Ride Emirates

21.04.2011 – Nachdem der Favorit des Turniers, Krishnan Sasikiran, schwächelte und u.a. gegen Parimarjan Negi verlor, übernahm der einstige indische Wunderjunge die Führung im Dubai Open und steuerte dem Turniersieg entgegen. In der letzten Runden verlor der Spitzenreiter dann jedoch gegen den ehemaligen Jugendweltmeister Abhijeet Gupta und musste seinem Landsmann den Vortritt bei der Pokalübergabe lassen. Die kleine deutsche Delegation kehrt ebenfalls gut gelaunt vom Ausflug aus Dubai (Bild) zurück, was teils an den guten Ergebnissen liegt, z.T. dem ausgewogenen Rahmenprogramm zuzuschreiben ist. Andreas Albers berichtet. Desert Safari und Schachturnier...

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Großartige Tage in Dubai!
Von Andreas Albers

Ein Ruhetag während eines Opens ist schon was Feines! Die Titelträger und Schachverrückten nutzen die Gelegenheit für ein sehr gut dotiertes Blitzturnier (Preisfond 4000$!), das vom eigens eingeflogenen iranischen GM und Hamburger Bundesligaspieler Ehsan Ghaem Maghami gewonnen wurde. Die Schachtouristen aus Deutschland gönnten sich hingegen eine „Desert Safari“. Mit dem Jeep geht es ein knappe Stunde raus aus der Stadt, dann im „Zwischenlager“ einmal umsteigen und dann ab in die Dünen.



Die meisten Bilder sind leider verwackelt: die Fahrer ziehen eine ordentliche Show ab, gegen die eine Achterbahnfahrt ein Kindergeburtstag ist.

Nach 20 Minuten Auf und Ab begrüßt das „Safari-Camp“ seine Gäste und man darf sich mit den tierischen Bewohnern der Wüste ablichten lassen.



Jonathan Carlstedt mit einem Jagdfalken.

Das Wüstencamp bietet jeden Nachmittag/Abend Platz für rund 500 Gäste.

Die Karawane zieht weiter…





Pfff...

Niclas und unser indischer Freund Manodip Dhar sind noch nicht so ganz sattelfest.

Aber man kann in der Wüste natürlich nicht nur reiten, sondern auch mal ordentlich Gas geben



Die Höllenengel mit ihren heißen Öfen.



... und auch Andi Albers darf endlich mal ein wenig angeben.

So allmählich neigt sich die Sonne über der Wüste und um eine große Bühne finden sich alle Gäste des Abends ein. Arabische Musiker stimmen die Menge mit orientalischen Klängen ein



Für unsere Ohren immer noch ungewöhnlich, aber nicht ohne Reiz…



Und die persischen „Drehtänzer“ verzaubern uns in ihre Welt.

Das große Büffet wird eröffnet. Mit getrennten Schlangen für Damen und Herren, das Essen war allerdings dasselbe. Houmus, Salate, Pasta und Gegrilltes wird gereicht, so viel wie man möchte und Getränke frei.



Orientalische Köstlichkeiten!

Kaum hat man wieder Platz genommen, geht die Show weiter. „Ihr müsste darauf achten, wenn Ihr den Trip bucht, dass auf jeden Fall Tänzerinnen dabei sind!“ Hatte mir Mr. Toukhi, die gute Seele des Turniers, mit auf den Weg gegeben, was soll ich sagen?



Wir kamen auch optisch voll auf unsere Kosten.



Die Bauchtänzerinnen sind an einem solchen Abend einfach nicht wegzudenken.



Und auch die Herren der Schöpfung geben sich alle Mühe, richtig Urlaubsstimmung aufkommen zu lassen.



Das Publikum ist begeistert.

Sehr satt und mit sehr vielen Eindrücken gibt es noch ein Abschlussfoto.



Und dann geht auf dem einfachen Weg wieder zurück. Statt Dünen wird für den Rückweg die nur 200 Meter entfernte Autobahn genutzt. Aber zu Beginn macht man für die Gäste natürlich gerne ein wenig Show!

Zurück zum Turnier, Runde 6 steht auf dem Programm und die dann gleich als Doppelrunde. Das erste Open, dass ich kenne, in dem Remisangebote vor dem 30. Zug verboten sind, führte zu einer großartigen Kampfesstimmung unter allen Beteiligten. Lediglich bei dieser Doppelrunde gab es die eine oder andere schnelle Zugwiederholung:



Levan Pantsulaia und Mikhail Mchedeshvili hatten die Zugwiederholung mit Damenopfer nach 10 Minuten gefunden.

Aber dies waren wirklich die absoluten Ausnahmen.

Maksat Atabayev aus Turkmenistan sieht aus, als könnte er kein Wässerchen trüben…



Aber Niclas sind nach seinem Sieg die Anstrengungen und die Erleichterung förmlich im Gesicht abzulesen.)

Das Ehepaar Malakhatko/Zozulia spielt meistens in derselben Punktegruppe, doch während Anna sehr zufrieden sein kann, wird Vadim immer wieder gegen vermeintliche Außenseiter zurückgeworfen.



Hinten sitzt GM Vadim Malakhatko und vor ihm IM Anna Zozulia, beide spielen mittlerweile für Belgien.

