Reti Zürich verteidigt Schweizer Titel

13.10.2014 – Am Wochenende wurden in Winterthur die beiden Schlussrunden der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft gespielt. Reti Zürich unterlag zwar in der 8. Runde dem Lokalrivale SG Zürich, sicherte sich aber in der Schlussrunde mit einem Sieg über Riehen doch noch den Titel. Bester Spieler der Liga war Sebastian Schmidt-Schäffer vom Vizemeister Riehen.Mehr...

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Bulletin (Markus Angst)

Dritter Meistertitel für ASK Réti Zürich

4½:3½-Sieg im Direktduell gegen Vizemeister Riehen– Bronze für SG Zürich – Trubschachen und Mendrisio steigen in die Nationalliga B ab – IM-Norm für Sebastian Schmidt-Schäffer

ma. – Nach einer dramatischen Nationalliga-A-Schlussrunde wurde der ASK Réti in Winterthur zum dritten Mal nach 2011 und 2013 Schweizer Mannschaftsmeister im Schach. 22 Stunden nach der 3½:4½-Niederlage im Derby gegen Rekordmeister SG Zürich gewann Réti den alles entscheidenden Match um den Titel gegen das nach acht Runden verlustpunktlos führende Riehen mit 4½:3½.
 
Zum Meistermacher für die Zürcher wurde Sebastian Bogner. Der in der Schweiz lebende 23-jährige deutsche Grossmeister blieb im Spitzenkampf als Einziger siegreich. Während die anderen sieben Partien allesamt remis endeten, gewann Sebastian Bogner am zweiten Brett mit Weiss gegen seinen Landsmann GM Jörg Hickl. Allerdings hätte Réti 5:3 gewinnen müssen, denn Riehens IM Ralph Buss stand beim Stand von 4:3 für die Zürcher gegen IM Severin Papa klar auf Verlust, als er zu Recht eine dreifache Stellungswiederholung und damit ein Unentschieden reklamierte.

Die Meistermannschaft des ASK Réti Zürich (von links): IM Severin Papa, Edmund Hofstetter (Vorstandsmitglied), GM Mihajlo Stojanovic, IM Christian Maier, GM Sebastian Bogner, GM Joe Gallagher, FM Jonas Wyss, IM Ioannis Georgiadis, IM Roland Ekström (auf dem Foto fehlen die beiden vor der Siegerehrung abgereisten Grossmeister Robert Fontaine und David Marciano).
 
Tags zuvor hatte noch vieles für Riehens ersten Titel in der 63-jährigen Geschichte der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) gesprochen. Denn während Réti gegen den Stadtrivalen verlor, feierten die Basler gegen Schlussrunden-Organisator Winterthur einen ungefährdeten 5½:2½-Sieg und gingen als erster NLA-Klub seit fünf Jahren (SG Zürich) mit dem Punktemaximum in den finalen Durchgang. Beim klaren Erfolg gegen Winterthur war Riehen erstmals in dieser Saison mit seiner Nummer 1 GM Vadim Milov (Remis gegen IM Nico Georgiadis) angetreten. Gegen Réti fehlte der Drittplatzierte der diesjährigen Schweizer Einzelmeisterschaft dann aber, weil er gegen seinen ehemaligen Klub nicht spielen wollte.
 
Bronze ging nach einem spannenden Zweikampf mit dem punktgleichen Genf an das in der Schlussrunde gegen Luzern (5.) siegreiche Zürich – dank 4½ Einzelpunkten Vorsprung auf die Genfer.
 
In die Nationalliga B absteigen müssen Mendrisio und Trubschachen – die 2007 noch Meister gewordenen Tessiner drei Jahre nach ihrem Wiederaufstieg, die Emmentaler nach nur einer Saison. Mendrisio kam ersatzgeschwächt und dezimiert an die NLA-Schlussrunde und trat im vorentscheidenden Abstiegskampf gegen Schwarz-Weiss Bern (2½:5½-Niederlage) zu siebt und im letzten Match gegen Genf (1½:6½-Niederlage) gar nur zu sechst an. Trubschachen, das zum Saisonschluss noch zweimal hoch verlor (2½:5½ gegen Neuenburg und ½:7½ gegen Winterthur) blieb wie Wollishofen vor Jahresfrist punktelos. Dafür schaffte Neuenburg, nominell als Nummer 10 in die Saison gestartet, überraschend den Klassenerhalt – im Gegensatz zu ihrer ersten NLA-Saison 2012, als die Romands mit null Punkten sofort wieder abstiegen.
 
Erfolgreichster Einzelspieler der diesjährigen Saison war der 44-jährige Deutsche Sebastian Schmidt-Schäffer aus dem Team von Vizemeister Riehen. Der promovierte Chemiker, der nicht einmal einen FM-Titel trägt, erreichte 8½ Punkte aus neun Runden und sorgte damit für das zweitbeste je erzielte Resultat in der Nationalliga A. Erfolgreicher war nur GM Vadim Milov, der 2004 das Maximum von 9 aus 9 geholt hatte. Sebastian Schmidt-Schäffer schaffte damit die erste IM-Norm in seiner langen Karriere.

Sebastian Schmidt-Schäffer

Fast hätte es für einen Riehener Spieler und Landsmann von Schmidt-Schäffer auch noch eine Grossmeister-Norm gegeben. Doch dem 22-jährigen IM Andreas Heimann, der 2009 mit 8 aus 9 für das drittbeste Resultat in der NLA-Geschichte gesorgt hatte, fehlte ein halber Punkt. Er kam nach einem Remis gegen GM David Marciano in der Schlussrunde «nur» auf 6½ aus 9 – für seine zweite GM-Norm nach dem European Club Cup 2013 auf Rhodos wären 7 aus 9 nötig gewesen.
 
Zweitbeste Spieler waren ex-aequo die drei für die SG Zürich spielenden Grossmeister Yannick Pelletier, Christian Bauer und Lothar Vogt mit 7 aus 9. IM Ioannis Georgiadis (Réti) kam auf 6½ aus 8.
 

Nationalliga A, 8. Runde
 
Réti Zürich - Zürich 3½:4½
(Bogner - Pelletier 0:1, Stojanovic - Bauer ½:½, Fontaine - Vogt 0:1, Gallagher - W. Hug ½:½, Georgiadis - Studer ½:½, Marciano - Grünenwald ½:½, Ekström - Rindlisbacher ½:½, Maier - Friedrich 1:0).
Winterthur - Riehen 2½:5½
(Georgiadis - Milov ½:½, Jussupow - Hickl ½:½, Forster - Cvitan ½:½, Jenni - Heimann 0:1, Ballmann - Renet ½:½, Huss - Schmidt-Schäffer 0:1, Nuri - Toth 0:1, Schiendorfer - Brunner ½:½).
Luzern - Genf 3:5
(Hübner - Sokolow ½:½, V. Atlas - Edouard 0:1, Borgo - Riff ½:½, Kurmann - Istratescu ½:½, Lötscher - Sermier 0:1, Züger - Mirallès ½:½, Weindl - Gerber 1:0, Botta - Duport 0:1).
Trubschachen - Neuenburg 2½:5½ (Siebrecht - Pinter ½:½, G. Heinatz - Turdyev 0:1, Kaenel - Ermeni ½:½, Lipecki - Fejzullahu 0:1, Adler - Preissmann ½:½, Haldemann - Kolly 0:1, M. Heinatz - Reich 1:0, Moser - Berset 0:1).
Mendrisio - Schwarz-Weiss Bern
2½:5½ (Bellini - Klauser 1:0, Mantovani - Buhmann ½:½, Patuzzo - Fröwis 0:1, N. Cavadini - Nüesch 0:1, Sedina - Lutz ½:½, S. Cavadini - Ollenberger 0:1, Pedrini - Kappeler ½:½, Schiendorfer 0:1 f.).
 
Nationalliga A, 9. Runde
 
Riehen - Réti
3½:4½ (Cvitan - Stojanovic ½:½, Hickl - Bogner 0:1, Heimann - Marciano ½:½, Renet - Gallagher ½:½, Toth - Fontaine ½:½, Brunner - Georgiadis ½:½, Buss - Papa ½:½, Schmidt-Schäffer - Ekström ½:½).
Zürich - Luzern
4½:3½ (Pelletier - Hübner ½:½, Bauer - V. Atlas 1:0, Vogt - Borgo ½:½, W. Hug - Züger ½:½, Studer - Lötscher ½:½, Grünenwald - Kurmann 0:1, Rindlisbacher - Weindl ½:½, Friedrich - Botta 1:0).
Genf - Mendrisio
6½:1½ (Edouard - Bellini ½:½, Istratescu - Mantovani 1:0, Riff - Patuzzo 1:0, Sokolow - Sedina ½:½, Sermier - S. Cavadini 1:0, Mirallès - Pedrini ½:½, Duport 1:0 f., Gerber 1:0 f.).
Winterthur - Trubschachen 7½:½
(Jussupow - Siebrecht ½:½, Georgiadis - Kaenel 1:0, Jenni - G. Heinatz 1:0, Ballmann - Adler 1:0, Kaczmarczyk - Lipecki 1:0, Huss - Haldemann 1:0, Schiendorfer - M. Heinatz 1:0, Nuri - Moser 1:0).
Neuenburg - Schwarz-Weiss 3½:4½
(Ermeni - Buhmann 0:1, Turdyev - Klauser 0:1, Pinter - Fröwis 1:0, Kolly - Nüesch 0:1, Preissmann - Ollenberger 1:0, Berset - Kappeler 0:1, Bex - Regez 1:0, Robert - Schiendorfer ½:½).
 
Schlussrangliste nach 9 Runden:

1. Réti 16 (47½/Schweizer Meister 2014).
2. Riehen 16 (46½).
3. Zürich 14 (46½).
4. Genf 14 (42).
5. Luzern 10 (41).
6. Winterthur 7 (36).
7. Schwarz-Weiss 6 (30½).
8. Neuenburg 5 (27½).
9. Mendrisio 2 (24½/Absteiger).
10. Trubschachen 0 (18/Absteiger).
 
Die erfolgreichsten Punktesammler in der NLA:

Sebastian Schmidt-Schäffer (Riehen) 8½ Punkte aus 9 Partien (IM-Norm), GM Yannick Pelletier, GM Christian Bauer und GM Lothar Vogt (alle Zürich) je 7/9, IM Ioannis Georgiadis (Réti) 6½/8, GM Oliver Renet, IM Andreas Heimann (beide Riehen) und GM Robert Fontaine (Réti) je 6½/9, IM Jean-Noël Riff (Genf) 6/8, GM Robert Hübner, IM Beat Züger (beide Luzern) und IM Nicolas Brunner (Riehen) je 6/9, GM David Marciano (Réti) und FM Lars Rindlisbacher (Zürich) je 5½/8.
 

Partien bis Runde 7
 

 

 

Die Meister der letzten 10 Jahre


2014 Réti Zürich
2013 Réti Zürich
2012 Genf
2011 Réti Zürich
2010 SG Zürich
2009 SG Zürich
2008 SG Zürich
2007 Mendrisio
2006 Reichenstein
2005 SG Zürich
2004 Biel

 

Meistertitel seit der Einführung der SMM 1951

 

SG Zürich: 24
Allschwil: 8
Biel: 7
Nimzowitsch Zürich: 6
Bern (Zytglogge): 3
Birseck: 3
Genf: 3
Réti Zürich: 3
Basel: 2
Winterthur: 2
Luzern: 1
Reichenstein: 1
Mendrisio: 1
 
 

 

Fotos: Markus Angst 

 

Webseite des Schweizerischen Schachbundes...

 

 


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