Nach dramatischer Schlussrunde: Shankland gewinnt das Masters in Prag

von Klaus Besenthal
20.06.2021 – Das Eliteturnier beim Prager Schachfestival ist am Sonntag mit dem Sieg von Sam Shankland zu Ende gegangen. Das kam insofern nicht unerwartet, als Shankland mit einem halben Punkt Vorsprung auf Radoslaw Wojtaszek und Jan-Krzysztof Duda in die abschließende 7. Runde gegangen war. Geschenkt bekam der US-Amerikaner seinen Erfolg indes nicht: Während er selber noch mit seiner Partie gegen Jorden van Foreest zu tun hatte, hatte Jan-Krzysztof Duda ihn, dank eines Sieges gegen Radoslaw Wojtaszek, bereits in der Tabelle überholt. Shankland brauchte nur ein Remis, hatte aber das kleine Problem, dass sein Gegner unbedingt gewinnen wollte. Der Fluch wurde zum Segen, als van Foreest ein Fehler unterlief: Shankland gewann und wurde so zum letztlich unangefochtenen Turniersieger. | Foto: Turnierseite

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Prager Schachfestival - Masters

Wojtaszeks Fehler in der Partie gegen Duda war, jedenfalls für Spieler dieser Spielstärke, schon eher grob, doch er ereignete sich nicht nur kurz vor der Zeitkontrolle, sondern nachdem Duda mit einem zweischneidigen Figurenopfer den Charakter des Spiels radikal verändert hatte. Nach seinem Missgeschick wurde Wojtaszek einfach matt gesetzt:

 

Bereits in der 2. Runde hatte Shankland den direkten Vergleich gegen Duda für sich entschieden, und weil dies als erstes Tiebreak-Kriterium vorgesehen war, hätte ihm gegen Jorden van Foreest auch ein Remis genügt, um das Turnier zu gewinnen. Doch der Niederländer spielte auf Gewinn, das ließ sich an der einen oder anderen Stelle der Partie unschwer ablesen. Der Fehler, der van Foreests ehrgeizige Pläne schließlich scheitern ließ, war dann mindestens ebenso dramatisch wie der von Wojtaszek gegen Duda. Shankland wird es egal gewesen sein: Er wusste in diesem Moment genau, wie er die Partie gewinnen kann. Das ließ er sich nicht mehr nehmen, so dass er in der Endabrechnung schließlich doch einen halben Punkt mehr hatte als Duda.

 

Ergebnisse der 7. Runde

 

Abschlusstabelle

 

Partien

 

Open

Im Open sind der polnische Großmeister Marcin Krzyzanowski und IM Felix Blohberger aus Österreich im absolut toten Rennen auf den Plätzen 1 und 2 ins Ziel gelangt. Sofern wir die etwas kryptischen "Regulations" richtig interpretiert haben, ist der Pole jedoch Turniersieger, weil er (vierte Stufe der Feinwertung, die bei chess-results nicht mehr hinterlegt ist!) die größere Anzahl von Schwarzpartien vorzuweisen hat: 5 gegenüber Blohbergers 4. Auf jeden Fall waren diese beiden Spieler aber die einzigen der zuvor acht Co-Führenden, die ihre letzte Partie gewinnen konnten.

Rg. Name Pkt.  Wtg1 
1 Krzyzanowski Marcin 7,0 49,5
2 Blohberger Felix 7,0 49,5
3 Nasuta Grzegorz 6,5 51,0
4 Petr Martin 6,5 50,0
5 Greenfeld Alon 6,5 48,5
6 Plat Vojtech 6,5 48,5
7 Kraus Tomas 6,0 46,0
8 Sorm Daniel 6,0 45,5
9 Neuman Petr 6,0 45,0
10 Pavlidis Anastasios 6,0 44,5
11 Finek Vaclav 6,0 44,5
12 Simek Petr 6,0 42,5
13 Dahl Christoph 6,0 42,5
14 Colbow Collin 6,0 41,0
15 Navrotescu Andreea 6,0 39,5

99 Teilnehmer

Partien vom Open

 

Turnierseite

Alle Ergebnisse des Prager Schachfestivals bei chess-results


Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.

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