Prague Chess Festival: 2. Runde, drei Entscheidungen

von André Schulz
16.06.2021 – In der gestrigen zweiten Runde des Masters beim Prager Schachfestival musste David Navara gegen Radoslaw Wojtaszek seine zweite Niederlage hinnehmen. Sam Shankland gewann gegen Jan-Krzysztof Duda und Nihat Abasov besiegte Nils Grandelius.

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In Bezug auf Entscheidungen hat das Masters des Prager Schachfestivals schnell Fahrt aufgenommen. Nach dem Sieg von Jan-Krzysztof Duda über David Navara in Runde eins, trugen sich in der gestrigen zweiten Runde gleich drei Spieler in die Siegerliste ein.

Den tschechischen Spitzenspieler David Navara erwischte es dabei gegen Radoslaw Wojtaszek zum zweiten Mal. Nach Beginn mit der Katalanischen Eröffnung war die Partie lange im Gleichgewicht, doch dann erhielt Weiß das bessere Endspiel. 

 

Die weißen Figuren stehen aktiver und Weiß hat die bessere Bauernstruktur. Die Bauern a6 und c6 sind schwach.

27...Sc4 28.Lf1 Sxb2 [Bauernraub auf b2, hier einmal im Endspiel und durch einen Springer. In der Folge erweist sich der Bauer b2 auch hier als "vergiftet", denn der schwarze Springer gerät ins Abseits. Vielleicht war 28...Sa5 geschickter, um mit dem Turm auf b2 nehmen zu können: 29.Td2 Sb3 30.Sxb3 Txb3]

29.Td2 Kg7 30.Ta1 Se6 31.Sxe6+ fxe6

 

32.Ta2 [Der Springer hat kein Feld. 32.e5!? war als Möglichkeit auch nicht von der Hand zu weisen.]

32...Teb7 33.Txa6 e5 [Die schwarzen Bauern auf der c-- und e-Linie sind sehr schwach und die Frage ist nur, auf welche Weise sie verloren gehen.]

 

34.fxe5 Tb4? [Die siebte Reihe sollte Schwarz nicht so ohne Weiteres aufgeben. Mehr Chancen auf Remis bot 34...c5 35.e6 c4 36.Td7+ Kf8]

35.Td7+ [Gut war auch 35.Txc6 Txe4 36.Tc7+]

35...Kh6 [35...Kg8 36.Taa7+–]

36.Taa7 Sc4 [36...Th8 37.e6 Txe4 38.h4 Txe6 39.g4 Mit unlösbaren Problemen.]

37.Txh7+ Kg5 38.Taf7 Se3 [38...Se3 39.Tf4 und Matt lässt sich nur noch verzögern, nicht verhindern.] 1–0

Der andere polnische Spitzen-Großmeister Jan-Krzysztof Duda, in der 1. Runde Sieger gegen David Navara, zog in Runde zwei gegen den US- Großmeister Sam Shankland den Kürzeren. Die Partie wurde auf dem Gelände der Sizilianischen Najdorf-Variante gespielt, mit Shankland als Führer der weißen Steinen. Es entwickelte sich das übliche Wettrennen mit Königsangriffen auf die nach unterschiedlichen Seiten rochierten Könige. Shankland agierte geschickter, indem er den schwarzen Angriff am Damenflügel störte. Die schwarze Königsstellung war zudem anfälliger und schließlich kollabierte die schwarze Stellung.

 

Weiß steht mit seinen aktiveren Figuren und seinem Raumvorteil überlegen. Die geschwächte Königsstellung macht Schwarz große Sorgen.

34.Sd3 Sf4 35.Lc6 [Ein anderer Weg ist 35.Sxf4 Txf4 36.Lh2 Th4 37.Lg3 Thh6 38.Lf5 Lf6 39.Dd5 Sf8 40.Dxd8 Lxd8 41.Lxe5+–]

35...Lh4 36.Txe5 [Oder 36.Sxe5 Sxe5 37.Txe5+–]

36...Sxe5

 

37.Sxe5 Df6 38.Lxd4 Tbb8 39.Sd7 1–0

Der dritte Tagessieger war Nihat Abasov gegen Nils Grandelius. Diese Partie hatte den Charakter der Drachenvariante, ebenfalls mit heterogenen Rochaden. Schwarz überschätzte seine Möglichkeiten und Weiß entschied die Partie im Zentrum.

 

24.Txd6 Te6 25.Txe6 fxe6?! [25...Dxe6 26.Sc5 Dc6 27.Sxb7 Dxb7= Der weiße Mehrbauer ist schwer zu verwerten.]

26.Sc5 Ld5? [26...a3 war noch OK für Schwarz: 27.Dd4 Dxd4 28.Txd4 Lxg2]

27.g3 Tc8 [27...a3 28.Dd4 Df5 29.Dxb4+–]

28.Sxa4 Df5 [Droht noch Txc2, gefolgt von Le4.]

29.Td2 Dxh3 30.b3 Dh1+ 31.Kb2 De4

 

32.Sc5 Df5 33.Dd4 [Mit seinen aktiveren Figuren ist Weiß Chef im Rind. Die Partie ist gelaufen.]

33...Dg4 34.Sd7 Dxg3 35.Sf6+ Kf7 36.Sxd5 exd5 37.Dxd5+ 1–0


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Im parallel durchgeführten Open starten fast 20 Spieler der knapp 100 Teilnehmer mit zwei Siegen in das Turnier.

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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