Nikolaus 10.0

13.12.2007 – Alljährlich besucht der Nikolaus die ChessBase Büros - in diesem Jahr zum 10ten mal -, um den dort versammelten Kindern die christliche Botschaft und damit Inhalte des westlichen Wertesystems nahe zu bringen. Auf den, der sich für kurze Zeit den roten Filzmantel überstreifen muss, wartet jedoch eine schwere Prüfung. Unverhohlene Ablehnung, ja Hohn und Spott, schlugen den Darstellern in den letzten Jahren besonders vom jüngeren Publikum entgegen. Und auch in diesem Jahr war es wieder die erwartet schwere Aufgabe. Mehr...

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Nikolaus 10.0

Es muss nun schon so im zehnten Jahr sein, dass in den ChessBase Büros um den 6. Dezember herum der Nikolaus seine Aufwartung macht und versucht, den herbei zitierten Kindern der Mitarbeiter die christliche Botschaft des westlichen Wertesystems zu vermitteln. Zumindest das Herbeizitieren hat in den vergangenen Jahren noch einigermaßen reibungslos geklappt, doch damit ist es jetzt auch vorbei. Heutzutage ist es kaum noch möglich, bei einem etwa 10-jährigen Kind kurzfristig, also innerhalb der kommenden vier Wochen oder so, einen Termin zu bekommen, erst recht nicht für gesellige Veranstaltungen dieser Art, wo man nach alter Sitte einfach nur zusammen etwas Zeit verbringt.

Nein: Kinder haben heute einen dicht gedrängten Terminplan. So dauert alleine schon die Schule viel länger als früher. Nach weiteren Pflichtübungen wie Mittagessen und Hausarbeiten steht nicht mehr viel Zeit für weitere Aktivitäten zur Verfügung. In das verbliebene kurze tägliche Zeitfenster werden noch Betätigungen im Rahmen sportlicher Ertüchtigung und musikalischer Ausbildung gepackt. Wenn jetzt noch irgendwo Zeit zu finden ist, wird diese zum Chatten mit Freunden bei MSN genutzt oder zum Erledigen wichtiger Aufgaben im aktuellen PC oder PSP-Spiel. Natürlich gibt es noch wichtige gesellschaftliche Verpflichtungen mit Gleichaltrigen, wenn man sich z.B. beim "Chillen" trifft. Eltern ohne Englischkenntnisse wären hier stark im Nachteil und würden diesen termin womöglich für etwas Wichtiges halten.

Im Dezember, wenn die Schulen und Vereine ihre Nikolaus -oder Weihnachtsfeiern abhalten, wird der Terminstress besonders groß. So gesehen war es ein Wunder, dass in diesem Jahr überhaupt noch eine Nikolaus-Termin mit Kinderbeteiligung anberaumt werden konnte. ob dies noch einmal gelingen kann, wird die Zukunft zeigen.

Eine nicht unerhebliche Aufgabe beri der Organisation einer Nikolausfeier ist auch das alljährliche Auffinden eines geeigneten Darstellers für die Titelrolle. In Frage kommen nur stabile und unverbrauchte Persönlichkeiten, die nicht durch den wiederholt erlebten Ablauf früherer Nikolausfeiern in einen psychisch labilen Zustand versetzt wurden, der genau zu Beginn der Adventszeit seinen Höhepunkt zustrebt. So hat sich Mathias Feist, seinerzeit der zweite Nikolaus-Darsteller der ChessBase-Geschichte gerade jetzt in den Urlaub verabschiedet. Zufall? Haha.


Bei diesen Problemen kann man nur neidvoll auf Londonderry blicken.

Dort zogen in einem großen Aufmarsch 13.000 Nikoläuse durch die Straßen. Offenbar gab es keine Probleme, genug Leute zu finden, die sich an dieser Aktion beteiligen wollten. Aber keiner von denen musste auch je den Ernstfall erleben: Auftritt vor höhnisch grinsenden Kindern. Sonst sähe das ganz anders aus.

Wie auch immer. Am Ende wurde ein Würstchen gefunden, dass bereit war, seine Knochen hinzuhalten. Einzelheiten können an dieser Stelle jedoch nicht verraten werden  (Feind hat auch Internet und liest heimlich mit).


Da, der Nikolaus...

