OSC Baden Baden auf bestem Weg

07.02.2007 – Die Titelverteidigung ist für den OSC Baden Baden in greifbare Nähe gerückt. Während der Meister in Tegernsee seine Aufgaben gegen den Gastgeber und gegen Eppingen ungefährdet löste, ließen die Konkurrenten aus Köln und Bindlach Federn. Allerdings fuhr das Team aus Baden Baden mit gemischten Gefühlen zum südlichsten aller Bundesligaklubs. In den letzten beiden Jahren büßte man gegen Tegernsee jeweils wichtige Punkte im Kampf um den Meistertitel ein. Diesmal stand Tegernsee mit seinen Spitzenbrettern Bu (Foto) und Alexandrov erneut bereit, dem Favoriten ein Bein zu stellen. Fabian Döttling berichtet. OSC Baden Baden...Mehr...

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OSC auf bestem Weg zur Titelverteidigung
Von Fabian Döttling
Fotos:
www.zugzwang.de

Am vergangenen Wochenende hat der OSC Baden-Baden einen Riesenschritt in Richtung erfolgreicher Titelverteidigung getan. Die von der Grenkeleasing AG gesponserte Mannschaft  besiegte im bayrischen Bad Wiessee die beiden nahezu in Bestbesetzung spielenden Mannschaften des TV Tegernsee und SC Eppingen relativ ungefährdet, während die schärfsten Konkurrenten um den Meistertitel, Porz und Bindlach, Punktverluste hinnehmen  mussten.

Über den Freitagabend verteilt reisten die Spieler des OSC nach und nach an. Mannschaftsführer Sven Noppes und der Berichterstatter waren gegen 19:00 Uhr vor Ort und konnten deshalb den Kampf der beiden Reisepartner Tegernsee und Eppingen verfolgen und somit Informationen für die bevorstehenden Matches gegen die beiden Mannschaften sammeln.  Hierbei bestätigte sich die Vermutung, dass sowohl Tegernsee als auch Eppingen an den folgenden Tagen in Bestbesetzung aufgestellt sein würden.

Am Samstagnachmittag um 14:00 Uhr  war es dann soweit und der OSC musste gegen den TV Tegernsee ran. Um den Jungstars des TV Tegernsee, der chinesischen Nr.1 Xianghzi Bu...


Bu Xianghzi

... und des amtierenden russischen Meisters Evgenij Alekseev an den ersten beiden Brettern Einhalt zu gebieten, schickte Mannschaftsführer Noppes die bewährten Baden-Badener Kräfte Peter Svidler und Alexei Shirov ins Rennen.


Peter Svidler


Alexey Shirov

Es war früh abzusehen, dass diesen Begegnungen an den Spitzenbrettern entscheidende Bedeutung für den Ausgang des Matches zukommen würde. Alexei opferte mit Schwarz früh einen Bauern für Entwicklungsvorsprung und Initiative, setzte dann allerdings ungenau fort und fand sich bald in einer etwas schlechteren Stellung wieder. Am Spitzenbrett wiederholte Peter gegen die chinesische Nr.1 in der Eröffnung zweimal die Stellung um dann allerdings abzuweichen, was eine unklare Stellung zur Folge hatte.

Der Kampf gestaltete sich in der Folge dann auch erst einmal recht ausgeglichen: Am achten Brett kam es nach nicht allzu langer Zeit zur Punkteteilung zwischen Philipp Schlosser und Henrik Teske, während die Vorteile der Baden-Badener am siebten Brett in der Begegnung  Dautov gegen Kindermann durch den Angriff von Rozentalis gegen Movsesian am sechsten Brett kompensiert wurde.


Rozentalis (re.) gegen Movsesian

An den übrigen Brettern ließen sich kaum Tendenzen ablesen.

