Links:
Presseerklärung der Organisation...
FIDE Presseerklärung 1... (Oct 30)
FIDE Presseerklärung 2... (Nov 1)
ChessBase Bericht...
Meldung im Guardian...

Foto: Albert Vasse
Der Fall Azmaiparashvili hat zu teils heftigen Reaktion bei der FIDE und den Organisatoren der Schacholympiade respektive dem spanischen Schachverband geführt, die sich dazu in kontroversen Presseeklärungen geäußert haben. Dabei gibt es unterschiedliche Darstellungen, wie es zu dem Handgemenge kam. Laut der Darstellung der Organisatoren ging die Aggression von Azmaiparashvil aus, der einen Sicherheitsmann mit dem Kopf auf den Mund geschlagen habe, nachdem dieser ihn daran gehindert habe, an die Bühne zu treten. Azmaiparashvili wollte den auf der Bühne befindlichen FIDE-Präsidenten Kirsan Illymshinov auf einen Fehler im Ablauf der Schlussfeier hinweisen. Zeugen berichten, so der US-Kapitän Paul Truong, dass der erste körperliche Kontakt vom Sicherheitsmann ausging. Petra Kortschnoj, die mit ihrem Mann Viktor den Vorfall aus der ersten Reihe beobachten konnte, meinte, dass der Sicherheitsmann Azmajparashvili am Bauch weg geschubst habe, wodurch dieser nach vorne fiel und den Sicherheitsmann mit dem Kopf am Mund traf.
Letztendlich ist der genaue Hergang und auslösende Moment des Handgemenges für
die Beurteilung des Vorfalles von nachrangiger Wichtigkeit. Wahrscheinlich wird
er sich auch gar nicht mehr ermitteln lassen. Klar ist, dass der
FIDE-Vizepräsident die Veranstaltung nicht stören wollte, sondern auf einen aus
seiner Sicht schweren Fehler aufmerksam machen wollte.
Der Skandal besteht darin, dass Sicherheitsdienst und Organisatoren nicht in der
Lage waren, die Situation einvernehmlich zu meistern, stattdessen eine massiven
Eskalation herbei führten und zu guter Letzt den ausgewiesenen und bekannten
hohen Schachfunktionär wie einen Sträfling abführen und einsperren ließen.
Ungeachtet dessen, ob sich Azmaiparashvili ungeschickt verhalten hat oder nicht,
war die Reaktion der Organisatoren völlig überzogen und unangemessen. Auch in
den folgenden Presseerklärungen hätte man vielleicht besser versuchen sollen,
ein Einvernehmen mit der FIDE zu erzielen anstatt zu versuchen, das drastische
Vorgehen nachträglich noch zu rechtfertigen
André Schulz