Prag: Firouzja wird nach Tiebreak Turniersieger

von Klaus Besenthal
22.02.2020 – Beim Prager Schachfestival standen gestern nach der letzten Runde des "Masters" nicht weniger als fünf Spieler punktgleich an der Tabellenspitze: Vidit Santosh Gujrathi, Alireza Firouzja, Jan-Krzysztof Duda, David Anton Guijarro und Sam Shankland. Gemäß der Tiebreakregeln des Turniers durften schließlich Vidit und Firouzja in zwei Blitzpartien den Turniersieger ermitteln - Firouzja gewann beide. Für den 16-jährigen Iraner, der nur als Ersatz für den wegen des Coronavirus in China festsitzenden Wei Yi zum Turnier gekommen war, war dies einer der größten Erfolge in seiner jungen Karriere. | Fotos: Turnierseite

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Masters

Alireza Firouzja musste am letzten Turniertag einen mehrstufigen Parcours überwinden, um das Turnier doch noch gewinnen zu können. Zunächst einmal war es erforderlich, dass der vor der Runde noch alleine führende Inder Vidit gegen den Polen Duda Federn lassen würde. Darauf hatte Firouzja naturgemäß keinen Einfluss, doch zu seinem Glück passierte dies tatsächlich:

 

Vidit Santosh Gujrathi hätte das Turnier eigentlich gewinnen müssen, doch auf der Zielgeraden ging dem Inder die Puste aus

Um mit Vidit gleichzuziehen, brauchte Firouzja also einen halben Punkt. Den holte der junge Iraner gegen den Spanier David Anton Guijarro dann auch. Es hätte in der wilden Partie jedoch auch anders kommen können - in diese oder jene Richtung:

 

Auch David Anton Guijarro war ganz dicht dran am Turniersieg

Der Russe Nikita Vitiugov hätte angesichts dieser Ergebnisse als lachender Dritter aus eigener Kraft Turniersieger werden können, doch er bezog gegen Sam Shankland seine erste Niederlage. Shankland schaffte durch seinen Sieg noch den Sprung in die fünfköpfige Spitzengruppe:

 

In die Spitzengruppe hätte auch David Navara, der einzige tschechische Lokalmatador im Turnier, noch gelangen können, doch er unterlag schließlich gegen Pentala Harikrishna. Für den Inder war es der erste Partiegewinn im Turnier:

 

Die Tiebreakregeln sahen vor, dass die beiden Spieler mit der besten Feinwertung einen aus zwei Blitzpartien bestehenden Stichkampf um den Turniersieg würden austragen müssen - das waren Vidit und Firouzja. Vidit, der an der Tabellenspitze bereits einen deutlichen Vorsprung gehabt hatte, verlor auch diese Partien. Am Ende hatte der Inder eine Serie von vier Niederlagen zu verdauen.

Das heiße Finale wurde ohne Sakko gespielt

Ergebnisse der 9. Runde

 

Abschlusstabelle

 

Partien

 

Challengers

Sieger des Challengersturniers wurde letztlich der Niederländer Jorden van Foreest, dem dadurch auch ein Startplatz im Masters 2021 zusteht.

Ergebnisse der 9. Runde

 

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Turnierseite



Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.

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