Die Entscheidung zugunsten des OSC brachte einmal mehr die Zeitnotphase. Sergej Movsesian konnte den Angriff seines Gegners erfolgreich abwehren und daraufhin die Rozentalis’ unkoordinierte Figurenstellung in einen ganzen Punkt ummünzen. Am zweiten Brett nutzte Alexei Shirov eine grobe Ungenauigkeit seines Gegenübers aus, gewann zwei Bauern und damit die Partie während Peter Svidler am Spitzenbrett ebenfalls einen positionellen Fehler des Chinesen gnadenlos bestrafte und sich die Butter, d.h. den vollen Punkt, nicht mehr vom Brot nehmen ließ. Zwischenzeitlich waren die Begegnungen an den Brettern vier und fünf zwischen Sokolov und Nisipeanu respektive Harikrishna und Ribli remis ausgegangen. Da auch Etienne Bacrot am dritten Brett gegen Igor Khenkin seine Vorteile immer mehr verdichtete und die Partie schließlich zum Sieg führte, war es auch nicht schlimm, dass Rustem Dautov seinen Gegner ins Remis entkommen ließ. Am Ende stand somit ein ungefährdeter 6:2 der Baden-Badener.

Zu diesem Erfolg gesellten sich am Abend noch andere gute Nachrichten für den OSC: Porz hatte überraschend gegen Katernberg mit 5:3 verloren und auch Bindlach zog gegen Wattenscheid mit 3,5:4,5 den Kürzeren. Verständlicherweise war die Stimmung beim Abendessen exzellent.

Die Begegnung am Sonntag gegen Eppingen brachte dann allerdings erst einmal eine große Überraschung für die Baden-Badener, da für die Kraichgauer das Spitzenbrett Zoltan Gyimesi nicht zum Einsatz kam und die ganze Vorbereitung damit nichtig war. Der Kampf gestaltete sich indes einmal mehr lange recht ausgeglichen. So gelang es weder Rustem Dautov gegen Zoltan Medvegy, noch Etienne Bacrot gegen Peter Acs bzw. Fabian Döttling (der für Sergej Movsesian zum Einsatz kam) gegen Lothar Vogt vorteilhafte Stellungen zu erspielen, weswegen diese Partien alsbald mit der Punkteteilung endeten.


Acs (re.) gegen Bacrot


Peter Acs

Am Spitzenbrett glaubte Peter in eine vorbereitete Remisvariante von Csaba Balogh gelaufen zu sein. Als der Ungar dann allerdings nach zweifacher Zugwiederholung abwich, fühlte Peter sich, wie er sagte,  persönlich angegriffen und wandelte diese Wut schließlich in einen ganzen Zähler um. Alexei Shirov bezwang am zweiten Brett den Israeli Evgenij Postny sehr überzeugend, weswegen die etwas unglückliche Niederlage von Liviu-Dieter Nisipeanu gegen den amtierenden Jugendweltmeister Arik Braun nicht ganz so ins Gewicht fiel.


Liviu-Dieter Nisipeanu


Arik Braun (Eppingen) gewann gegen Nisipeanu

Als Philipp Schlosser nach einer wechselhaften Partie gegen Dr. Christian Mann remisierte und Pentala Harikrishna sein besseres Endspiel gegen Georg Meier zum Sieg führte war der 5:3 Endstand perfekt.


Mann (re.) gegen Schlosser


Georg Meier (Eppingen) unterlag Pentala Harikrishna

Nach diesen beiden Erfolgen am Wochenende befindet sich der OSC nun klar auf dem Weg zur Titelverteidigung, zumal Porz auch am Sonntag nicht gewinnen konnte und einen weiteren Punkt gegen Mülheim ließ. Ärgster Verfolger des OSC ist nun der SC Remagen mit zwei Punkten Rückstand, da sowohl Porz, als auch Bindlach und Hamburg nun drei Punkte Rückstand haben. Obwohl das Restprogramm des OSC alles andere als einfach ist – man muss unter anderem noch gegen Hamburg, Bremen und Bindlach spielen – wäre es mehr als eine Überraschung falls die Titelverteidigung des OSC nun nicht gelingen würde.

 

 

 

 

 


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