Norway Women's Chess: Koneru, Ju Wenjun und Lei Tinjie mit Armageddon-Siegen

von André Schulz
28.05.2024 – Im Norway Women*s Chess sind die Teilnehmerinnen ihren männlichen Kollegen in den Turnierbedingungen und auch dem Preisgeld völlig gleichgestellt. Auch in den Ergebnissen eifern sie ihnen nach. Alle drei regulären Partien endeten remis. | Fotos: Norway Chess/Stev Bonhage

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Das Jahr 2024, das 12. Turnierjahr des Norway Chess in Stavanger, bringt als Novität ein zusätzlich durchgeführtes Frauenturnier, das Norway Women's Chess. Die Idee der Organisatoren ist es, das Spitzenschach der weiblichen Profis zu fördern und dem Profischach der Männer gleichzustellen. Aus diesem Grund sind alle Turnierbedingungen die gleichen wie beim Turnier der Männer, die Anzahl der Spieler, das Format und auch das Preisgeld von 1 690 000 NOK (148.000 Euro), nach diesem Verteilungsschlüssel:

1. Platz: 700 000 NOK 
2. Platz: 350 000 NOK
3. Platz: 200 000 NOK
4. Platz: 170 000 NOK
5. Platz: 150 000 NOK
6. Platz: 120 000 NOK

Wie im Norway Chess den amtierenden Weltmeister Ding Liren, hatte man im Norway Women's Chess die amtierende Weltmeisterin Ju Wenjun eingeladen.

Außerdem bewerben sich die Spitzenspielerinnen Lei Tingjie, Humpy Koneru und Anna Muzychuk um die Preisgelder. Vaishaili bildet das Pendant zu ihrem Bruder Praggnanandhaa und Pia Cramling vertritt als beste Skandinavierin die Farben Nordeuropas. 

Auch bei den Ergebnissen der ersten Runde sorgten die Frauen für Gleichstellung, denn wie im Norway Chess endeten auch im Norway Women's Chess alle drei regulären Partien remis, allerdings zum Teil erst nach sehr langem Kampf.

Ein einigermaßen kurzes, aber ganz unterhaltsames Gefecht lieferten sich Anna Muzychuk, mit den weißen Steinen spielend, und Lei Tingjie in der Französischen Tarraschvariante. Im 30. Zug endete die Partie in einer dreifachen Stellungswiederholung jedoch ohne Siegerin.

In der folgenden Armageddonpartie wiederholten die beiden Spielerinnen die Variante aus der regulären Partien. Muzychuk musste als Weißspielerin mit mehr Zeit auf der Uhr auf Gewinn spielen und übersah dabei einen Konter mit einem Springereinschlag auf g3. 

Pia Cramling führte gegen Humpy Koneru die weißen Steine und sah sich mit einem ziemlich extravagenten Aufbau ihrer Gegnerin nach Art von Nimzowitsch konfrontiert. Die Grand Dame des weiblichen Profischachs kam damit aber gut zurecht und erreichte eine Gewinnstellung, aber...

In der Armageddonpartie hatte Koneru mit Schwarz im Endspiel einen Mehrbauern, begnügte sich aber mit einem Remis, was ihr auch zum Gewinn des halben Extrapunktes reichte.

Ju Wenjun und Vaishali betätigten sich auf dem Gebiet einer Modevariante der Grünfeld-Verteidigung (8.Lb5), mit der Weltmeisterin als Führerin der weißen Steine. Die Chinesin gab in der Eröffnung einen Bauern und hatte schließlich beim Übergang ins Endspiel mit Damen und ungleichfarbigen Läufern einen Bauern mehr. Zum Gewinn reichte das nicht, obwohl sich die Chinesin bis zum 80. Zug bemühte.

In der Armageddon-Verlängerung wich die Weltmeisterin der Grünfeld-Verteidigung aus, gab aber in der Eröffnung erneut einen Bauern und erhielt gutes Spiel. Im Verlauf des Mittelspiels überspielte Ju Wenjun dann Vaishali und gewann souverän die Partie.

Partien

Armageddonpartien

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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