Polnische Meisterschaften in Königshütte

19.04.2013 – Die polnischen Meisterschaften finden in diesem Jahr in Königshütte statt. Während das offene Turnier im Schweizer System ausgetragen wird, spielen die Frauen ein Rundenturnier. Der Gesamt-Preisfonds ist mit 25.000 Euro beachtlich. Nach sechs Runden führen Mateusz Bartel und Kamil Dragun bzw. Iweta Rajlich. Mehr zu den polnischen Meisterschaften...

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Polnische Meisterschaften in Königshütte

Die Polnischen Meisterschaften finden dieses Jahr vom 13. bis 31. April in Königshütte (polnisch: Chorzów) statt. Bei den Herren gehen 24 Spieler (12 GMs, 9 IMs) an den Start, die neun Runden nach Schweizer System spielen. Die Frauen ermitteln die neue polnische Meisterin in einem Rundenturnier mit 10 Teilnehmerinnen. Elo-Favoriten sind GM Grzegorz Gajewski (2653) und GM Monika Socko (2451), Titelverteidiger und Titelverteidigerin GM Mateusz Bartel (2619) und IM Iweta Rajlich. Der Preisfonds beträgt 25.000 Euro.

Die letzten drei polnischen Meisterschaften haben in Warschau stattgefunden und so beschloss der Polnische Schachverband, die Meisterschaft dieses Jahr in ein anderes Schachzentrum zu verlegen – nach Schlesien, im Süden Polens, dem Gebiet, in dem es die meisten Vereine und Spieler gibt und wo Quantität auch Qualität bedeutet.

Iweta Rajlich

Gajewski, B. Socko und Miton (die alle für Wasko HetMaN Szopienice Katowice, den besten Klub Schlesiens, spielen) führen die Setzliste bei den Herren an, und GM Monika Socko, die beste Frau im Team von Wasko, ist klare Favoritin im Frauenturnier.

Joanna Gajewska

Karina Szczepkowska-Horowska

Monika Socko

Ohnehin hat das polnische Schach in den letzten Jahren vom Organisationstalent der schlesischen Schachfans – allen voran Lukasz Turlej – enorm profitiert. Man muss nur an die Universitätsweltmeisterschaften denken, die 2014 in Kattowitz, der Hauptstadt Schlesiens, ausgetragen werden. Aber zuvor rückt Königshütte in den Mittelpunkt der polnischen Schachwelt. Die Stadt mit ihren 100.000 Einwohnern wurde 1257 gegründet und spielt im polnischen Sport eine bedeutende Rolle. So wurde Ruch Chorzów stolze 14 Mal polnischer Meister im Fußball und gewann bei den Frauen neun Mal die polnische Meisterschaft im Handball. Doch ein so stark besetztes und wichtiges Schachturnier hat die Stadt noch nicht gesehen.

Bis 2010 wurden die Polnischen Meisterschaften in der Regel als Rundenturnier mit 14 Teilnehmern ausgetragen. Dann etablierten sich Turniere nach Schweizer System. Dieses Jahr sind bei den Herren alle Schachspieler teilnahmeberechtigt, die eine Elo-Zahl von über 2450 aufweisen. Dazu kommen noch die Nachwuchstalente – alle polnischen Spieler und Spielerinnen, die bei Jugendwelt- und Europameisterschaften eine Medaille gewinnen konnten, haben damit das Recht auf die Teilnahme an der Landesmeisterschaft erworben.

Obwohl die Elo-Grenze für die Teilnahme an der Meisterschaft von 2500 auf 2450 gesenkt wurde, ist die Teilnehmerzahl doch relativ bescheiden geblieben. 55 Spieler könnten theoretisch an den Start gehen, doch nur 24 tun es. Auch GM Radosław Wojtaszek, die polnische Nummer eins und der einzige polnische Spieler mit einer Elo-Zahl von über 2700, verzichtet dieses Jahr auf die Teilnahme.

So führen Gajewski, B. Socko, Miton, Swiercz, Bartel und Macieja, die alle mehr als 2600 auf die Waage bringen, die Setzliste an.

Bartlomeji Macieja

Titelverteidiger ist GM Mateusz Bartel, der die polnischen Meisterschaften 2010, 2011 und 2012 gewonnen hat, 2012 auch noch das Aeroflot-Open, doch im Anschluss daran eigentlich fast immer enttäuschende Ergebnisse ablieferte. Wird er seinen Titel verteidigen können? Und wird der 18-jährige Dariusz Swiercz seine erste Medaille im „Erwachsenenschach“ gewinnen? Nicht zu vergessen der erst 15-jährige Jan-Krzysztof Duda, der knapp unter 2500 Elo liegt und vor kurzem ein GM-Turnier in Budapest mit dem beeindruckenden Ergebnis von 8 aus 9 gewann und dabei seine zweite GM-Norm geholt hat. Wer auch immer polnischer Meister 2013 wird – ihm winken 5.000 Euro Preisgeld.

 

Mateusz Bartel

Jan-Krzysztof Duda

Duda gegen Gajewski

Kacper Drozdowski

Kamil Dragun

Die Frauen spielen ein Rundenturnier mit 10 Teilnehmerinnen (1 GM, 1 IM, 4 WGMs, 4 WIMs), die einen Elo-Schnitt von 2330 aufweisen. Elo-Favorit ist GM Monika Soćko (2451), die im Laufe ihrer Karriere bei Polnischen Frauenmeisterschaften 12 Mal in die Medaillenränge kam und die Meisterschaft bereits vier Mal gewonnen hat. Nummer zwei der Setzliste ist Iweta Rajlich, die auf insgesamt neun Medaillen kommt – die Goldmedaille gewann sie sieben Mal. Mehrfache Medaillengewinnerin ist auch WGM Jolanta Zawadzka mit sieben Medaillen und zwei Meistertiteln. Zum engeren Kreis der Favoritinnen zählen auch WGM Karina Szczepkowska-Horowska (2360) und Joanna Majdan-Gajewska (2383), die nach einem Jahr Babypause ihre Rückkehr zum Turnierschach feiert. Die Siegerin erhält 3.500 Euro.

Nach sechs Runden führen Mateusz Bartel und Kamil Dragun das Männerturnier mit je 4,5 Punkten an. Im Frauenturnier hat sich Iweta Rajlich mit der gleichen Punktzahl an die Spitze gesetzt.

27 Spieler

Partien (Männer) der Runden 1 bis 6

 

Partien (Frauen) der Runden 1 bis 6

 

Von Beata Kadziolka

Fotos: Sylwia Rudolf

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