Nach den Jammerberichten aus den letzten Jahren haben wir übrigens einige mitleidsvolle Zuschriften von Lesern bekommen. An dieser Stelle sei allen gedankt, die uns Vorschläge zur besseren Inszenierung dieses frommen Fests unterbreitet haben. Auch wenn manches sich nicht hat realisieren lassen - allein dass man sieht, auf welcher Seite die Sympathien der Leser liegen, gibt uns viel Kraft und lässt uns neuen Mut schöpfen.


Hihi...


... hoho...


... der Nikolaus, hähä

Wahrscheinlich war es ein Fehler, dass wir von Anfang an auf Knecht Rupprecht verzichtet haben. Zusammen mit dem guten Nikolaus hätte ein ekliger Knecht Rupprecht, in Lumpen und mit Russ beschmiert, den Kindern auf ideale Weise das good cop-bad cop-Konzept vermitteln können. Zuckerbrot und Peitsche, hier wäre es die Rute, sind ja bekanntlich von jeher das Grundprinizip aller geordneten Verhältnisse. Heute kann dieses Versäumnis kaum mehr nachgeholt werden. Wer keinen Respekt vor einem Mann im roten Filzmantel hat, wird auch den Polizist bei der Verkehrskontrolle später frech angrinsen und behaupten, das Tacho sei kaputt.

Mit dem dreijährigen Jan Oke gab es zum Glück noch ein Kind, das dem mythischem Zauber des Nikolausbrauchs unvoreingenommen und positiv gegenüberstand.


Jan Oke

Einige unangenehme Nachfragen zum Verhalten in Konfliktsituationen wurden mit stoischer Gelassenheit entgegen genommen. Der Hinweis, beißen und hauen, seien ungeeignete Mittel zur Lösung derselben, dankend und gelehrig verinnerlicht. Ein großer Autotransporter entschädigte für die dann allerdings doch zunehmend lästiger werdenden Ausführungen.

Dieses Verhalten wäre auch für die anderen Beispiel gebend gewesen - aber von wegen: Anhand der in der Bilddokumentation beweiskräftig abgebildeten Körpersprache der Angesprochenen lässt sich erkennen, mit welch unverhohlener Ablehnung dem Nikolaus bzw. seinem Darsteller begegnet wurde.



Selbst einige Erwachsene waren nicht in der Lage, den nötigen Ernst aufzubringen.


Grins...


Wieher...


Oliver glaubt vor allem an Schokolade

Nur wenige Teilnehmer zeigten sich Situation gewachsen und brachten den feierlichen Vorgang mit Würde zu Abschluss.


Ben und Wolfgang finden den Auftritt total gelungen und können sich vor Begeisterung nicht halten

Nach dem Abgang des Nikolaus hätte man die Sache ja auf sich beruhen können. Aber nein! Es wurde nachgetreten:

- "Naja", hieß es aus dem Kreis der jungen Leute, "in den letzten Jahren haben auch schon Darsteller gehabt, die die Nuancen der Rolle besser wahrgenommen haben. "Es fehlte auch etwas an Esprit und Witz!"  "Eine plastische und differenzierte Zeichnung des Charakters ist nicht gelungen." "Etwas mehr Sorgfalt bei der Gestaltung des Kostüms, z.B. ein anderes Schuhwerk, hätte der Vorführung gut getan, Dann wäre die Illusion zwar auch nicht gelungen, aber als Zuschauer hätte man immerhin gewusst, was gemeint war.!" "Er war heute auch etwas kurz angebunden!"

Später schlichen einige Rädelsführer in die hintersten Ecken des Lagers, fanden das inzwischen dort abgelegte Nikolauskostüm, sicherten Spuren und machten mit ihren Foto-Handys  Beweisfotos und Videos.

Videobeweis:





Nikolauskostüm im Lager

Um die Demütigung perfekt zumachen, ließen sie ich dann auch noch selber im Nikolauskostüm ablichten.




Amateurfoto mit dem Handy. Total unscharf (bätsch)...

"Im nächsten Jahr nehmen wir die Sache selbst in die Hand."

 

Nikolaus: So war es früher:


Nikolaus 2006... Nikolaus 2005... Nikolaus 2004...

Nikolaus 2003... Nikolaus 2002... Nikolaus 2001...

 

André Schulz
Fotos: Benjamin Bartels, Frederic Friedel

 

 

 

 


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