Online-Olympiade für Menschen mit Behinderung: Abschlussbericht

von ChessBase
05.12.2020 – Polen hat vor wenigen Tagen die 1. FIDE Online Olympiade für Menschen mit Behinderung gewonnen. Zweiter wurde Russland, Platz 3 ging an die Ukraine. Das Foto zeigt die Spieler und Spielerinnen des polnischen Siegerteams, die das Turnier natürlich aus ihren jeweiligen "Homeoffices" heraus bestreiten mussten. Ulrike Vogel hat einen Abschlussbericht geschrieben. | Fotos: FIDE

ChessBase 16 - Megapaket Edition 2022 ChessBase 16 - Megapaket Edition 2022

Dein Schlüssel zu frischen Ideen, präzisen Analysen und zielgenauem Training! ChessBase ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Jetzt mit den neuen Datenbanken Mega 2022 und der Fernschachdatenbank Corr2022! Außerdem neu im Megapaket: 1 Gutschein für ein Profi-Powerbook Ihrer Wahl + 250 ChessBase-Dukaten!

Mehr...

Von Ulrike Vogel

Der Internationale Tag für Menschen mit Behinderung markierte den Abschluss der 1. FIDE Online Olympiade für Menschen mit Behinderung

Die erste Auflage dieses Turniers startete am 20. November 2020 mit fast 400 Teilnehmern, die in 59 Mannschaften spielten und insgesamt 44 Nationen vertraten. In den ersten sieben Runden gab es ein paar sehr interessante Partien und auch einige Überraschungen. Das erste polnische Team, Deutschland, das erste philippinische Team und Israel waren die Topfavouriten zu Beginn des Turniers, jedoch fand man nur eines dieser Teams auf dem Treppchen. Die Mannschaft der Ukraine, die den 3. Platz belegte, war in der Startliste auf Platz 13 und legt eine starke Leistung vor. Die Zweiplatzierten Russland lagen nach der Qualifkationsrunde zwar eindeutig in der Führung, mussten aber im Finale doch den Sieg an die erste polnische Mannschaft abgeben.

Platz 2: Russland

Die Ukraine kam auf Platz 3 ins Ziel

Alle gespielten Partien kann man auf Tornelo (https://tornelo.com/chess/orgs/fide/events/fide-online-olympiad-for-people-with-disabilities/pairings) finden. Dieses neue Format, eine separate Olympiade für Menschen mit Behinderung auszuführen, gab vielen Spielern weltweit erstmals die Möglichkeit bei einem internationalen Turnier ihr Land zu vertreten und Mannschaften von 4 Kontinenten waren mit am Start. Obwohl keine An- und Abreise zum Turnier erforderlich war, gab es für einige Förderationen Herausforderungen – nicht in allen Ländern sind stabile Internetverbindungen und die nötige technische Ausstattung selbstverständlich.

Mit einem Altersunterschied von fast 70 Jahren zwischen dem jüngsten und ältesten Teilnehmer war es klar zu sehen, dass Schach etwas für alle ist! Im Startfeld gab es einige Namen, die aufmerksamen Zuschauern bekannt vorkamen: GM Marcin Tazbir aus Polen ist der amtierende Weltmeister für Menschen mit Behinderung und Stanislav Babarykin gewann zuvor 2013 diesen Titel beim Turnier in Dresden. FM Ilja Lipilin aus Russland ist derzeitiger Juniorenweltmeister für Menschen mit Behinderung und er war nicht der einzige Teilnehmer der Juniorenweltmeisterschaft 2019, der sein Land am Brett vertrat.

Hinter den Kulissen gab es einige Neuerungen: unter den knapp 100 Leuten, die in der Ausführung der Olympiade involviert waren, gab es 65 Assistenten, die blinden Spielern die Teilnahme am Turnier ermöglichten. Eine solche Adaption wurde hier erstmals auf internationaler Ebene eingeführt, um auch den sehschwächsten Spielern eine Chance zu geben, ihr Land zu repräsentieren.

Einige der Teams hatten sehr gute Partien: die Mannschaft der USA war nach der 7. Runde auf Platz 16 trotz ursprünglichem Rang 39 in der Startliste. Auch Ungarn arbeitete sich von Rang 20 auf den 11. Platz vor. Es gab natürlich auch Mannschaften, die überraschend am Ende nicht auf den höheren Plätzen lagen.

Während des Turniers konnte man nicht nur dem Geschehen folgen, sondern es gab auch tägliche Liveübertragungen. Während dieser Stunde wurde natürlich ein Blick auf das Spielbrett geworfen, aber es gab auch sehr interessante Gespräche über Schach und Motivation, warum es so wichtig ist, Schach für alle zu unterstützen. Nicht nur Kommissions- und FIDE-Mitglieder hatten ihr Sagen, sondern auch Eltern, Spieler und Trainer. Alle Videos kann man sich auf dem Youtube Kanal der FIDE gerne anschauen (https://www.youtube.com/c/fidechannel/videos). 

Nun heißt es abwarten, was das nächste Jahr bringt – hoffentlich wird es möglich sein, dieses Turnier am Brett austragen zu können.

Weitere Informationen über die Arbeit der DIS Kommission gibt es auf deren Webseite.


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren