10.06.2022 – In der achten und vorletzten Runde des Norway Chess Turniers litt Vishy Anand, der in Stavanger bislang großartig gespielt hatte, unter einem Anfall von Schachblindheit und übersah gegen Shakhriyar Mamedyarov ein zweizügiges Matt. Nach diesem Sieg liegt Mamedyarov vor der letzten Runde einen halben Punkt hinter Magnus Carlsen, der mit Weiß gegen Maxime Vachier-Lagrave spielte und in der klassischem Partie und im Armageddon am Rande einer Niederlage stand. Doch Carlsen hielt die klassische Partie Remis und gewann im Armageddon und verteidigte die Tabellenführung. | Fotos: Lennart Ootes
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Eine bittere Niederlage
In dieser Stellung, die aus einer Russischen Verteidigung entstanden ist, spielte Anand den nahe liegenden Zug 22.Db5?, mit dem er den Turm auf e8 angreift und um den Besitz der e-Linie kämpft. Doch gleich nachdem er den Zug ausgeführt hatte, sah er, warum das ein Fehler war: nach 22...Dxf3+ 23.Kxf3 Sh4# wird Weiß in zwei Zügen Matt gesetzt.
Anand vervollständigte sein Partieformular, aber gab sofort auf, als Mamedyarov, der sich die anderen Partien angeschaut hatte, ans Brett zurückgekehrt war. Offensichtlich wollte er nicht warten, bis Mamedyarov das Matt ebenfalls sah.
Wie Mamedyarov nach der Partie einräumte, hatte er das Matt nicht sofort gesehen, sondern hatte sogar damit gerechnet, dass Weiß 22.Db5 spielen würde. Aber bei seiner Rückkehr ans Brett hätte ihm Anands Gesichtsausdruck verraten, dass irgendetwas nicht in Ordnung war. Aber das zweizügige Matt hätte ein Angriffsspieler wie Mamedyarov, der immer nach taktischen Möglichkeiten Ausschau hält, mit Sicherheit gesehen.
Shakhriyar Mamedyarov | Foto: Lennart Ootes
Mit diesem Sieg übernahm Mamedyarov die virtuelle Tabellenführung und konnte verfolgen, was in der Partie zwischen Magnus Carlsen und Maxime Vachier-Lagrave geschah. Mit einem Sieg in der klassischen Partie hätte Carlsen vor der letzten Runde 3,5 Punkte Vorsprung gehabt und wäre Turniersieger gewesen. Bei einem Sieg von Vachier-Lagrave hätten sich Mamedyarov und "MVL" vor der letzten Runde die Plätze eins und zwei geteilt. Tatsächlich standen die Chancen dafür lange Zeit sehr gut.
Carlsen eröffnete mit 1.d4 und Vachier-Lagrave vertraute einmal mehr seiner Lieblingsvariante gegen 1.d4: der Grünfeld-Verteidigung. Carlsen fand kein überzeugendes Konzept und geriet allmählich in Bedrängnis, konnte sich aber in ein Endspiel mit Turm und ungleichfarbigen Läufern retten, in dem er einen Bauern weniger hatte. Allerdings war dieses Endspiel auch für einen Endspielkünstler wie Carlsen schwer zu verteidigen, aber auch "MVL" verpasste mehrfach den Gewinn.
Hier spielte der Franzose 48...Kg6, was nach 49.Td5 g4 50.Lxf5 zu einem Endspiel führte, das Weiß mit präzisem Spiel halten kann. Statt 48...Kg6 konnte Schwarz mit 48...gxh4 jedoch gewinnen, denn nach 49.Lxf5 h3+ 50.Lxh3 Tg3+ 51.Kh2
verfügt er über den studienartigen Zug 51...Lb8! Egal, was Weiß jetzt zieht, er verliert Material, da Schwarz immer ein vernichtendes Abzugsschach geben kann.
Doch "MVL" verpasste diese Möglichkeit und verpasste auch im weiteren Verlauf der Partie Gewinnmöglichkeiten in diesem schwierigen Endspiel. So konnte Carlsen, der das gesamte Endspiel hindurch nur wenige Sekunden auf der Uhr hatte, sich schließlich in das Endspiel Turm+Läufer gegen Turm retten, das Vachier-Lagrave jedoch schnell Remis gab.
Auch in der anschließenden Armageddon-Partie verpasste "MVL" mehr als eine gute Chance:
Maxime Vachier-Lagrave fehlte nur ein Quäntchen Glück | Photo: Lennart Ootes
Mit diesem Sieg konnte Carlsen seine Tabellenführung verteidigen, aber der Kampf um den Turniersieg ist noch völlig offen, denn theoretisch haben noch alle vier Spieler an der Spitze Chancen. Das macht die neunte und letzte Runde so spannend.
Johannes FischerJohannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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