Rückschau auf die Europameisterschaft

15.08.2005 – Die Mannschaftseuropameisterschaft 2005 war für alle Teilnehmer, aber auch für die Schachfans in aller Welt, die sie von zuhause aus über das Internet mit verfolgten in jeder Beziehung heraus ragend. Die Abonnementssieger für Mannschaftswettbewerbe aus Russland, der Ukraine oder Armenien bleiben diesmal ohne Medaille. Stattdessen spielten sich die Niederlande als Sieger in den Vordergrund. Israel und Frankreich holten sich Silber und Bronze. Zu den Überraschungsteams, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen, zählten außerdem Polen und Griechenland. Die Polinnen holten sich sogar die Goldmedaille. Der schwedische Verband sorgte für eine beispielhafte Organisation vor Ort und versorgte die internationale Schachgemeinde über das Internet mit erstklassigen Informationen. Jacob Aagaard moderierte auf dem Fritzserver eine tägliche Radioshow mit Nachbetrachtungen zu den Partien des Tages. Auch ein Novum. Hier sein Rückblick, ergänzt mit Impressionen von Dr. Torsten Behl. Mehr...

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"The Green, the clean and the mighty"
Eine Bewertung der Europamannschaftsmeisterschaft in Göteborg 2005

Von Jacob Aagaard

Als die Europamannschaftsmeisterschaft in Göteborg gerade begann, mehrten sich die Berichte über die vielen Organisationsmängel bei der Jugendweltmeisterschaft in Belfort. Als Leser der Berichte in diversen Internetforen gewinnt man fast den Eindruck als wäre es die am schlechtesten organisierte Veranstaltung der Schachgeschichte gewesen. Umso mehr freut es mich, von der Organisation und den Spielbedingungen bei der Mannschaftseuropameisterschaft in Göteborg zu berichten. Diese war so perfekt durchgeführt, wie es vielleicht nur von einer etwas zurückhaltenden, aber sehr organisierten Nation wie Schweden realisiert werden konnte. Es war einfach ein großartiges Turnier.

Veranstaltungsort war ein großes Konferenzzentrum in der Mitte von Göteborg, wo das Turnier ohne jede Beanstandung zu Ende gebracht wurde. Es ist nur fair, die Veranstalter für ihre Mühen zu loben. Jeder hier, Spieler, Zuschauer, Pressevertreter, hatte eine tolle Zeit. Jeder wird das bestätigen, ganz egal, wen man fragt. Es wurde freier Zugang zum Internet geboten und  günstige Erfrischungsgetränke (Mineralwasser kostenlos an allen Brettern). Die Spieler hatten genug Platz. Jeder Wettkampf hatte einen absolut kompetenten und erfahrenen Schiedsrichter an seiner Seite, meist aus einem der skandinavischen Länder. 

Die Zuschauer mussten 3 Euro Eintritt bezahlen, was man kaum als überhöht ansehen kann. Besonders dann nicht, wenn man weiß, dass darin auch Kommentare von Nick de Firmian, Stellan Brynell, Ulf Andersson, Arii Ziegler und Joel Åkesson enthalten waren, unter der fachkundigen Moderation von Anders Pettersson.

Die Hoetlzimmer für die Spieler waren neu und komfortable eingerichtet mit TV, Telefon, Anrufbantworter und sogar einen Informationssystem über den TV-Bildschirm. Über dieses konnte man einfache eine Nachricht hinterlassen. Auch das Hotel befand sich in unmittelbarer Umgebung des Zentrum, mit Geschäften, Restaurants und dem Liseberg Vergnügungspark in der Nähe. Der beliebteste Platz war aber wahrscheinlich die Bar im 23. Stock mit einem fantastischen Überblick über Göteborg

Der einzige Haken an der ansonsten ausgezeichneten Organisation war das Essen. in den ersten vier Tagen war es deutlich schlechter als das, was man selber zu Hause aus den Überresten im Kühlschrank herstellen könnte, wenn man sich vornimmt, nicht mehr als einen Teller für das ganze Mahl schmutzig zu machen. Die Organisatoren übermittelten eine Vielzahl von Argumenten des beauftragten Catering-Service, das diese Qualität genau diese ist, die man für den Tagespreis einer Mahlzeit pro Person (11 Euro Gerüchten zufolge) erwarten darf. Die Spieler, die in den Restaurants in der Nähe essen waren, wissen das dies nicht zwingend ist.

Dies war der einzige Fehlgriff der Organisatoren, Nachdem Sie ihren Fehler bemerkt hatten, zahlten Sie für die Verbesserung der Qualität der Mahlzeiten dazu. Das Ergebnis wurde sofort spürbar.

Göteborg ist absolut bezaubernd im Sommer. Die Stadt ist das ganze Jahr über schön, aber die großen Parks und Grünflächen kommen im Sommer besonders zur Geltung.

Das einzige echte Problem bei dieser Veranstaltung überhaupt betrifft deren Kosten. Es wurde berichtet, dass der schwedische Verband aus der EM mit einem Defizit von 50.000 Euro heraus kommt. Dies betrifft jedoch den Veranstalter selbst. Die Schachfreunde, die hier zu Gast sein durften, sind dem Gastgeber zu großem Dank verpflichtet. Diesen möchte ich mit dieser Schlussbetrachtung Ausdruck geben.

Rückschau in Bildern:
Fotos:
Dr. Thorsten Behl (
Mehr Fotos von T.Behl bei ozzyfactory...)


Gothia Towers


Die Turnierhalle


Kommentatorraum


Vizeeuropameister Teimour Radjabov, mit 18 Jahren einer der jüngsten


Senior Viktor Kortschnoj


England analysiert


Der spätere Europameister: Die Niederlande


Jan Timman spielte riesig


Knapper Zweiter: Israel, hier Emil Sutovsky


Boris Gelfand


Bronzemedaille für Frankreich: Kapitän Gurevich im Gespräch mit Dorfman


Mit einer verjüngten Mannschaft am Start: Bundestrainer Uwe Bönsch


Uwe Bönsch und Christopher Lutz


Das deutsche Team: Lutz, Gustafsson, Graf und Dautov


Sieg gegen England


Lutz, Graf


Deutschland mit Gustafsson, Graf, Dautov und Kritz


Ungewohnt: Die Russen im Mittelfeld: Svidler, Dreev, Motyle, Timofeev


Russland hier mit Svidler, Dreev, Bareev und Timofeev


Traurig: Ivanchuk mit Olympiasieger Ukraine ohne Medaillenchance


Es lief auch nicht für wie gewünscht für Armenien


Hut mit Maja Chiburdanidze


Die Georgierinnen: Chiburdanidze, Khurthzidze und Lomineishvili


Die Russinnen. Kosteniuk, N.Kosintseva, T. Kosintseva, Galloamova, hinten: Trainer Yakovich


Alexandra Kosteniuk (Russland) freut sich


Vizeweltmeisterin Kovalevskaya (links) kämpft


Almira Skripchenko (Frankreich)

 

 

 

 



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