Märchen aus 1001 Nacht

07.04.2005 – Die arabischen Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate haben es nicht schlecht getroffen. Zwar gehört das Land und das Öl darunter der Herrscherfamilie, doch die sorgt für ihre Untertanen. Jeder Bürger erhält ein Haus; Strom und Wasser sind frei. Der vom Öl erzeugte Reichtum wird nun z.B. in den Luxustourismus investiert. Überall entstehen repräsentative Prachtbauten, wie das Burj al-Arab, das einzige Siebensternehotel der Welt. Gebaut wird viel, aber von anderen. Ebenfalls angestrengt haben sich die Spieler des Dubai Opens, wenn auch nicht immer mit Erfolg. Andreas Albers hat seine tägliche Depesche geschickt und kennt alle Einzelheiten. Offizielle Seite mit Livepartien...Schach und mehr...

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Dubai, Luxustourismus und Ölreichtum
Von Andreas Albers

Neben Singapur und Hongkong gilt Dubai als die wohl außergewöhnlichste Hafenstadt des asiatischen Kontinents.

Direkt an der Strasse von Hormuz gelegen, wo der Arabische Golf endet und der Golf von Oman beginnt ist hier der Umschlagplatz der arabischen Warenwelt.



Gemeinsam mit sechs weiteren kleinen Gebieten (u.a.Sharjah, Abu Dhabi, Ras Al-Khaimah und Fujairah) bildet Dubai seit 1972 die Vereinigten arabischen Emirate (VAE).


Die Skyline von Sharjah

Seit 1790 war das damals noch traditionelle Beduinen-Gebiet unter Kontrolle der Briten. Mit der Entdeckung großer Mengen Erdöls (neben Irak und Saudi-Arabien die größten Vorkommen auf der arabischen Halbinsel) kam der Reichtum ins Land.


Benzin kostet dasselbe wie Wasser


Alles verstopft


Überall Big Buisiness


Öffentlicher Bus


Autofieber...


Wer hat den längsten...?

Wie in vielen arabischen Staaten gehört das gesamte Land, und damit auch das Öl der Herrscher-Familie.


Der Scheich ist überall


Die Polizeizentrale

Den unermesslichen Reichtum gibt man aber durchaus an seine  Untertanen weiter. So wird jedem Staatsbürger ein Haus zur Verfügung gestellt, Strom und Wasser übernommen, damit er seine Familie ordentlich versorgen kann.


Wagen der Staatlichen Wohlfahrt

Außerdem übernimmt der Staat Sozialkosten wie die Gesundheitsversorgung, Witwenrenten und dergleichen. Frauen über 40 leben zum Beispiel alleine auf Staatskosten.


Öffentliche Bücherhalle

Außerdem sind die Scheichs natürlich für  die Infrastruktur verantwortlich. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem macht es möglich, dass an jedem Straßenrand jede Menge Blumen blühen.





In der Nacht wird es plötzlich nebelig, da die Sprinkleranlagen aktiv werden.

Überall in der Stadt Dubai schießen neue Gebäude und Hotelkomplexe aus dem Boden, es heißt das die durchschnittliche Lebensdauer eines Hauses hier ca. 15 Jahre beträgt, dann wird es abgerissen und ein neues gebaut.

Auf den Baustellen, wie auch in Fabriken, Hotels und Restaurants arbeiten fast ausschließlich Gastarbeiter.

Diese Indischen Straßenarbeiter beispielsweise arbeiten für ca. 200 Dollar im Monat jeden Tag ca. 12-15 Stunden in der glühenden Hitze. Alleine bei dem Gedanken an körperliche Arbeit breche ich zusammen.  Die reinste Ausbeutung sagen Kritiker, wohl wahr, aber andererseits kommt der Arbeitgeber für Wohnung, Verpflegung und alle weiteren  Kosten hier vor Ort auf und mit den verdienten 200Dollar kann eine Großfamilie in einem indischen Dorf zu einigem Wohlstand kommen. So funktioniert der Kapitalismus.

