New in Chess Classic: Carlsen, Aronian, Nakamura und Mamedyarov im Halbfinale

von André Schulz
29.04.2021 – Keiner der Spieler, die nach dem ersten Satz des Viertelfinales im Rückstand waren, konnten diesen im zweiten Satz wettmachen. Nakamura, Aronian und Mamedyarov lösten das Ticket für das Halbfinale. Magnus Carlsen entschied nach einem 2:2 gegen Radjabov im ersten Satz den zweiten Satz für sich und ist ebenfalls weiter. | Fotos: Meltwater Champions Chess Tour

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Am zweiten Spieltag der Viertelfinals der New in Chess Classic konnten die drei Spieler, die am ersten Tag durch einen Sieg im ersten Vierpartien-Satz in Führung gegangen waren, ihren Vorsprung auch halten.

In der Begegnung zwischen Levon Aronian gegen Wesley So hatte der Armenier, der ja vor kurzem in den US-Verband gewechselt ist, den ersten Satz klar mit 3:1 gewonnen. Die ersten beiden Partien des zweiten Satzes endeten remis. Wesley So musst also in der dritten Partie unbedingt gewinnen, doch der Punkt ging an Aronian, womit der zweite Satz vorzeitig endete, da So höchstens noch in diesem Satz ausgleichen konnte, nicht aber mehr den Gesamtstand.

Karsten liefert dazu eine Endspielanalyse

 

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Der Wettkampf zwischen Shahkriyar Mamedyarov und Alireza Firouzja war das Aufeinandertreffen zweier Spieler, die ihre Partien oft sehr taktisch anlegen. Entsprechen "wild" ging es dann in einigen Partien zu. Mamedyarov hatte am ersten Tag seinen jungen Gegner gut im Griff und kam mit einem 3:1 aus dem ersten Satz.

Der aserische Spitzenspieler triumphierte dann am zweiten Spieltag gleich in einer sehr dynamischen und taktisch geprägten Partie, die mit dem Londoner System eröffnet wurde. Früher einmal hieß es, das Londoner System sei eine "Rentnereröffnung". Mit diesen und anderen Mythen aus der antiken Eröffnungslehre hat die neue Spielergeneration inzwischen allerdings gründlich aufgeräumt.
 

Firouzja,Alireza - Mamedyarov,Shakhriyar [D02]

NIC Classic KO 2021 chess24.com INT (1.21), 28.04.2021

1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.Lf4 Lf5 4.c4 [Öfter geschieht 4.e3] 4...e6 5.Db3 [5.Sc3]

 

5...dxc4!? [Der vermeintliche Bauerngewinn ist in Wirklichkeit ein Bauernopfer. Schwarz bekommt dafür einigen Entwicklungsvorsprung. Interessant ist auch 5...Sc6!? 6.Dxb7 Sb4 7.Sa3 dxc4 8.Db5+ c6 9.Dxc4 Le7=. Nach dem viel häufiger gespielten 5...Dc8 hat Weiß gute Ergebnisse erzielt.]

6.Dxb7 Le4 7.Dxc7 Dxc7 8.Lxc7 Lb4+ 9.Sbd2 Sbd7 [In einer kürzlich gespielten anderen  Onlinepartie geschah 9...Ke7 10.a3 c3 11.axb4 cxb2 12.Ta2 Tc8 13.Txb2 Txc7= 0–1 (49) Bluebaum,M (2670)-Giri,A (2764) chess24.com INT 2021]

10.e3 Tc8 11.Lg3 Ld5 12.a3 La5 13.Tc1 Ke7

 

14.Kd1 [Weiß möchte aus der Fesselung raus, aber auf d1 bekommt der König später ein Schach. Die Maschine empfiehlt 14.Ke2 mit der komplizierten Folge 14...Sb6 15.Lh4 Sa4 16.e4 c3 17.b4 cxd2 18.Txc8 Txc8 19.exd5 Tc2 20.Sxd2 Lc7 21.Kd1 Ta2 22.Sb1=]

14...Sb6 15.Se5 [15.Lh4 Sa4 16.e4 Sxb2+ funktioniert mit dem König auf d1 nicht.]

15...Sa4 [15...Lxd2!? 16.Kxd2 Se4+ 17.Ke1 f6]

 

16.Tc2? [Danach ist die Partie verloren. 16.f3!? Sxb2+ 17.Kc2 scheint noch einigermaßen spielbar zu sein.]

16...Sxb2+ 17.Txb2 c3 18.Tb4 [18.Tb5 c2+ 19.Kc1 Lxd2+ 20.Kxd2 c1D+]

18...cxd2 19.f3 Tc1+ 20.Kxd2 Ta1 21.Kc2 Lxb4 22.axb4 Tc8+ 23.Kb2 Tcc1 0–1

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Firouzja war offenbar sehr beeindruckt, ließ in der zweiten Partie ein Remis durch Stellungswiederholung nach nur 16 Zügen zu und kam in der dritten Partie erneut unter die Räder. Für Mamedyarov ist es das erste Mal, das er ins Halbfinale eines Turniers der Meltwater-Tour einzieht.

Auch das Match zwischen Hikaru Nakamura und Le Quang Liem ging nicht über die volle Distanz. Am ersten Tag hatte Nakamura eine Partie gewonnen und die übrigen Remis gespielt. Am zweiten Spieltag gewann der US-Großmeister gleich die erste Partie und brachte seinen Gegner damit in noch größeren Zugzwang. Ein Sieg gelang Le nicht. Nach zwei Remis hatte Nakamura das Halbfinale ohne allzu großen Energieaufwand erreicht.

Karsten Müllers Endspielanalyse

 

 

"Es ist schon eine Weile her", sagte Nakamura, "dass ich ein Viertelfinale gewonnen habe, ein paar Monate. Das Halbfinale gegen Mamedyarov wird interessant werden. Er ist taktisch sehr, sehr gut."

Das Match zwischen Magnus Carlsen und Teimour Radjabov war das einzige, das am ersten Tag keinen Sieger fand. Alle vier Partien endeten remis.

Am zweiten Spieltag dominierte dann aber doch Magnus Carlsen. Nach einem weiteren Remis in Partie eins überspielte Carlsen seinen Gegner in der zweiten Partie. Die beiden übrigen Partien hielt Carlsen dann Remis und stand somit als weitere Halbfinalist fest. Er hat es dort mit Levon Aronian zu tun.

Partien der K.o.-Runden

 

Turnierseite...


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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