Rückblick auf Monaco

05.04.2005 – Das Amberturnier 2005 ist vorbei, aber natürlich noch nicht vergessen. Der überlegene Sieger heißt Vishy Anand, Alexander Morozevich wurde Zweiter. Neben der mediterranen Kulisse fand unsere Schachreporterin Anna Dergachova die Begegnung mit Madame Turoff besonders beeindruckend. Die Familie war mit dem letzten Zaren verwandt und wurde nach der Oktoberrevolution von den Bolschewiken verfolgt. Nur ihr Vater entkam mit seiner Tochter nach Frankreich. Bericht von Anna Dergachova...

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Das Amberturnier in Monaco
Von Anna Dergachova...

Zur zweiten Hälfte des Turniers in Monaco bin ich mit dem Flugzeug angereist. Ohne Auto an der Riviera zu sein, hat Vor- und Nachteile. Vom Flughafen Nizza musste ich dann mit dem Bus fahren, und später von Menton aus (eine kleine Stadt in Frankreich, wo ich ein Hotel gefunden habe) nach Monte-Carlo ebenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder manchmal gar zu Fuß (es sind immerhin fast 10 km, die Menton vom Spielort Grand Hotel in Monte-Carlo trennen). Dafür habe ich unterwegs viele wunderschöne Bilder machen können...

 





 

 und einige interessante Menschen kennen gelernt. So durfte ich mit Madam Turoff, einer Angehörigen der ehemaligen Zarenfamilie, speisen.

Ihre ganze Familie wurde während der Oktoberrevolution 1917 von den Bolschewiken ausgerottet und ihr Vater musste dann nach Frankreich fliehen, wo die kleine Turoff später bei ihrer Tante in Avignon aufwuchs und zur Schule ging. Ich besuchte sie in ihrem kleinen Appartement und durfte dort alte Fotos und Ikonen bewundern.





 

Auch in das Haus eines Architekten wurde ich eingeladen, und konnte feststellen, dass die „Aborigine“ ihre Häuser sehr liebevoll schmücken. Ich fühlte mich dort fast wie in einem Museum und das Mittagessen war auch hervorragend.

Doch nun zum Schach, das Rennen um den Turniersieg war lange vor dem Ende entschieden.

Vishi Anand marschierte unaufhaltsam und wurde überzeugender Erster. Lediglich um die nachfolgenden Plätze gab es einen harten Kampf. Natürlich wollte auch niemand das Ende der Tabelle zieren.



Alexander Morosevich gelang es die letzte Partie zu gewinnen, und damit den zweiten Platz zu sichern.

3 Tage vor Turnierende reiste eine Reihe junger holländischer Großmeister (Smeets, L´Ami uns Stellwagen) an, um ihren Teamkollegen Loek van Wely zu unterstützen.


Zaungast Gurevich

Jedoch nutzte auch ihr Daumendrücken nichts und Loek belegte den letzten Platz. Vielleicht waren es aber auch eher die unzählige Blitzpartien, die Loek während der Pausen zwischen den Runden spielte, die seinem schachlichen Können schadeten.

Als Ausgleichsport belegte weiterhin das Kickern den ersten Platz auf der Beliebtheitsskala. Fast alle Großmeister begaben sich an den Fussballtisch und es ging dort sogar teilweise härter zur Sache, als bei den Schachpartien.

Die Damen, damit meine ich Ehefrauen und Freundinnen der Spieler, verbrachten die meiste Zeit im Analyseraum mit Lesen und dem geduldigen Warten auf die Endergebnisse. Ich habe mich mit Olga, der Ehefrau Peter Svidlers, angefreundet, sie ist sehr am Schach interessiert und manchmal, nachdem ich einen Blick auf das Brett geworfen hatte, konnte ich sie beruhigen und erklären, dass ein Mehrbauer der gegnerischen Seite nicht zwingend zum Verlust Peters Partie führen muss.


Frau van Wely (rechts)


Klinova


Sofie Leko

Evgeny Bareev war in diesem Jahr, nach seinen eigenen Worten, nicht besonders in Form, dafür hat er zusammen mit Alexander Morosevich und Vladimir Kramnik (Platz 5) am kompromisslosesten gespielt.

Die meisten entschiedenen Partien stammen von diesen drei Spielern, was natürlich für die Zuschauer sehr schön und interessant ist.


Ivanchuk mit Freundin



Da ich meinen Rückflug am 31 März knapp verpasst habe, wollte ich die Zeit nutzen und die schöne Stadt Cannes besuchen, wo gerade die französische Mannschaftsmeisterschaft die stattfand.

Darüber berichte ich vielleicht später auch noch.

Bis bald, Anna. 

 

 



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