Wenn ein Spieler der Weltspitze eine gut vorbereitete neue Idee in der Praxis ausprobiert, dann muss die Gelegenheit dies auch wert sein, denn anschließend kennt die ganze Welt diesen neuen Zug und weiß auch sogleich, wie korrekt darauf reagiert werden muss. Die Partie gegen Sergey Karjakin hatte für Ian Nepomniachtchi offenbar diese hohe Bedeutung.
Nicht neu ist, dass der schwarze Turm h8 in der "Berliner Mauer" via h6 ins Spiel zu kommen versucht, aber die virtuose Art und Weise, wie Nepos beide weißen Springer diesem Turm den Garaus gemacht haben, war für Karjakin wohl eine große Überraschung:

Nepo, aktueller Herausforderer von Weltmeister Carlsen, war an diesem Abend in Stavanger besser als Sergey Karjakin, der vor fünf Jahren knapp gegen Carlsen verloren hatte
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— Norway Chess (@NorwayChess) September 11, 2021
Where did Nf6 come form?? @lachesisq explains the story behind the deciding move of his game with @SergeyKaryakin. #NorwayChess #Berlin pic.twitter.com/0D5kKN3DqS
Ein Sieg im klassischen Schach bringt bei diesem Turnier drei Punkte; bezwingt man seinen Gegner (nach einem Remis im klassischen Schach) erst in der Armageddonpartie, dann wird das Duell mit 1,5:0,5 gewertet.