Nisipeanu ist Europameister

02.07.2005 – Nach einer spannenden Schlussrunde ist Liviu-Dieter Nisipeanu Europameister. In der entscheidenden Partie konnte er einen Königsangriff des punktgleichen Alexander Beliavsky erfolgreich abwehren und den Titel erringen. Im Verfolgerduell schlug Teimour Radjabov Alexey Dreev und kam dadurch auf den ungeteilten zweiten Platz. Über die Bronzemedaille und die letzten Qualifikationskämpfe zur Weltmeisterschaft entscheiden heute eine Reihe von Stichkampfen. Bester Deutscher wurde Arkadij Naiditsch auf Platz 23. Turnierseite...Tabelle, Partien, Bericht...

ChessBase 15 - Megapaket ChessBase 15 - Megapaket

Kombinieren Sie richtig! ChessBase 15 Programm + neue Mega Database 2019 mit 7,4 Mio. Partien und über 70.000 Meisteranalysen. Dazu ChessBase Magazin (DVD + Heft) und CB Premium Mitgliedschaft für ein Jahr!

Mehr...


17.Juni bis 2.Juli

Partien der ersten Runde...

Partien der zweiten Runde...

Partien der dritten Runde...

Partien der vierten Runde...

Partien der fünften Runde...

Partien der sechsten Runde...

Partien der siebten Runde...

Partien der achten Runde...

Partien der neunten Runde...

Partien der zehnten Runde...

Partien der elften Runde...

Partien der zwölften Runde...

Partien der 13. Runde liegen noch nicht vor

Liviu-Dieter Nisipeanu is Europameister
Fotos: Turnierseite

Zum Abschluss der Europameisterschaften in Warschau lieferten sich Alexander Beliavsky und Liviu-Dieter Nisipeanu sowie Alexey Dreev und Teimour Radjabov gestern spannende Partien im Kampf um Platz Eins und den Titel des Europameisters.



In der Partien der beiden Spitzenreiter würde der Gewinner Europameister werden und tatsächlich lieferten sich Alexander Beliavsky und Liviu-Dieter Nisipeanu ein packendes Gefecht auf Biegen und Brechen, statt mit einem Unentschieden die Entscheidung auf die heutigen Stichkämpfe zu verschieben. Beliavsky griff mit den weißen Steinen an und brachte ein geistreiches Figurenopfer, das ihm viele Angriffsfortsetzungen ermöglichte. Nisipenau verteidigte sich aufmerksam. Möglicherweise gab es noch bessere Angriffsmöglichkeiten für den ehemaligen WM-Kandidaten, am Ende verpasste er ein Remis durch Dauerschach und musste schließlich die Partie aufgeben, wodurch Nisipeanu Europameister wurde. Es ist der zweite große Erfolg des Rumänen mit deutschen Wurzeln nach seiner Vizeweltmeistertitel in Las Vegas 1999, als er u.a. Ivanchuk und Shirov ausschaltete und nur knapp gegen Khalifman unterlag.

Fünf Spieler lagen vor der letzten Runde mit einem halben Punkt in Lauerstellung und hätten im Falle eines Unentschieden am Spitzenbrett durch einen Sieg die Stichkämpfe um den Titel erreichen können. Von diesen verabschiedeten sich Aronian und Asrian durch ein schnelles Remis gleich aus dem Rennen um den Titel. Ivanchuk konnte mit den schwarzen Steinen spielend Moissenko nicht ernsthaft gefährden; diese Partie endete schließlich ebenfalls Remis.

Seine Chance nutzte hingegen Teimour Radjabov. Im Duell der Remispragmatiker konnte er mit den schwarzen Steinen Alexey Dreev in einem Königsinder relativ überzeugend bezwingen und wieder einmal zeigen, welches Talent in ihm schlummert. Leider zeigt sich der junge Aserbeidschaner besonders mit den schwarzen Steinen viel zu viel Friedfertigkeit und begnügt sich oft mit kurzen Remisen. Statt in die Spitzengruppe der Spieler mit 2700+ vorzustoßen, stagniert er. Gestern wurde sein Kampfeswille jedoch mit dem Titel des Vizeeuropameisters (und 16.000 Euro Preisgeld) belohnt.

Sergey Karjakin, der in der zweiten Hälfte des Turniers das Feld anführte, war durch zwei Niederlagen in Folge zurück geworfen worden. Gestern kam er wieder zu einem Sieg gegen Cao Sang und wurde dadurch mit neun Punkten geteilter Dritter bis Neunter. Von seinen dreizehn Partien endeten gerade einmal zwei Remis. Er gewann acht und verlor drei Partien. Das ehemalige Schachwunderkind, erstmals als 12-jähriger Sekundant des späteren FIDE-Weltmeisters Ponomariov in Erscheinung getreten und heute 15 Jahre alt, zeigt eine überaus kämpferische Einstellung, lässt sich durch Niederlagen nicht entmutigen und hat seine Entwicklung bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Nicht umsonst hat Kasparov ihn als möglichen späteren Weltmeister genannt.


