New York 1924, Runde 20: große Meister mit kleinen Schwächen

von Klaus Besenthal
24.05.2020 – José Raúl Capablanca und Doktor Emanuel Lasker sind zweifellos die größten zurzeit lebenden Koryphäen des Schachspiels, und folglich stehen sie auch beim Turnier in New York im Mittelpunkt des Geschehens: Weltmeister Capablanca befindet sich auf dem zweiten Rang der Tabelle, Lasker (Foto) steht auf dem Spitzenplatz. Kurz vor dem Ende kann einzig noch Capablanca Laskers finalen Sieg gefährden, doch bevor sich gestern dieses Bild verfestigen konnte, hatten die beiden großen Meister in ihren Partien der 20. Runde jeweils schwere Nöte durchzustehen gehabt.

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Ziemlich genau drei Jahre ist es jetzt her, dass Doktor Lasker beim Wettkampf in Havanna auf der Insel Kuba seinen Weltmeistertitel an José Raúl Capablanca abgetreten hat. Wer ihn nach diesem Ereignis bereits abgeschrieben hatte, der wird sein Urteil revidieren müssen: Nach der gestrigen 20. Runde spricht alles dafür, dass Lasker das so großartig besetzte Turnier von New York gewinnen wird.

In der Partie gegen Geza Maroczy musste Emanuel Lasker jedoch kritische Momente überstehen, bevor er schließlich die Nase vorn hatte:

 

In New York demonstriert der 56-jährige ehemalige Weltmeister Doktor Emanuel Lasker noch einmal seine großartigen Fähigkeiten

José Raúl Capablanca, der amtierende Weltmeister, berechnete in seiner Partie gegen Frederick Yates die langen, komplizierten Varianten nicht präzise genug, und so konnte er am Ende von Glück reden, als er mit einem Remis noch einmal davongekommen war:

 

Der Weltmeister wird sich voraussichtlich am Ende mit dem zweiten Platz begnügen müssen

Alexander Aljechin agierte gestern in seiner Schwarz-Partie gegen Frank Marshall noch einmal äußerst souverän, auch wenn es am Ende nur für ein Remis reichen sollte. Dieses Turnier kann Aljechin nun nicht mehr gewinnen, doch man kann sicher sein, dass man von diesem großartigen Spieler in der Zukunft noch viel hören wird.

Im Gegensatz zu Emanuel Lasker, Capablanca und Aljechin hat der zunächst so beeindruckend ins Turnier gestartete Richard Réti inzwischen vollkommen den Faden verloren. Gegen Edward Lasker agierte Réti gestern erneut weit unterhalb des Niveaus, das man als Beobachter normalerweise von ihm geboten bekommt:

 

Kurz  vor dem Ende dieses Groß-Turniers wirkt Richard Réti erschöpft

Ergebnisse der 20. Runde

Yates ½-½ Capablanca

Marshall ½-½ Aljechin 

Em. Lasker 1-0 Maroczy

Ed. Lasker 1-0 Réti

Janowski 0-1 Bogoljubow 

Tabelle nach der 20. Runde

 

Partien

 

Turnierseite



Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.

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