Es kommt die große Zeit des Parimarjan Negi, der gegen den Topfavoriten Krishnan Sasikiran einen Weißsieg landen kann und damit den Platz auf der Bühne erobert.

Schon lange kein Unbekannter mehr, aber wann springt Negi auf die nächste Stufe?

Ein Schwarzremis gegen Murtas Kazhgalev aus Usbekistan und dann die vorletzte Runde gegen Jon Ludvig Hammer, der sich mit einer tollen Energieleistung wieder ganz nach vorne gespielt hat:

Negi ist hochkonzentriert und hat gerade mit Td4 zum finalen Angriff geblasen.



Während Hammer sich sein Elend noch ein paar Minuten betrachtet und dann die Segel streicht!

Wer soll Negi noch aufhalten? 5/5 mit Weiß und bisher keinerlei Schwäche gezeigt, die Sache scheint entschieden.

In der Cafeteria des Spielsaales treffen sich die GMs Halkias und Balogh mit ihren starken Partnerinnen Svetlana Cherednichenko und Veronika Schneider

Ein perfektes Turnier für schachspielende Paare.

Vor der letzten Runde lassen es sich auch unsere beiden Jungspunde nicht nehmen, einmal so zu tun, als würden sie um den Turniersieg spielen und setzten sich auf die Bühne:

„Maybe next year!“ ist Hammers Kommentar dazu

Jon Ludvig, der sich heute als Tourist tarnt…



... und dann doch sehr überzeugend gegen Alexej Alexandrov gewinnt!



Auch in der letzten Runde wird nichts abgesichert, Csaba Balogh hat mal wieder die ganz scharfen Varianten rausgekramt und gewinnt in einer spannenden Partie gegen Sasikiran.



Auch mal eine Materialverteilung…., gut, wenn man das alles noch auf dem Rechner zu Hause hatte.

Und im Kampf um den Turniersieg kommt es doch tatsächlich zur großen Überraschung! Abhijeet Gupta, ehemaliger Juniorenweltmeister, schlägt sehr überzeugend Negi.



Während Gupta bereits zu ersten Spaziergängen ansetzt, versucht Negi verzweifelt die Situation zu retten.

Aus deutscher Sicht gibt es ebenfalls Positives zu vermelden: Jade Schmidt hatte zwar zwischendurch eine Schwächphase, drehte dann aber groß auf und schlug in der letzten Runde mit Vladimir Feldman aus Australien den ersten IM ihrer Karriere!



Gegen den Syrer Rafee gab es in Runde 8 einen Sieg und einen Tag später den ersten IM-Skalp für Jade Schmidt.

Und auch Niclas Huschenbeth hatte sein Pulver noch nicht verschossen und besiegte in der Finalrunde mit GM Merab Gagunashvili einen starken Georgier und rutschte noch in die Hauptpreise auf Platz 14.



In der gemeinsamen Analyse versuchen Huschenbeth, Carlstedt und Gagunashvili die schwarze Stellung zu retten)

Die Siegerehrung soll einen eigenen Ehrentag haben, so findet auch die „Closing ceremony“ erst am Tag darauf statt. Für uns die perfekte Gelegenheit, noch einmal einen Tag „Urlaub“ zu machen und den Wasserpark „Wild Wadi“ direkt vor dem legendären Burj Al Arab aufzusuchen.



Das obligatorische Beweisfoto vor dem einzigen 7 Sterne-Hotel der Welt.



Und ein Blick über den „Wild Wadi“, bei dem



... es auch eine ganz spezielle Ladies Night für die traditionellen Familien gibt.

Selbstverständlich wurden auch wirklich alle Attraktionen von uns getestet:



Die Riesenrutsche (Fazit: Hui und Aua!)



Und Fische ("Kangal" oder "Doktorfisch"), die einem eine Art Peeling verabreichen (muss man auch Mut zu haben).



Und Surfen mal ohne Internet.



Nach einem langen Tag voller Rutschen, Planschen und Adrenalin-Stoß blieb der IM-Besiegerin auch noch genug Zeit für eine letzte Ruhepause.

Am Abend geht’s dann zur Siegerehrung, zu der Sheikh Rasheed Al Maktoum höchst persönlich eingeladen wird und uns mit seiner Anwesenheit beglückt.

Das Gruppenbild mit allen Hauptpreisgewinnern.



Das erfolgreichste Pärchen der Woche: Veronika Schneider schlug ihren ersten GM und dann gleich 3 im Turnier und erreichte voller Stolz ihre erste (Männer-)
GM-Norm! Ihr Freund Csaba Balogh begeisterte mit aggressivem Schach und wurde mit Platz 3 belohnt! Zur Belohnung ging es am späten Abend zum Cocktail ins Burj Al Arab, Herzlichen Glückwunsch Ihr Beiden.



Und der würdige, wenn auch etwas überraschende, Turniersieger: Abhijeet Gupta aus Indien.

Was bleibt nach 10 Tagen Dubai: Ein perfektes Turnier, viele neue Bekanntschaften und die Hoffnung auf ein Wiedersehen in 2012!



Es ist zumindest eine Vision, die propagiert wird und als Organisatoren ist es schon Weltspitze!
 


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