Sergey Karjakin

Nur einen Punkt weniger als Karjakin erzielte der junge Norweger Magnus Carlsen. In Plätzen macht dies allerdings bei einem Open einen großen Unterschied. Carlsen wurde 34ter. Ebenfalls auf acht Punkte kam Yuri Kozubov, ein weiteres Riesentalent aus der Ukraine, der in Bezug auf die Medienaufmerksamkeit etwas im Schatten von Lahno und Karjakin steht. Er gewann u.a. gegen Graf, Kiril Georgiev und Alexeev.

Auf Rang 23 platzierte sich mit der gleichen Punkzahl Arkadij Naiditsch als bester Deutscher. In der letzten Runde konnte er im deutsch-deutschen Duell David Baramidze schlagen. Mit einem halben Punkt weniger platzierte sich Alexander Graf auf Rang 63.


Alexander Graf

In der Gruppe der Spieler mit 7 Punkten, etwas über 50%, die die Plätze 69-104 umfasst, findet man so prominente Namen wie Viktor Bologan, Michal Krasenkow, Jobava Baadur, Kiril Georgiev, Laurent Fressinet, Yannick Pelletier oder Peter Heine Nielsen. Hier haben sich Rustem Dautov und David Baramidze platziert.


Viktor Bologan

Sechs Punkte erzielte Leonid Kritz (131.). Thomas Michalszak (178.) kam ebenso wie Christian Maier auf 5,5 Punkte (183.). Stefan Löffler und Sebastian Siebrecht holten fünf Punkte (186. und 189.). Die gleiche Punktzahl hatte am Ende Bjoern Bente (195.). Dr. Christan Bleis sammelte 4,5 Punkte (214.).

Der einstige schwedische WM-Kandidat Ulf Andersson kam auf logische 6,5 Punkte = 50 Prozent. Seinen Sieg in Runde 11 kompensierte er mit einer Niederlage in Runde 12. Die übrigen 11 Partien endeten Remis, wobei er dieses Ergebnis meist erst nach langem Kampf erzielte. Eine Partie endete schon nach 10 Zügen, aber die übrigen dauerten alle länger als 30 Züge, die längste 95 Züge.

Über die Vergabe der Bronzemedaille und die letzten Qualifikationsplätze zur Weltmeisterschaft entschieden heute eine Reihe von Stichkämpfen.

André Schulz

Stand nach 13 Runden, sortiert nach mittlerer Buchholz

 1 Nisipeanu Liviu-Dieter 2670 10
 2 Radjabov Teimour 2673 9.5
 3 Karjakin Sergey 2635 9
 4 Ivanchuk Vassily 2739 9
 5 Aronian Levon 2693 9
 6 Beliavsky Alexander G 2630 9
 7 Eljanov Pavel 2641 9
 8 Moiseenko Alexander 2665 9
 9 Asrian Karen 2611 9
10 Milov Vadim 2653 8.5
11 Tiviakov Sergei 2631 8.5
12 Jakovenko Dmitry 2608 8.5
13 Rublevsky Sergei 2645 8.5
14 Kotronias Vasilios 2578 8.5
15 Sokolov Ivan 2662 8.5
16 Timofeev Artyom 2622 8.5
17 Kobalia Mikhail 2644 8.5
18 Dreev Alexey 2705 8
19 Pantsulaia Levan 2496 8
20 Najer Evgeniy 2615 8
21 Balogh Csaba 2531 8
22 Popov Valerij 2568 8
23 Naiditsch Arkadij 2626 8
24 Efimenko Zahar 2620 8
25 Malakhov Vladimir 2670 8
26 Sakaev Konstantin 2672 8
27 Cao Sang 2536 8
28 Movsesian Sergei 2628 8
29 Iljushin Alexei 2543 8
30 Motylev Alexander 2680 8
31 Smirnov Pavel 2624 8
32 Fedorov Alexei 2602 8
33 Kuzubov Yuriy 2558 8
34 Carlsen Magnus 2548 8
35 Ftacnik Lubomir 2540 8
36 Cheparinov Ivan 2621 8
37 Areshchenko Alexander 2595 8
38 Wojtaszek Radoslaw 2569 8
39 Gritsak Orest 2537 8
40 Azarov Sergei 2572 8
41 Macieja Bartlomiej 2613 8
42 Korneev Oleg 2611 8
43 Bobras Piotr 2501 8
44 Izoria Zviad 2602 8
45 Palac Mladen 2574 8
46 Minasian Artashes 2597 8
47 Sargissian Gabriel 2630 8
48 Dizdar Goran 2524 8
49 Bocharov Dmitry 2574 8
50 Markus Robert 2584 8
51 Roiz Michael 2579 8
52 Socko Bartosz 2583 8
53 Erenburg Sergey 2575 8
...
229 Spieler



Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren