Munterer Meisterschaftsauftakt

07.09.2013 – DSB-Präsident Herbert Bastian hat bei der Deutschen Meisterschaft, die am Freitag in Saarbrücken begann, Heimvorteil, aber dafür bescherte ihm das Los zum Auftakt auch einen schweren Gegner: die Nummer eins der Setzliste, Titelverteidiger Daniel Fridman. Es kam zu einer interessanten und umkämpften Partie - nicht die einzige in Runde eins der DEM 2013.  Bericht und Partien...

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Tag eins: Spannende Partien in der Auftaktrunde

Von Manfred Menacher

Die Deutsche Meisterschaft in Saarbrücken begann heute mit spannenden Partien. Das Schicksal wollte es, dass der amtierende Präsident des deutschen Schachbundes IM Herbert Bastian und Turnierfavorit und Titelverteidiger GM Daniel Fridman gemeinsam im Focus standen, denn sie trafen an Brett 1 aufeinander. Herbert Bastian wollte nicht die ausgetretenen Pfade der von Fridman angebotenen Pirc-Verteidigung beschreiten und antwortete deshalb nicht mit 3.Sc3 sondern mit 3.Ld3, wonach eine selten gespielte Variante enstand.

DSB-Präsident Herbert Bastian

Im 6. Zug hätte der Schachpräsident mit Le4: den Damentausch herbeiführen können, aber er hatte nach eigener Aussage kein Vertrauen in ein damenloses Endspiel bei gegnerischem Läuferpaar. Wohl eine kluge Entscheidung, denn auch so holte der Großmeister nichts aus der Eröffnung, doch nach Damen- und Figurenabtäuschen bekam Fridman die A-Linie und Bastian reagierte mit einem zu aktiven Läuferzug nach d7. Fridman verschmähte danach den möglichen Bauerngewinn auf b6 mit 31... oder  32...Ta6 - durchaus mit Gewinnchancen.

Titelverteidiger Daniel Fridman

Überraschenderweise wählte der Favorit einen anderen Turmzug, wonach Bastian seinen Bauern wieder verteidigen konnte. Kurz darauf einigten sich die Beiden nach Zugwiederholung auf Remis.

 

Die Nummer zwei der Setzliste GM Rainer Buhmann (SV Hockenheim) spielte dagegen eine Partie wie aus einem Guss und ließ seinem Gegner Malte Colpe (Hamburger SK) keine Chance. Sehr hübsch war dabei der alles klärende Damenzug 33. Dh7.

 

Sehr souverän auch GM Martin Krämer (SF Berlin) in seiner Partie gegen Andre Oberhofer (Caissa Schwarzenbach).

 

Eine hochinteressante Partie lieferten sich IM Matthias Blübaum (Werder Bremen) und Hendrik Tabatt (ebenfalls Caissa Schwarzenbach). Letzterer warf den jungen IM bereits nach folgenden 3 Zügen aus der Theorie: 1.d4 Sf6 2.c4 d6 3.Sf3 Sc6!?. Blübaum: "Ich kannte die Theorie nicht, aber das was ich nach Sc6 gespielt habe, scheint wohl nicht das Beste gewesen zu sein." In der Tat kam Tabatt nach Blübaums Bauernraub 11.Db7: stark ins Spiel und entwickelte nach und nach große Initiative. Die Stellung von Weiß krankte an Bewegungsmangel und Blübaum war an guten Entwicklungszügen verlegen. In einer hochinteressanten Stellung versäumte Tabatt die starke und wohl vorentscheidende Möglichkeit 23...d4. Nach dieser verpassten Gelegenheit kam Zeitnot auf beiden Seiten ins Spiel und die praktischen Chancen für Blübaum stiegen trotz nach wie vor schlechterer Stellung. Im 36. Zug beging Tabatt den entscheidenden Fehler und musste doch noch die Waffen strecken.

 

 

Sehr souverän agierten IM Rasmus Svane (Hamburger SK) und IM Dennis Wagner (SV Hockenheim), während der vielfache Blitzchampion GM Klaus Bischoff (Sportfreunde Katernberg) gegen FM Hans-Joachim Vatter (SC Untergrombach) nicht über ein Remis hinauskam. Die teilnehmenden Damen holten zusammen einen Punkt. WGM Zoya Schleining (Düsseldorfer SK) gewann sicher gegen Thomas Lochte (SK Weilheim) und FM Nadia Jussupow (SK Krumbach) musste FM Jaroslaw Krassowizkij den Punkte überlassen. Morgen kommt es an den beiden Spitzenbrettern zu den reizvollen Paarungen IM Plischki-GM Buhmann und GM Krämer-IM Svane.

Partien der 1. Runde

 

Fotos: Turnierseite...

 



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