Rückblick auf das ZMD-Open

05.08.2005 – Das diesjährige ZMD-Open endete mit perfekter Dramaturgie. Im zweiten Stichkampf konnte Vadim Malakhatko im Finale Thomas Luther besiegen, Spannung pur für die Zuschauer. Neben vielen Preisgeldern gab es auch fünf Normen, also alles, was ein Schachturnier bieten möchte. Den größten Applaus heimste Großmeister Wolfgang Uhlmann, der im Alter von 70 Jahren immer noch Spitze ist und am Ende auf Platz Sieben kam. Auch die Zuschauer außerhalb von Dresden kamen auf ihre Kosten: Eva Moser und Henrik Teske (Foto) vermittelten in ihren Radio-Reportagen am "Ü-Notebook" aus dem "Studio Dresden" für die Zuhörer auf dem Fritzserver viel Schachkenntnis und sorgten für Live-Atmosphäre. Andreas Albers liefert einen lebendigen Schlussbericht. Turnierseite...Schlussbericht aus Dresden...

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Herzschlagfinale beim ZMD-Open -
Vadim Malakhatko gewinnt drei Turniere in einer Woche
Von Andreas Albers


Die Semperoper


Gruppenbild mit Preisträgern

Das Packen am letzten Tag unserer Dresdenreise hatte mich etwas aufgehalten und so kam ich zwei Stunden nach Rundenbeginn in den Turniersaal und eilte zum Spitzenbrett, um zu sehen, was die beiden GMs Thomas Luther und Vadim Malakhatko zeigen würden.


Die Schiris bereiten das Finale vor

Welche eine Enttäuschung, das Brett war aufgebaut und beide Könige standen in der Mitte, gerade einmal 9 Züge hatte die Partie gedauert, dann einigten sich beide Spieler auf Remis. Und schon zeigt sich der Vorteil des Dresdner Turniermodus, die beiden Meister können sich nicht wirklich aus der Verantwortung stehlen. Es kommt noch zur Entscheidung, es gibt keine Gnade.



Gegen 14.Uhr, fast alle Partien des Turniers sind bereits beendet, bildet sich eine große Menschentraube zum nächsten Show-down. Nun steht Schnellschach auf dem Programm, der zweifache Deutsche Meister hat Weiß, ist also vielleicht etwas im Vorteil, aber eine Neuerung im Franzosen bringt den Erfurter ins Grübeln.



Im Nebenraum berichtet Radio Chessbase live von der Begegnung, Großmeister Henrik Teske und die Nr. 1 Österreichs Eva Moser kommentieren die Partie direkt und sehen schon bald Probleme für Luther.


Radio ChessBase am "Ü-Notebook". Herik Teske und Eva Moser. Dr. Dirk Jordan schaut zu.

Doch dieses große Finale ist auch ein Kampf der Nerven, Luther verteidigt sich zäh, Malakhatko ist sich vielleicht schon zu sicher und plötzlich entwischt Luther in ein totremises Endspiel.


immer mit Überblick: Henrik Teske

Tosender Applaus für die heroische Leistung und kurzes Luftholen. Bereits eine Viertelstunde später gibt es die 3.Runde. Nach zwei Remisen wird nun im Blitzfinale die endgültige Entscheidung fallen.


Vadim Malakhatkos Frau Anna kann es nicht ansehen

Weiß (Malakhatko) hat eine Minute mehr auf der Uhr, muss aber gewinnen, bei Remis ist Thomas Luther Turniersieger. Doch diesmal kommt nicht wirklich Spannung auf, gerade einmal 5 Minuten dauert die Partie, dann muss Luther seinem ukrainischen Gegner gratulieren. Und auch diesmal ist das Publikum fair und spendet heftig Beifall.


Der dreifache Turniersieger

Der Turniersieger des diesjährigen ZMD-Opens heißt Vadim Malakhtko aus der Ukraine. Ein völlig verdienter Sieger, hatte er doch in den letzten beiden Runden die Großmeister Slobodjan und Uhlmann schon in den Turnierpartien geschlagen. Diese Woche wird Malakhatko sicher nicht so bald vergessen, immerhin gewann er neben dem Open auch noch den „olympischen Grand-Prix“ im Schnellschach und, gemeinsam mit seiner Frau Anna
Zozulia, auch noch das Familienturnier. Das nötige Glück hatte Malakhatko in Runde 6, als er gegen Ilia Zaragatziki völlig auf verlorenem Posten stand und sogar noch gewann, aber das sind eben die Partien, die einen Champion ausmachen.

Aber auch der geschlagene Finalist Thomas Luther konnte sich schon bei der Siegerehrung wieder freuen. Mit einem Turniersieg aus Österreich angereist, kegelte er den Weltklassemann Krishnan Sasikiran im Schnellschach-Tiebreak aus dem KO-Modus und schaltete im Halbfinale, den bis dahin so souverän agierenden Evgeny Postny aus. Seine Formkurve zeigt wieder deutlich nach oben und so scheint sein Ziel, die Schacholympiade 2006 wieder durchaus realistisch.


Die drei Besten: Ghaem Maghani, Vadim Malakhatko und Thomas Luther

Den größten Applaus auf der Siegerehrung bekam aber ein anderer Recke. Das Dresdner Urgestein Wolfgang Uhlmann hatte sich aus gesundheitlichen Gründen erst Tage vor dem Start für eine Teilnahme entschieden und spielte wie aus einem Guss. Erst besiegte er GM Suat Atalik im Schnellschach und zwei Runden später fügte er dem Inder Sasikiran dessen zweite Niederlage in Folge zu.


Wolfgang Uhlmann

In der letzten Runde zeigte sich Klaus Bischoff so beeindruckt von dieser Leistung, das er mit Weiß gegen Uhlmann schnell remis anbot, was dieser annahm und so mit unglaublichen 7,5/9 auf Platz 7 einlief und das im Alter von 70!

Der tragische Held des Turniers war sicherlich der junge Iraner Elshan Moradiabadi. Erst warf in eine krankheitsbedingte kampflose Niederlage aus dem KO-Turnier, dann kämpfte er sich wieder heran und spielte in der letzten Runde die letzte reguläre Partie gegen IM Dimo Werner.


Dimo Werner

Einen Mehrbauern im Endspiel und deutlichen Vorteil hatte Elshan sich bereits herausgespielt, der geteilte Platz 3 und damit noch ein ordentliches Preisgeld winkte. Doch während des Schnellschachfinales zwischen Luther und Malakhatko, ließ sich auch der iranische Großmeister von der Hektik anstecken, stellte in Zeitnot eine Figur ein und gab schwer enttäuscht auf. Aber Bronze ging trotzdem in den Iran. Ehsan Ghaem Maghami besiegte nach verpatzter Eröffnung den Dresdner Jens Uwe Maiwald und sicherte sich damit den alleinigen 3.Platz mit 8/9, eine herausragende Leistung.


Ehsan Ghaem Maghani

Zu den positiven Überraschungen des Turniers zählten neben dem Auftreten von Uhlmann auch die insgesamt 4 IM-Normen (Seifert, Heck, Joachim und Figura) sowie eine WIM-Norm für das Dresdner „Covergirl“ Maria Schöne.


5 Normen in einem Open

Schöne wurde auch zweitbeste Frau im Turnier hinter der bereits erwähnten Anna Zozulia und vor der Polin Aneta Korosciel.


Beste Frau im Turnier: Anne Zozulia, daneben Jahja Eskandary

Den Preis als bester Senior bekam der hinter Uhlmann auf Platz 2 gelandete Deutsch-Iraner Jahja Eskandary.

Die Hamburger mussten etwas auf ihre Preise warten, aber in der Kategorie DWZ 1851 – 2000 konnten Vadym Salenko und Malte Colpe mit einem guten Schlussspurt noch die Plätze 3 und 4 belegen.


Malte Colpe (re, vorne) drehte zum Ende auf

Vor allem Malte drehte zum Ende hin richtig auf und schaffte das Kunststück in den beiden Schlussrunden beide Gegner (mit DWZ deutlich über 2000) mattzusetzen!


Die beiden erfolgreichen HSKler, Salenko und Colpe

So ging eine schöne, warme, erfolgreiche und lehrreiche Woche in Dresden zu Ende. Spätestens beim Hamburg-Open werden uns viele Schachfreunde wieder besuchen, auch der iranische GM Moradiabadi hat sein kommen angekündigt. Dresden scheint gewappnet für die Olympiade und hat sein Open endgültig im deutschen Turnierkalender etabliert.


Lehrmaterial zum Einkaufen


Roland Voigt kam nie richtig in Tritt


2. der Damen, Aneta Korosciel


Was machen Atalik und Bischoff zwischen den Runden?


Ein wahrer Schachfreund, Volker Schach

 

 

 

 

 

 

 

 



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