Nihal Sarin gewinnt Gazprom-Schönheitspreis

von Johannes Fischer
21.01.2021 – Früher gab es bei vielen Turnieren Schönheitspreise für herausragende Partien, aber leider ist dieser schöne Brauch ein wenig aus der Mode gekommen. Aber bei der FIDE Online Kadetten- und Jugendweltmeisterschaften 2020 zeigte man sich traditionsbewusst und verlieh einen Schönheitspreis. Gestiftet hat ihn die russische Firma Gazprom, gewonnen hat ihn der 16-jährige indische Nachwuchsstar Nihal Sarin für einen beeindruckenden Opferreigen. | Foto: Nihal Sarin (ChessBase India)

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Opferreigen

Der am 13. Juli 2004 geborene Inder Nihal Sarin gilt als eines der größten Talente der Welt. Mit 14 wurde er Großmeister und mit 14 erreichte er auch die Marke von 2600 Elo-Punkten. Das war in diesem Alter zuvor nur zwei Spielern geglückt: John Burke aus den USA und dem Chinesen Wei Yi.

Wobei Burkes Leistung zum Teil auch auf die Eigenheiten des Elo-Systems zurückzuführen ist. So lag der Amerikaner im Juli 2015 noch bei einer Elo-Zahl von 2258, doch durch eine Reihe guter Ergebnisse und einen K-Faktor von 40 hatte er einen Monat später, im August 2015, plötzlich eine Zahl von 2603. Im Moment kommt Burke auf 2522 Punkte und liegt damit fast 100 Punkte hinter Nihal Sarin, der aktuell 2620 Elo-Punkte auf die Waage bringt.

Im Dezember 2020 feierte der junge Inder einen weiteren Erfolg. Bei den FIDE Online Kadetten- und Jugendweltmeisterschaften gewann er in der Gruppe U18. Besonders spektakulär war dabei sein Sieg gegen Francesco Sonis – und für diese Glanzleistung erhielt Nihal Sarin jetzt den von der russischen Firma Gazprom gestifteten Schönheitspreis.

Abgestimmt hatten neun bekannte Schach-YouTuber – darunter Daniel King und Georgios "The Big Greek" Souleidis – und fünf der Preisrichter waren von dem Opferreigen Nihal Sarins besonders angetan.

Die Partie zum Nachspielen:

 

Sowohl Georgios Souleidis als auch Daniel King haben die Partie dann auf ihrem jeweiligen YouTube-Kanal gewürdigt.
 

Georgios Souleidis kommentiert den Gazprom-Schönheitspreis


Daniel King kommentiert den Gazprom-Schönheitspreis

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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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