Es heißt, das lediglich 10 % der Einwohner Dubai echte Araber sind, ansonsten ist es ein wahrer Schmelztiegel aller  Nationen, Religionen und Sprachen. Ägyptische Ärzte, Indische und chinesische Restaurants, indische Hotel und so weiter.


Libanesischer Kiosk


Burger Bringdienst

So verwundert es auch nur wenig, dass die Stadt Anteil nimmt an Dingen, die ansonsten eher nicht in islamischen Ländern eine Rolle spielen. So sind die Zeitungen hier voll von Meldungen über den Tod des Papstes, man nimmt Anteil und trauert um einen Weltbürger.

Neben dem Öl hat sich mittlerweile der Luxustourismus als zweites Standbein der Wirtschaft erwiesen.


Jumeira Hotel

Man investiert viel Geld und viele Ideen, um immer wieder etwas neues zu bauen. Das fantastische 7-Sterne Hotel "Burj Al-Arab" ist natürlich das Wahrzeichen der Stadt und wird in den nächsten Tagen eines meiner Ziele sein.


Wild Wadi and Burj Arab


Schach


Die Turnierleiter


Die gute Seele des Turniers

Im Turnier trennt sich so langsam die Spreu vom Weizen. Erneut gab es am Spitzenbrett eine Punkteteilung nach dem Iordachescu mit Schwarz eine hochaktuelle Katalanisch-Variante und sich erneut einigem Druck ausgesetzt sah.


Erneut remis an Brett 1

Damit war der Weg frei für andere Helden. Im georgischen Landesduell zwischen Gelashvili und Gagunashvili gab es wider Erwarten keine schnelle Friedenskonferenz, sondern der junge Merab konnte nach einigen Angriffen seinen Freund mit Schwarz bezwingen.


Merab Gagunashvili

Wesentlich souveräner bezwang Georgi Kacheishvili einen der besten Junioren der Welt Yuri Kuzubov und kann damit ebenfalls auf 100% verweisen. Dritter im Bundes ist überraschender Weise der titellose Chinese Zhou Jianchao(Elo 2473),dem ein Sieg gegen Sergei Fedorchuk gelang.


Fedorchuk ahnt Böeses

Heute kommt es zum großen Duell der Georgier Gagunashvili und Kacheishvili.


Giorgi Kacheishvili

Zhou Jianchao darf mit den schwarzen Steinen gegen  GM Alexandrov antreten, der in einer interessanten Partie Sarunas Sulskis niederringen konnte. "Okay, die Partie war gut, ich habe ein bisschen was geopfert und eine gute Stellung erreicht, aber dann hat er einfach besser gespielt, so ist Schach." zeigte sich Sarunas nicht allzu enttäuscht.


Alexandrov, Sulskis


Sarunas Sulskis

Nach seinem Auftaktremis startet  Alexander Motylev seine großen Aufholjagd und konnte in der dritten Runde den einzigen arabischen Grossmeister Mohamad Al-Modiahki ausschalten. Die Heldin der ersten Runde schwächelt hingegen, Tea Bosboom-Lanchava sah sich heftigen Angriffen, des kreativen libanesischen IMs Fadi Eid ausgesetzt und notiert nun bei 0,5 aus 3. Etwas mit seinem Schicksal hadern tut auch der Titelverteidiger, Shakriyar Mamedjarov musste diesmal gegen seinen guten Freund Rauf Mamedov antreten und kam trotzt einiger Versuche nicht über die Punkteteilung hinaus.


Duell der Freunde

Und Tschechiens Jungstar David Navara musste sich von Chanda Sandipan demonstrieren lassen, das das Turmendspiel mit h und f Bauer, zwar remis, aber in einer praktischen Partie fast unmöglich zu halten ist.


Navarra, Chandipan


Abjiit Kunte


Volkov kann Koneru nicht gefäerhden

 

 

 



Themen: Dubai Open 2005
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