Queen's Gambit: Classical Gas

von André Schulz
24.12.2021 – "The Queen's Gambit" war 2020 eine der erfolgreichsten Netflix-Serien und wird lange die beste Darstellung von Schach im Film bleiben. Es gibt viele beeindruckende und starken Szenen. Eine ist die Darstellung eines Turnierverlaufs mit der Hintergrundmusik von Mason Williams Classical Gas.

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Die Netflix-Serie "The Queen's Gambit" (Deutsch: Das Damengambit) ist die wohl beste Darstellung der Turnierschach-Szene, die jemals filmisch umgesetzt wurde. Die Serie wurde von Scott Frank und Allan Scott nach Walter Tevis gleichnamigen Roman produziert und realisiert, erschien 2020 und ist eine der erfolgreichsten Netflix-Serien überhaupt.

Anya Taylor-Joy verkörperte auf herausragende Weise die Hauptfigur Beth Harmon, die als Waise aufwuchs, im Waisenhaus Schach lernte und zur Weltklassespielerin aufsteigt, dabei aber auch mit ihrer Tabletten- und Alkoholsucht kämpfen muss.

Die Serie ist in den 1960er Jahren angesiedelt und bis ins kleinste Detail szenisch perfekt ausgestattet. Das gilt auch für die Hintergrundmusik, die durchweg aus den 1960er Jahren stammt.

In einer Szene wird  auf sehr flotte Weise der Fortgang eines Turniers erzählt. Für das Tempo sorgt einerseits die sehr intelligente Verwendung von schnell wechselnden Frames im Film, eine Technik, die in den 1960er Jahren gerne angewandt wurde, zum Beispiel in dem berühmten Steve McQueen Film "Die Thomas Crown Affäre. Andererseits ist es die schwungvolle Hintergrundmusik, die das Tempo bestimmt.

Das ist die Szene:
 

In dem 1960er Jahre-Film "Die Thomas Crown Affäre" sah die Verwendung von Frames übrigens so aus:

Thomas Crown Affäre, da war doch was? Richtig. Der Vollständigkeit halber sei hier auf die vielleicht erotischste Schachszene in einem Film verwiesen. Steve McQueen und Faye Dunaway zunächst am Brett. Steve McQueen's Gambit?

Aber zurück zum Queen's Gambit. Die tolle Hintergrundmusik ist das Stück "Classical Gas" von Mason Williams. 

Hier ist eine Aufnahme von Mason Williams aus dem Jahr 1968.

Das anspruchsvolle Stück wurde später von vielen Musikern gecovert. Das Stück ist so berühmt, dass es eine eigene Webseite hat (s.u.).

Mason Williams wurde 1938 in Texas geboren. In Oklahoma City studierte er Musik und lernte erst während des Studiums Gitarre. Während der Militärzeit verdiente er sich mit dem Komponieren von Stücken Geld. Eine seiner Kompositionen war "Cinderella Rockefella von Esther und Abi Ofarim. Auch Petula Clark gehörte zu seinen Kundinnen.

1967 begann Mason Williams zudem als Autor für das TV-Komikerduo Tom und Dick Smothers zu schreiben. Über die Show bekam Mason Williams einen Vertrag mit Warner Brothers und schrieb 1968 als erste Komposition das Instrumentastück "Classical Gas". 1969 erhielt er dafür drei Grammy Awards. 

Das Stück entstand an einem Wochenende nach einer langen Tournee mit den Smothers Brothers. Mason Williams erzählte, dass er sich auf die Gitarre freute und ein Stück schreiben wollte, das eine Art "Treibstoff" für die Gitarre sein sollte, deshalb "Classical Gasoline".

Mason Williams war zudem als Sachbuchautor und Komponist für Filmmusiken erfolgreich. Außer für die Smothers Brothers arbeitete er auch für die Show Saturday Night Live.

Mason Williams Online...

Classical Gas...


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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