein Büro für Redaktion und Kommunikation. Fürs Schachspielen hat er zu wenig Zeit, was auch daran liegt, dass er so gerne darüber schreibt, sei es für Chessbase, im Reddit-Schachforum oder für sein Schach-Lehrblog Perlen vom Bodensee...

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