Petrov-Gedenkturnier

19.02.2012 – In Jurmala, dem berühmten Kurort bei Riga, findet an diesem Wochenende das Petrov-Gedenkturnier statt. Organisator ist Alexei Shirov, der das Schnellschach-Turnier zusammen mit dem lettischen Schachverband durchführt und auch viele lettische Spieler eingeladen hat, die nun im Ausland leben. Nach einer Vorrunde im Schweizer System qualifizierten sich vier Spieler, darunter David Fridman, für die Finalrunde, in der Alexei Shirov, Alexander Morozevich, Vassily Ivanchuk und Shakhriyar Mamedyarov gesetzt sind. Nach dem ersten Finaltag führen Morozevich, Shirov und Kovalenko das Feld an. Jonathan Carlstedt hat an der Vorrunde teilgenommen und berichtet von den Ereignissen der Vorrunde.Turnierseite... Ergebnisse der Vorrunde...Bericht, Partien....

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Daniel Fridman gewinnt beim Vladimir Petrov Memorial und qualifiziert sich fürs Finale.

Von Jonathan Carlstedt (http://www.schachschule-lueneburg.de/)


Am 16.2. und 17. fand das Qualifikationsturnier des Vladimir Petrov Memorials statt. Ein Schnellturnier, bei dem sich die vier Bestplatzierten für das Finale qualifzieren, wo sie auf Vasily Ivanchuk, Alexander Morzevich, Shakhriyar Mamedyarov und Alexei Shirov treffen werden. Letzterer ist nicht nur gesetzt für das Finale, sondern vor allem der Hauptorganisator des Turniers.




Mit dem City Museum hat die Veranstaltung einen würdigen Rahmen. In Jurmala, einem Badeort in der Nähe der lettischen Hauptstadt Riga, wird das Turnier gespielt. Doch bevor ich auf den Turnierverlauf und die genauem Umstände eingehe, möchte einen kurzen persönlichen Erfahrungsbericht abgeben.

Bereits am 14.2. um 23.25 Uhr landete ich mit einem Flieger der „Air-Baltic“ im verschneiten Riga. Am Flughafen empfingen mich Alexei Shirov und Andrei Sokolov, der soeben aus Frankreich angereist war. Nachdem wir fast versuchten ein falsches  Auto aufzumachen, befanden wir uns auf dem Weg nach Jurmala. Allein die Fahrt war so amüsant, dass der Reisestart als gelungen bezeichnet werden kann. So wurde über die Qualität der Bremsen Witze gemacht (hoffe ich) und die Tatsache erörtert, dass jeder der Alexei besiegt selber zusehen kann wie er wieder zurück zum Flughafen kommt. Angekommen im Hotel Eiropa, geschätzte 100 Meter vom Meer entfernt, wurde sich verabschiedet.
Am 15.2. gab es die Möglichkeit etwas zu relaxen und sich in Jurmala einzuleben. Andrei und ich nutzen die Gelegenheit etwas zu „shoppen“ und die Umgebungen zu erkunden. Gegessen wird einem Lokal von Alexeis Kumpel. Leckere Suppen und gute Hauptspeisen sind hier an der Tagesordnung.

Am folgenden Tag ging es also los. Mit einem Zeitmodus von 15 Minuten plus 6 Sekunden pro Zug unterscheidet sich dieses Schnellturnier in diesem Punkt von vielen anderen. Der Favorit, laut Setzliste, war Boris Grachev der mit einer Elo von 2693 fast an die gesetzten Spieler des Finales heranreicht. Für ihn sollte allerdings am Ende nur Platz 10 bleiben. Andere Großmeister bestimmten das Geschehen. Am ersten Tag wurden 3 Runden gespielt. Hier gab es keine großen Überraschungen. Der eine oder andere GM gab natürlich Punkte ab, aber alles in allem brachte der erste Tag keine Vorentscheidung. Am Abend wurde wieder in gemeinsamer Runde in dem bereits erwähnt Lokal gespeist und bei einigen Bieren viel geredet. Auch wenn der Berichterstatter nur das wenigste, aufgrund mangelnder Russisch-Kenntnisse, verstehen konnte.



Am 16. wurde es dann ernst. Die Qualifikationsplätze, sowie eine Menge Preisränge wurden vergeben, sodass bis aufs Blut gekämpft wurde. Ihr Berichterstatter kann sich mit der längsten Partie des Turniers rühmen. Nachdem ich eine Gewinnstellung mir Mehrfigur gegen GM Igor Kurnosov vergab, musste ich mich zunächst mit Dame gegen 2 Türme und 3 Bauern, dann gegen 2 Türme und 2 Bauern, dann gegen 2 Türme und einen Bauer und schließlich gegen 2 Türme verteidigen. Der ganze Spaß dauerte über eine Stunde. Nach der sechsten Runde gab es eine Mittagspause ( Was ihr Berichterstatter erst nach 15 Minuten in einem menschenleeren Turniersaal bemerkte). Nach der sechsten Runde lag GM Fridman mit 5.5 Punkten vor Michael Krasenkow und Igor Kovalenko mit jeweils 5 Punkten. In der siebten Runde verlor Fridman gegen Krasenkow. Er kam jedoch mit einem Sieg gegen den jungen russischen GM Vladimir Fedoseev zurück, womit  ihm ein Remis in der letzten Runde reichte, um den Turniersieg sicher zu machen.

Außerdem für das Finale qualifiziert sind Ildar Khairullin, Michael Krasenkow und Igor Kovalenko. Kovalenko trotz einer Niederlage in der letzten Runde.

Zum Schluss möchte ich Alexei Shirov für dieses hervorragende Event gratulieren. Mit viel Liebe zum Detail und großer Hingabe, hat er es geschafft den Teilnehmern ein angenehmes Umfeld zu bieten. Einer der wenigen Super-GMs die nicht nur spielen, sondern auch Turniere organisieren. Falls dieses Turnier nächstes Jahr wieder stattfinden sollte,bleibt zu hoffen, dass sich noch ein paar Spieler mehr anmelden.



Partien der Vorrunde


Partien der Finalrunde, erster Tag

 


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