Prag, Runde 2: Verpasste Chancen und fünf Remis

von Johannes Fischer
14.02.2020 – Runde zwei des Schachfestivals in Prag lieferte einmal mehr Belege für die paradoxe Binsenweisheit, dass nichts so schwer ist, wie eine gewonnene Partie zu gewinnen. Nils Grandelius (Bild) überspielte Alireza Firouzja, aber fand keinen Weg zum Gewinn. Genau so ging es David Anton gegen Vidit Gujrathi. | Fotos: Prager Schachfestival (Vrabec/Jagr)

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Schachfestival Prag, Runde 2

Nils Grandelius in der zweiten Runde gegen Alireza Firouzja kurz vor einem Sieg, aber vergab dann den Gewinn. Für die erste Überraschung sorgte allerdings Firouzja. Nach 1.e4 von Grandelius verzichtete Firouzja auf seinen Standard-Sizilianer und entschied sich stattdessen für eine Berliner Verteidigung.

Dort wurde er allerdings in einem zunächst ruhigen Mittelspiel von Grandelius auf beiden Flügen und im Zentrum Schritt für Schritt unter Druck gesetzt. Doch nach der Zeitkontrolle verlor Grandelius den Faden und wickelte in ein Endspiel ab, in dem er besser stand, aber das er trotz langer Bemühungen nicht gewinnen konnte.

 

Die Berliner Verteidigung brachte Alireza Firouzja an den Rand einer Niederlage. | Foto: Vladimir Jagr

Auch David Anton verpasste eine gute Chance. Mit einem interessanten Qualitätsopfer im Endspiel hatte er Vidit Gujrathi unter Druck gesetzt, aber im entscheidenden Moment verpasste der Spanier den Gewinn.

 

Vidit im Glück | Foto: Vladimir Jagr

Die drei anderen Partien der Runde endeten ohne große Aufregung Remis.

Partien Masters

 

Stand nach der 2. Runde

 

Challengers

Im Challengers gab es vier Remispartien und einen Sieg. Kacper Piorun gewann mit Schwarz gegen Tadeas Kriebel und liegt jetzt mit 1,5/2 gemeinsam mit Hannes Stefansson an der Spitze des Feldes. In Runde 1 hatte Stefansson für den einzigen Sieg der Runde gesorgt - ebenfalls gegen Kriebel.

Partien Challengers

 

Stand nach der 2. Runde

 

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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".