Neckar Open in Deizisau

12.04.2004 – Jedes Jahr zu Ostern versammeln sich zahlreiche Schachspieler im kleinen Örtchen Deizisau bei Stuttgart, um unter der Leitung von Sven Noppes das Neckar-Open zu spielen. Inzwischen ist dieses bereits zu einem der größten Open der Welt angewachsen. In diesem Jahr fanden über 600 Teilnehmer den Weg hierher, darunter 23 Großmeister und 72 Titelträger insgesamt. Nach sieben Runden und zwei Runden vor Schluss führen Rustam Kazimdshanov und Roland Schmaltz mit 6,5. Natalia Kiseleva nahm bei den parallel durchgeführten Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften teil, die Rafal Antoniewski gewann, und schickt uns einen Bericht aus Deizisau, wo viele Doppelrunden zur ökonomischen Ausnutzung aller Regenerationsmöglichkeiten zwingen. Turnierseite mit allen Infos und Livepartien... Partienauswahl des Opens zum Nachspielen...Bericht und Fotos...

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Osterzeit = Neckar-Open
Von Natalia Kiseleva und Carsten Straub

So lautet nun schon zum 8.Mal das Motto für eine immer noch wachsende Fangemeinde des größten deutschen Schach-Opens, für mich ist es nun auch schon das dritte Mal. Wie der Turnierdirektor Sven Noppes bei seiner Begrüßungsrede feststellte, ist das Neckar-Open in Deizisau vermutlich auf dem besten Weg, das größte Open der Welt zu werden.


Der Turnier Direktor Sven Noppes mit seinen Schiedsrichtern


Über 600 Teilnehmer in der Deizisauer Gemeindehalle

Mit 608 Teilnehmern dieses Jahr konnte Capelle de Grande schon überholt werden. Aber auch die Qualität erreicht immer neue Bestmarken. Mit 23 GM und insgesamt 72 Titelträgern ist für Spannung bis zur letzten Runde gesorgt. Darunter auch wieder starke Frauen, die teilweise direkt von der Frauen-EM aus Dresden angereist waren.


GM Vladimir Baklan (UKR) in Begleitung seiner Frau


GM Vladimir Burmakin (RUS)
 


GM Vladimir Epishin – Stammgast beim Neckar-Open
 


Elo-Favorit GM Rustam Kasimdzhanov


Titelverteidiger IM David Baramidze



WGM Jovanka Houska (direkt aus Dresden mit der WM-Qualifikation in der Tasche)
 



WGM Maja Lomineishvili (GEO)


GM Konstantin Landa (RUS) gegen WGM Maja Lomineishvili (GEO) und
WGM Eva Moser (AUT) gegen GM Thomas Luther (GER)

Der GM-Kampf ist mit zwei Remis 1:1 ausgegangen.


GM Vadim Malakhatko (UKR)


WGM Anna Zozulia (UKR)


GM Roland Schmaltz (GER) in Top Form

Und da uns das Wetter an den Feiertagen ja nicht besonders zu Spaziergängen einlud, stand einem interessanten Turnier nichts mehr im Wege. Die Turnier-Bedingungen waren wie auch schon in den letzten Jahren gut, das Team um Sven Noppes hatte erneut ganze Arbeit geleistet. Die Schiedsrichter hatten trotz der zahlreichen Partien alles im Griff, das Küchenteam sorgte mit Barguettes, Kuchen und leckeren warmen Mahlzeiten für das leibliche Wohl.



Der ruhige Neckar


Leider nicht zu gewinnen.


Gesunder Hunger nach anstrengender Runde


Das fleißige Küchenteam


Technischer Support, Liveübertragung und Homepage – Stefan Späth


Die einen erholen sich zwischen den Doppelrunden am Ufer …



… andere halten ein Mittagsschläfchen


Schachstand


Auch noch für Fotos zuständig



Ein Blick in die Sporthalle

Ein weiteres Thema ist seit einigen Monaten leider stets präsent, das Handyklingeln im Turniersaal. Dass bereits die ganz Kleinen die internationalen Schachereignisse verfolgen und offenbar schon sehr regelfest sind, zeigt ein „Protestfall“ aus der zweiten Runde des B-Opens. Kaum hatte das Handy der Gegnerin geklingelt, spurtete der kleine Sportfreund zum nächsten Schiedsrichter und reklamierte den Gewinn der Partie. Enttäuschend war dann aber die Entscheidung der Schiedsrichter, es bei einer Ermahnung zu belassen. Ob er die Partie auch auf dem Brett gewonnen hat, ist nicht bekannt! J


Überall gut sichtbar angebracht


Hat trotz erfolglosem Protest den Spaß nicht verloren


Neben dem A-, B- und C-Open hat das Team der Deizisauer Schachfreunde „nebenbei“ noch weitere attraktive Turniere durchgeführt.

Zum ersten Mal traten 27 Senioren im eigenständigen Seniorenturnier an, um die Klingen zu kreuzen. Dass es dabei durchaus ambitioniert zur Sache ging, mag folgende Anekdote untermauern. Nach der 5. Runde erschien ein aufgebrachter Teilnehmer im Organisatoren-Büro und beschwerte sich bitterböse, dass er von der Turnierleitung betrogen worden sei. Was war geschehen? Der Wertungszahl der Teilnehmerliste Glauben schenkend, hatte er das Remisangebot seines Gegners freudestrahlend angenommen um später festzustellen, dass es sich dabei um die ELO-Zahl handelte und die DWZ-Zahl fast 200 Punkte schlechter war. Unter diesen Umständen hätte er das Remis niemals angenommen, so seine Aussage. Er forderte nun vehement, die schon längst beendete Partie fortsetzen zu dürfen. J

Neben den Senioren durften auch die ganz Kleinen fleißig die Schachfiguren bewegen. Für das Kinderturnier wurde am Donnerstag extra noch eine zweite Sporthalle umfunktioniert, so dass der etwas erhöhte Lärmpegel die anderen Partien nicht beeinträchtigte. Am Ende des Tages waren alle ko, besonders die Organisatoren! J


Schachnachwuchs

Vielleicht waren beim Kinderturnier ja auch einige große Talente dabei, die in ein paar Jahren um die internationale Deutsche Jugendmeisterschaft mitspielen können. Dieses Jahr fand sich ein erlesenes 10-köpfiges Teilnehmerfeld ein, gespickt mit internationalen Titelträgern und deutschen Talenten auf der Jagd nach IM-Normen. Der ELO-Beste Rafal Antoniewski wurde dabei bisher seiner Favoritenrolle gerecht und führt die Tabelle ohne Verlustpartie unangefochten an. Erfreulicherweise ist die Remisquote bei der Jugend noch sehr gering, fast alle Partien waren auf Kampf ausgelegt.


Im Rafal Antoniewski


FM Falko Bindrich


Amadeus Eisenbeiser


Hannes Rau


Georg Meier


IM Christian Troyke (GER)


GM Philipp Schlosser trainiert den Nachwuchs, hier Falko Bindrich

 

 

 

 

 


Themen Neckar Open
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