Praggnanandhaa ist Chef beim Oslo Esports Cup

von André Schulz
25.04.2022 – Nach drei Runden beim Oslo Esports Cup liegt der indische "Wunnderjunge" Praggnaanandhaa in Führung. Der 16-Jährige gewann als einziger Spieler alle drei Matches, am Sonntag gegen den Vietnamesen Le Quang Liem. Magnus Carlsen besiegte Anish Giri und belegt nach zwei Siegen und einer Niederlage Platz zwei.| Fotos und Grafiken: PM Group

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Nicht Weltmeister Magnus Carlsen, sondern der jüngste Spieler im Feld ist Chef im Ring beim Oslo Esports Cup. Im Unterschied zu allen anderen Turnieren der Meltwater Champions Chess Tour wird dieses Online-Turnier vollständig im Modus jeder gegen jeden ausgetragen. Die Spieler sitzen auch nicht zuhause in ihrem Arbeits-oder Wohnzimmer, sondern in einem Studio in Oslo.

Es gibt diesmal keine K.o.-Runde. Das Teilnehmerfeld besteht auch nicht aus 16 Spielern, sondern nur aus acht Spielern. Das indische "Wunderkind" Praggnanand Rameshbabu, inzwischen aber auch schon 16 Jahre alt, ist nicht nur der jüngste Spieler im erlesenen Weltklassefeld, sondern zusammen mit dem Kanadier Eric Hansen auch der Spieler mit schlechtesten Elozahl. Nach drei Runden liegt aber keiner der üblichen Verdächtigen in Führung, sondern "Pragg".

Auch beim Oslo Esports Cup werden Matches über maximal vier Partien gespielt. Der Sieger eines Matches erhält drei Punkte. Bei Gleichstand folgt noch ein Stichkampf. In dem Fall erhält der Matchsieger zwei Punkte, der Verlierer noch einen Punkt.

Nach zwei Matchsiegen am Freitag und Samstag setzte Praggnanandhaa seine Siegesserie im Sonntag fort. Diesmal gewann er gegen den Vietnamesen Le Quang Liem und ist damit der einzige der acht Spieler, der alle drei Wettkämpfe für ich entscheiden konnte.

 

 

 

 

"Heute war es schwierig", kommentierte der Inder seinen Erfolg im Interview:" In der ersten Partie stand ich auf Gewinn, dann spielte ich ziemlich schnell b3 und er bekam Gegenspiel. In der zweiten Partie war es sehr kompliziert und in Zeitnot wusste ich nicht, was passiert. In der letzten Partie habe ich definitiv nicht so gut gespielt, aber in Zeitnot hat er einige Fehler gemacht."

Üblicherweise dominiert sonst Magnus Carlsen die Online-Turniere "seiner" Champions Chess Tour. Doch der Norweger ist anscheinend gesundheitlich angeschlagen und kann hier nicht seine ganze Energie ans virtuelle Brett bringen. Am zweiten Spieltag musste Carlsen sich Le Quang Liem geschlagen geben. Gegen Anish Giri gab Carlsen sich in Runde 3 jedoch keine Blöße und setzte sich glatt mit 2,5:0,5 durch. Die erste Partie endete remis. Dann gewann Carlsen zwei Partien in Folge.

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World Cup Siegersieger Jan-Krzysztof Duda holte mit einem souveränen 2,5:0,5-Sieg gegen den Niederländer Jorden van Foreest seinen zweiten Matchgewinn in Folge.

Im vierten Match setzte sich der "ChessBrah"-Streamer Eric Hansen gegen Shakhriyar Mamedyarov durch. Hansen gewann die erste Partie. Die zweite Partie ging an Mamedyarov. Nach einem Remis in Partie drei ging die letzte Partie erneut an den Kanadier

Die Spieler erhalten für einen Matchsieg 7.500 Dollar auf ihrem Preisgeldkonto gut geschrieben.

In der vierten Runde kommt es nun zum Duell von Praggnanandhaa gegen Weltmeister Magnus Carlsen. Rundenbeginn ist wieder 18 Uhr.

 

Ergebnisse der 3. Runde

Stand nach drei Runden

Ein gewonnenes Match bringt 3 Punkte bzw. 2, wenn der Sieg nach Tiebreak zustande kam. Ein nach Tiebreak verlorenes Match bringt noch einen Punkt; wer ein Match glatt verliert, geht leer aus. 

Einige Endspielperlen, von Karsten Müller kommentiert:

 

 

 

 

Partien

 

Turnierseite


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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