Neuauflage: Wettkampf des Jahrhunderts

12.06.2002 – Im Jahr 1970 kam es inmitten des kalten Krieges in Belgrad zu einem Vergleichskampf zwischen der UdSSR und dem "Rest der Welt". Gestern wurde auf einer Pressekonferenz in Moskau unter der Teilnahme von FIDE-Präsident Kirsan Ilyumshinov, Garry Kasparov, Slava Fetisov (Russischer Sportminister) und Andrey Selivanov (Präsident des Russischen Schachverbandes) offiziell die Durchführung einer Neuauflage angekündigt. Mehr zu damals und heute...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

UdSSR gegen die Welt
29.März bis 5.April 1970


Die Partien von damals genießen...

Der Wettkampf UdSSR gegen die Welt (ironisch: Rest der Welt) sorgte 1970 für Schlagzeilen und wurde als Wettkampf des Jahrhunderts bezeichnet. Es war kein reiner Kampf der Systeme und auch kein Wettkampf Ost gegen West, denn die UdSSR war im Schach so stark, dass sie es sich erlauben konnte, die besten Schachspieler aus ihren systemkonformen Satelliten für die andere Mannschaft antreten zu lassen. Trotzdem hatte der Wettkampf natürlich viele politische Nebentöne. 

Im Lager der Weltmannschaft sorgte der Streit von Fischer und Larsen um Brett Eins für zusätzliche Schlagzeilen. Fischer gab entgegen sonstigen Verhaltensgewohnheiten nach. Ein Jahr später traf sein Zorn Larsen beim Kandidatenhalbfinale in Denver dann in voller Härte und er verhängte gegenüber dem Dänen die Höchststrafe von 6:0.  


Die Teilnehmer UdSSR - Welt, 1970

Zwei deutsche Spieler waren in Belgrad dabei: Wolfgang Uhlmann spielte am siebten Brett. Klaus Darga war Ersatz.

Am Ende gewann die UdSSR den Wettkampf ganz knapp. Entscheidend war, dass Portisch eine klar gewonnene Stellung in seiner Partie gegen Kortschnoj remis gab.

Brett UdSSR         Rest of the World        
1 Spassky * ½ 1 0 0 Larsen (Denmark) ½ 0 1 1
2 Petrosian 0 0 ½ ½ Fischer (USA) 1 1 ½ ½
3 Kortchnoi ½ ½ 0 ½ Portisch (Hungary) ½ ½ 1 ½
4 Polugayevsky 0 ½ ½ ½ Hort(Czech) 1 ½ ½ ½
5 Geller 1 ½ ½ ½ Gligoric (Yugoslavia) 0 ½ ½ ½
6 Smyslov ½ 1 0 1 Rehevsky (USA) ½ 0 1 0*
7 Taimanov 1 1 ½ 0 Uhlmann (E. Germany) 0 0 ½ 1
8 Botvinnik 1 ½ ½ ½ Matulovic (Yugoslavia) 0 ½ ½ ½
9 Tal ½ 0 1 ½ Najdorf (Argentina) ½ 1 0 ½
10 Keres ½ 1 ½ 1 Ivkov (Yugoslavia) ½ 0 ½ 0
  Totals 6 4 5   4 6 5
  USSR wins 20½

-

19½

* Ersatz: Stein für Spassky, Olafsson für Reshevsky

1984 kam es in London zu einer Neuauflage, die ebenfalls in vier Umgängen an zehn Brettern gespielt wurden. Von damals waren noch Tal und Larsen am Start. An Brett Eins spielten Karpov gegen Andersson (skandinavische Führungs-Kontinuität!). Die deutschen Farben vertrat Dr. Robert Hübner.

Nun will es also der Rest der UdSSR (=Russland) mit der an selbständigen Staaten gewachsenen Welt aufnehmen. Als Termin wurde der 8. bis 12. September 2002 genannt. Wettkampfort soll Moskau sein. Der Modus ist Scheveninger System (jeder der einen gegen jeden der anderen Mannschaft) und Schnellschach. Auch die (Wunsch-) Mannschaften stehen weitgehend schon fest:

Russland: Vladimir Kramnik, Gary Kasparov, Anatoly Karpov, Alexander Khalifman, Alexander Morozevich, Evgeny Bareev, Alexander Grischuk, Peter Svidler, Alexey Dreev und entweder Sergey Rublevsky, Vadim Zvjagintsev oder Alexander Motylev.

Welt: Vishwanathan Anand, Ruslan Ponomariov, Vesselin Topalov, Vassily Ivanchuk, Boris Gelfand, Peter Leko, Aleksei Shirov, Judit Polgar und Ye Jiangchuan, und schließlich möglicherweise Ilia Smirin, Vladimir Akopian, Zurab Azmaiparashvili, Joel Lautier, Rustam Kasimdzhanov, Nigel Short oder Loek van Wely.

 

 


Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren