Analysieren: das kann doch jeder, - oder?

von Martin Fischer
27.02.2018 – Analysieren ist doch ganz einfach: Fritz 16 Daueranalyse aktivieren und Züge eingeben! Aber es geht besser, als passiv auf das Enginefenster zu starren. Man kann mehr lernen, besser trainieren, wenn man aktiv analysiert und die ChessBase Features richtig nutzt. Das fängt schon mit der Partieeingabe an. ChessBase Seminarleiter Martin Fischer zeigt, wie man mit ChessBase professionell analysiert. | Zeichnung: ChessBase

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Mit Fritz 16 analysieren

Schon auf dem Heimweg vom Wettkampf  kann man über die ChessBase Web App "MyGames" die Partie eingeben. Dann erinnert man sich noch an die eigenen Ideen und Berechnungen und kann das als Kommentar eingeben. Während der Eingabe hat man Zugriff auf das LiveBook und kann mit der Engine taktische Fehler schnell sehen. Alles, was wir in der Cloud Datenbank speichern, steht uns auch später von allen anderen Geräten über unseren ChessBase Account zur Verfügung.

Man kann von jedem Gerät mit Internetbrowser direkt auf die Cloud Datenbank zugreifen

Man kann von jedem Gerät mit Internetbrowser direkt auf die Cloud Datenbank zugreifen

Cloud Datenbank

In der Cloud Datenbank können wir unsere Kommentare und Analysen direkt mit eingeben und sie schon einmal für die spätere, weitere Analyse Hause sichern

Zuhause ist Fritz 16 das beste Analysewerkzeug. Klicken Sie auf dem Startschirm "EINGEBEN & ANALYSIEREN" an.

Fritz 16 besitzt eine eigens zur Eingabe von Partien vorgesehene Funktion: "EINGEBEN & ANALYSIEREN"

Fritz 16 besitzt eine eigens zur Eingabe von Partien vorgesehene Funktion: "EINGEBEN & ANALYSIEREN"

Ganz neu in Fritz 16 ist die Funktion „Partieformular entziffern“. Denn häufig kann man beim Abtippen des Partieformulars seine eigene Schrift nicht mehr lesen. Dann kann es schon mal vorkommen, dass ein Zug illegal erscheint, weil der vorige Zug nicht korrekt aufgeschrieben wurde.

Partiefomular entziffern

Es gibt sogar eine Funktion die dabei helfen soll, unleserlich geschriebene Partiefomulare zu entziffern!

Fritz 16 zeigt die Züge in roter Schrift, wenn es Unregelmäßigkeiten in der Notation gibt.

Züge, die in roter Farbe dargestellt werden weisen darauf hin, dass es eine Unregelmäßigikeit in der Notation gibt

Züge, die in roter Farbe dargestellt werden weisen darauf hin, dass es eine Unregelmäßigikeit in der Notation gibt

Bevor man die Engine einschaltet, sollte man die Partie einmal selbst analysieren. Vielleicht findet man dann schon die ersten Fehler aus eigener Kraft. Danach hilft uns Fritz: Der Basismodus für die Partieanalyse ist die Funktion mit dem Namen "Daueranalyse", die sich unter dem Menüpunkt "START" in der Menüleiste befindet.

Daueranalyse mit der Schach-Engine

Daueranalyse

Der Basismodus für die Partieanalyse ist die Funktion mit dem Namen "Daueranalyse", die sich unter dem Menäpunkt "START" in der Menüleiste befindet

Daueranalyse mit der Schachengine

Daueranalyse mit der Schachengine

Während der Daueranalyse berechnet die Engine diejenige Stellung, die auf dem Brett angezeigt wird. Wenn wir die Funktion "Let´s Check" dazugeschaltet haben, sehen wir auch gleich, ob die Position schon von anderen Spielern mit sehr starken Engines sehr tief analysiert wurde.

Taktische Analyse

Taktische Analyse

Unter den Menüpunkten "START" und "Analyse", befindet sich auch die Option "Vollanalyse". Hierbei handelt es sich um eine komplexe, aber einfach zu bedienende Funktion, die es ermöglicht, die Partie automatisch nach Fehlern und kleinen Ungenauigkeiten zu durchsuchen. 

Das Programm fügt der Partienotation die Kommentare und Varianten hinzu und berücksichtigt dabei folgende Faktoren:

  • Eröffnungstheorie
  • Taktische Motive, starke Züge, Kombinationen, Figurenopfer und Doppelangriffe
  • Mögliche Fehler, Ungenauigkeiten und andere kritische Anmerkungen zur Partie
  • Schwache Züge, die nicht ausgeführt wurden ("Warum kann ich diese Figur nicht schlagen?"), meistens wird dabei die entsprechende taktische Abwehr gleich mit aufgeführt
  • Drohungen und Angriffsmotive
  • Ideen zur Verteidigung, Initiativen, Angriffsmöglichkeiten, Manöver, Einstufung der Endspiele und unlogische Partieergebnisse

Unter dem Reiter "Analyse" befinden sich die Hauptanalysefunktionen

Unter dem Reiter "Analyse" befinden sich die Hauptanalysefunktionen

1. Die Fehleranalyse

Die Funktion "Fehlersuche" bewirkt keine Vollanalyse der Partie, sondern konzentriert sich auf eine rein taktische Analyse, um die gröbsten Fehler aufzuspüren. Im Dialogfenster gibt es diverse Optionen zur Auswahl, um den dicksten Schnitzer zu erkennen.

Die Funktion "Fehlersuche" bewirkt keine Vollanalyse der Partie, sondern konzentriert sich auf eine rein taktische Analyse, um die gröbsten Fehler zu finden

Die Funktion "Fehlersuche" bewirkt keine Vollanalyse der Partie, sondern konzentriert sich auf eine rein taktische Analyse, um die gröbsten Fehler aufzuspüren

2. Die Stellungsanalyse

Die Stellungsanalyse verwendet man, um eine konkrete Stellung zu analysieren, nicht aber für die Analyse der gesamten Partie. Diese Funktion ist sehr nützlich, um sich detailliert mit kritischen Stellungen auseinanderzusetzen. Diese Funktion ist außerdem außerordentlich wichtig für Fernschachspieler. Es wird ein Analysebaum für die jeweilige Stellung erstellt. Sie können dabei vorgeben, wie tief die Analyse gehen soll und wir umfangreich der Analysebaum sein soll. Außerdem können Sie angeben, welche Züge Sie von vornherein ausschließen möchten.

Stellungsanalyse

Die Stellungsanalyse

3. Let´s Check!

Eine Stellungsanalyse, die normalerweise mehr als eine Stunde dauern würde, kann man mit der Funktion "Let´s Check!" in kürzester Zeit erledigen, denn es wird direkt auf alle Informationen zugegriffen, die auf dem Let´s Check Server gespeichert sind und zuvor von unzähligen Engines auf teilweise sehr starken Rechnen bereits bis ins Detail durchgerechnet worden sind: „Let’s Check“ hält fertige Analysen für über 200 Mio. Stellungen für Sie bereit inclusive des Endspiel-Turbos mit allen 5-Steiner Endspielen und den wichtigsten 6-Steiner!

Let´s Check!

4. Analysevergleich

Die Ergebnisse, zu denen die verschiedenen Engines gekommen sind, können mit der Funktion "Analysevergleich" automatisch untersucht werden. Sie können die Ergebnisse gut vergleichen und erkennen die Stärken und Schwächen der Engines.

Analysevergleich

Analysevergleich

5. Stellung ausspielen

Mit einem Engine-Duell kann eine Partie aus einer bestimmten Position heraus zu Ende gespielt werden. Sie testen damit die Engines u.a. können mit unterschiedlicher Rechentiefe taktische Positionen, Strategien oder Endspiele ausgespielt werden und Sie können die häufigsten Mittelspiele oder Endspiele genauer bewerten.

Stellung ausspielen

Stellung ausspielen

6. Monte Carlo Analyse

Bei der Monte Carlo Analyse spielt die Engine eine große Anzahl an Partien gegen sich selbst und zeigt die Ergebnisse in Form eines Statistikbaums an. Die sogenannte "Monte Carlo Analyse" ist nicht für alle Engines verfügbar, sondern nur die Engines von Raylich, also Rybka 3 und 4 oder (inkl. Deep-Versionen) und Fritz 15 bzw. Fritz 16.

Monte-Carlo Analyse

Monte Carlo Analyse

Cloud Engine

Falls Sie doch einmal eine Stellung mit einer Top-Engine auf sehr starker Hardware analysieren wollen, können Sie sich eine Engine mieten, die auf einem fremden Superrechner läuft! Es sind ständig superschnelle Rechner im Angebot, die über 100 Mio. Stellungen pro Sekunde berechnen, diese Rechner sind dann gerne 20 mal schneller als normale PCs. Auf so einem Superrechner werden selbst sehr komplizierte Analysen zu einer Kleinigkeit und sie brauchen dafür keine Ressourcen auf ihrem eigenen Computer und der Lüfter des eigenen Notebooks springt nicht mal an. So arbeiten heute die Profis…

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Cloud Engine

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Probieren Sie alles einmal aus und Sie werden sehen: Analysieren mit Fritz ist mehr als "Daueranalyse" aktivieren.

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Sehen Sie das? Fritz 16 freut sich schon auf Sie! Und Sie werden mit dem neuen Fritz auch viel Spaß haben. Freuen Sie sich auf viele packende Partien und Siege mit "Easy Play" und der "Assisted Analysis"!

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Martin Fischer, Jahrgang 1962, ist ChessBase-Mitarbeiter. Unter anderem organisiert er und hält Seminare über ChessBase und ist Turnierleiter auf playchess.com. Für ChessBase stellt er das vierteljährliche Taktik-Heft „Schach-Problem – Die rätselhaften Seiten von Fritz” zusammen. Er lebt in Hamburg und spielt Schach beim Schachklub Johanneum Eppendorf.
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