Prag: Der Tag des Fianchettos

von André Schulz
13.03.2019 – Die fünf Partien des Masters beim Prager Schachfestival endeten gestern remis, im Challengers flogen dafür die Fetzen, ganz besonders am Brett von Alexei Shirov und Ju Wenjun. Vlastimil Hort eröffnete die Runde. | Fotos: Vladimir Jagr

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Alle fünf Partien des Masters beim Prager Schachfestival endeten gestern mit der Punkteteilung, so wie schon in der Runde zuvor. Während zum Beispiel Radoslaw Wojtaszek und Boris Gelfand (17 Züge) oder Vidit und Nikita Vitiugov (27 Züge) ihre Kräfte für den Schlussspurt sparten, lieferten sich Richard Rapport und David Navara einen längeren Kampf, wobei diesmal eher Navara mit originellen Ideen den Part von Rapport übernahm.

 

Hier spielte der Tscheche 17...Ld4 und landete mit dem Läufer nach 18. Kf2 Le5 19. d4 auf c7. Weniger ambitionierte Spieler hätten vielleicht gleich 17...Lc7 gespielt. Schwarz kam in der Folge etwas unter Druck und schließlich wurde diese Position erreicht.

 

Die ungleichfarbigen Läufer sind ein Remisfaktor, aber der schwarze König steht unglücklich. Das Endspiel nahm nun deutlich an Fahrt auf. Schwarz gab seinen Läufer und erhielt dafür ein paar Bauern. Am Ende erreichte Navara dieses eher seltene Endspiel.

 

Weiß hat den "richtigen" Läufer, kann aber trotzdem nicht gewinnen, weil er den Bauern h7 nicht bekommt. Der schwarze König geht einfach nach g8 und pendelt dann nach f7.

Im Masters wurde offenbar der "Tag des Fianchettos" gefeiert, denn in allen Partien fianchettierte Weiß mindestens einen seiner beiden Läufer. Duda trieb es mit einem Doppelfianchetto auf die Spitze.

Duda wird nach weiteren Fianchettoläufern durchsucht. 

Bilder einer Runde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Man könnte vielleicht denken, dass die Fianchettos die Ursache für die vielen Remisen wären, doch die Shirovpartie im Challengers spricht deutlich gegen diese Vermutung.

Ergebnisse

 

Partien

 

Tabelle

 

Challengers

Wenn im Masters einmal nicht die Fetzen fliegen, dann sorgen die Spieler des Challengers für Action. So ist es in Wijk aan Zee und so ist es auch in Prag. Alle fünf Partien fanden im Challengers gestern einen Sieger. Alexei Shirov hatte in der Runde zuvor - recht chancenlos - gegen Praggnanandhaa verloren und zog aus dieser Niederlage einige Motivation. In der sechsten Runde war Ju Wenjun zur falschen Zeit am falschen Ort - die Weltmeisterin saß nämlich einem hochmotivierten Shirov gegenüber. Dieser rochierte in der Katalanischen Eröffnung lang und deutete damit seine aggressiven Absichten an. Und dann hieß es einfach: Fire on board!

 

 

Schwarz war bereits eine Figur abhanden gekommen, immerhin gegen drei Bauern. Schlimmer ist die schwarze Unterentwicklung. Mit 20. Lb4 begann Shirov seinen Schlussangriff: 20...c5 21. Dh8 Ke7 22. Dxe8 Kxe8 23. Lb5 Kd8 24. Lc6 und aus.

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Der gestern siegreiche Praagnanandhaa musste diesmal gegen Jan Krejci eine Niederlage hinnehmen. Der Tscheche stieg damit zur Tabellenspitze auf und teilt sich die Führung mit dem Spanier David Anton, der gegen Nguyen Thai Dai Van punktete.

Ergebnisse

 

Partien

 

Tabelle

 

Open

Im Open gewann Hannes Stefansson das Spitzenspiel gegen Eldar Gasanov und liegt mit 5 aus 5 alleine in Führung.

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Partien

 

Vlastimil Hort zeigt den jungen Damen noch ein paar Tricks

Tabelle

Rg. Name Pkt.  Wtg1 
1 Stefansson Hannes 5,0 14,0
2 Zubov Alexander 4,5 13,5
3 Sivuk Vitaly 4,5 12,5
4 Kriebel Tadeas 4,5 12,0
5 Dong Bao Nghia 4,0 15,0
6 Gasanov Eldar 4,0 14,5
7 Cernousek Lukas 4,0 14,0
8 Martin Duque Jesus 4,0 13,0
9 Plischki Sebastian 4,0 13,0
10 Rakotomaharo Fy Antenaina 4,0 13,0
11 Stachowiak Kamil 4,0 12,5
12 Stany G.A. 4,0 12,5
13 Bernadskiy Vitaliy 4,0 12,5
14 Lavrov Maxim 4,0 11,5
15 Popovic Dusan 4,0 11,0
16 Salimova Nurgyul 4,0 10,0
17 Van Den Doel Erik 3,5 15,5

172 Spieler

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Ergebnisse bei Chess-results...




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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