OSC auf Meisterkurs

11.03.2008 – Der amtierende Meister OSC Baden-Baden steuert ungefährdet der Titelverteidigung entgegen. Auch ohne seine Linares-Teilnehmer Anand, Shirov und Carlsen gab es am Wochenende zwei Siege. Ganz so einfach, wie die Ergebnisse es vielleicht erscheinen lassen, waren die Wettkämpfe gegen Eppingen und Tegernsee jedoch nicht. Eppingen trat in Bestbesetzung und bot am Samstag lange Zeit Paroli. Und auch am Sonntag verlief der Wettkampf gegen Tegernsee anfangs nicht viel versprechend für das Grenke-Team. Fabian Döttling berichtet aus der Sicht des Meisters.Webseite des OSC Baden-Baden...Mehr...

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OSC einsam an der Spitze – Meisterschaft so gut wie entschieden


Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung hat der OSC Baden-Baden das hervorragend ausgerichtete Bundesligawochenende in Eppingen mit zwei verdienten Siegen in spannenden Kämpfen gegen die gastgebenden Eppinger und den TV Tegernsee hinter sich gebracht. Mit nach wie vor fünf Punkten Vorsprung auf Mülheim bei noch vier ausstehenden Runden (d.h. acht möglichen Punkten) müsste es schon mit dem Teufel zugehen, falls uns die erneute Titelverteidigung nicht gelingen sollte.

Bereits im Vorfeld war uns dabei klar, dass das Wochenende nicht ganz einfach werden würde, da wir auf unsere Linares-Kämpfer Vishy Anand, Magnus Carlsen und Alexei Shirov verzichten mussten, und es für unsere Gegner, vor Allem Eppingen, um eine ganze Menge gehen würde. Die Eppinger steckten nämlich mitten im Abstiegskampf und mussten unbedingt an diesem Wochenende punkten, um sich etwas zu befreien. Der Willen, eine Sensation zu schaffen und dem OSC den einen oder andere Punkt abzunehmen, spielte sicherlich auch eine Rolle dabei, dass die Verantwortlichen beim SC Eppingen zu unserer Überraschung tatsächlich ihre absolute Bestbesetzung, die stärkste Eppinger Mannschaft aller Zeiten, ihre ersten Acht, aufbieten sollten. Der Kampf entwickelte sich dann auch erwartungsgemäß ausgeglichen. Am Spitzenbrett glich der Wahlniederländer Sergei Tiviakov gegen unseren Peter Svidler recht problemlos aus, was zur baldigen Punkteteilung führte. Sergei Movsesian und ich selbst hatten an den Brettern vier und acht mit Schwarz gegen die Eppinger Ungarn Gyimesi und Medvegy kaum Probleme, was ebenfalls zu schnellen Punkteteilungen führte. Etienne Bacrot, der am zweiten Brett in eine Vorbereitung von Berkes gelaufen war, stand kritisch, konnte allerdings durch die Investition eines Großteils seiner Bedenkzeit die richtigen Züge finden und ausgleichen, was ebenfalls die Punkteteilung zur Folge hatte. Dann konnten wir mit Liviu-Dieter Nisipeanus Erfolg an drei über den starken deutschen Nachwuchsspieler und ehemaligen Jugendweltmeister Arik Braun in Führung gehen. Dem folgten dann ebenfalls wenig spektakuläre Punkteteilungen an fünf und sieben, sodass unser Neuzugang und Topscorer, die deutsche Nr.1 Arkadij Naiditsch, in einem vorteilhaften Endspiel gegen den Ungarn Peter Acs als Letzter zu Gange war, das er nach fünf Stunden Spielzeit souverän zum Sieg und 5:3 Endstand führte.

Tags darauf ging es gegen die Tegernseer, die samstags überraschend ein 4:4 gegen Trier abgegeben hatten. Ein Problem ergab sich für Mannschaftsführer Sven Noppes beim Wecken unseres Franzosen Etienne Bacrot, der trotz wiederholter Versuche seitens des Weckers und Arkadij Naiditschs einfach nicht den Weg aus dem Bett fand, und somit letztlich erst mit fünfzehn Minuten Verspätung ans Brett kam.

Der Mannschaftskampf selbst entwickelte sich anfangs gar nicht so viel versprechend für uns. Peter Svidler stand eigenen Bekundungen zufolge am Spitzenbrett gegen den starken Ukrainer Andrei Volokitin nach der Eröffnung „very bad, almost lost“. Ähnlich kritisch sah Etienne Bacrot seine Stellung gegen Igor Khenkin, weswegen er bereits nach elf Zügen in die Punkteteilung einwilligte. Bald darauf folgten Punkteteilungen an drei zwischen Liviu-Dieter Nisipeanu und Andrei Sokolov, an vier zwischen Sergei Movesian und Zoltan Ribli, sowie an fünf zwischen Harikrishna Pentala und Eduardas Rozentalis was freilich den Druck auf die verbleibenden Brettern erhöhte, zumal Philipp Schlosser gegen Stefan Kindermann bereits ziemlich kompensationslos zwei Bauern eingebüßt hatte, ich am letzten Brett gegen David Groß eine unklare, wohl ausgeglichene Stellung auf dem Brett hatte, und einzig Arkadij Naiditsch über gewisse Vorteile gegen Bundestrainer Uwe Bönsch verfügte.

Peter Svidlers Stellung erwies sich allerdings wohl als nicht ganz so schlecht, wie er meinte, denn nach dreieinhalb Stunden war es ihm gelungen Volokitin niederzukämpfen, was die Wende im Kampf einleitete. Daraufhin gelang es nämlich auch mir am achten Brett in beiderseitiger Zeitnot die gegnerische Dame mitten in meinem Lager zu fangen, woraufhin im vierzigsten Zug die Aufgabe meines Gegners folgte. Zudem musste Bundestrainer Bönsch kurz nach der Zeitkontrolle gegen Arkadij Naiditsch, der nunmehr sensationelle 8,5 aus 9 vorweisen kann, aufgeben, wodurch der Mannschaftssieg beim Zwischenstand von 5:2 sicher stand. Durch zähe Verteidigungskünste gelang es schließlich auch noch Philipp Schlosser seine miserable Stellung zu halten und den Endstand von 5,5:2,5 perfekt zu machen, der sicherlich zu hoch für den eigentlichen Kampfverlauf ausgefallen war.

Weitergehen wird es in vier Wochen bei unserem Reisepartner in Trier wo wir auf die SF Katernberg und den SV Mülheim-Nord treffen werden und die Chance haben bereits vorzeitig die Meisterschaft zu entscheiden. (GM Fabian Döttling)
 

 

 


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