Pawn Sacrifice: Film über Bobby Fischer

von André Schulz
25.05.2015 – Bobby Fischer ist Legende. Er war der erste westliche Spieler, der nach dem Zweiten Weltkrieg in die Domäne der sowjetischen Großmeister einbrechen konnte. Sein Wettkampf gegen Boris Spasski ging als Nervenschlacht in die Schachgeschichte ein. Der US-Regisseur Ed Zwick hat mit Toby Maguire in der Hauptrolle einen Film über Fischers Leben gedreht. Mehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

"Pawn Sacrifice", Bauernopfer, 
ist der Titel des biografischen Spielfilms über den US-Schachweltmeister Bobby Fischer.

Fischer wurde als Sohn einer Schweizerin und eines Ungarn 1943 in Chicago geboren. Schach lernet er von seiner Schwester Joan. Fischer machte bald mit sensationellen Erfolgen von sich reden. Nachdem er schon 1962 als möglicher Herausforderer von Weltmeister Botvinnik gehandelt wurde, gewann er den Titel allerdings erst 1972 gegen Boris Spasski.

Liev Schreiber, Tobey Maguire

Nach dem Titelgewinn verschwand Fischer aus der Öffentlichkeit, stellte sich 1975 nicht zur Titelverteidigung und verlor den Titel kampflos an Karpov.

1992 tauchte Fischer wieder auf und spielte in Jugoslawien ein "Revanche-Match" gegen Spasski, das er ebenfalls gewann. Er verschwand erneut und erschien erst nach den Anschlägen vom 11.9.2001 auf das World Trade Center wieder in der Öffentlichkeit mit Radio-Interviews, in denen er erklärte, dass die Anschläge die Quittung für die US-Außenpolitik vergangener Jahre sei.

2004 ließ die USA Fischer in Japan bei der Ausreise festsetzen und verlangte die Auslieferung wegen Steuerhinterziehung und Verstoß gegen das Jugoslawien-Boykott. Mit Hilfe von Freunden erreichte Fischer Asyl in Island, wo er bis zu seinem Tod 2008 lebte.

Zeit seines Lebens war Fischer antisemitisch eingestellt und machte daraus kein Hehl. Zudem glaubte er, dass die Sowjetspieler ihre Partien zu seinem Nachteil abgesprochen hatten, zum Beispiel beim Kandidatenturnier in Curacao 1962. Fischer glaubte auch, dass alle Wettkämpfe zwischen Karpov und Kasparov abgesprochen waren.

Der biographische Spielfilm von Edward Zwick (Der letzte Samurai) nach einem Buch von Steven Knight, beschäftigt sich mit Fischers Aufstieg und seinem Kampf um den Weltmeistertitel im Kalten Krieg, aber auch mit der persönlichen Zerrissenheit des US-Weltmeisters zwischen Genie und Wahnsinn.

Mit Toby Maguire, bekannt als Hauptdarsteller der Spiderman-Filmreihe spielt Bobby Fischer.

Der Film wurde 2014 als Preview auf dem Toronto Film Festival gezeigt. Kinostart in den USA ist der 15. September 2015.

 

Pawn Sacrifice
Länge: 1 Std. 54 Min.
Regie: Edward Zwick
Mit  Tobey Maguire, Liev Schreiber, Peter Sarsgaard
Genre: Drama , Biografie
Produktion: USA
 

Fotos: MICA Entertainment
 

Beitrag in Moviepilot...

Beitrag in Entertainment Weekly...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren