14.07.2019 – Beim FIDE Grand Prix in Riga sind heute die Tiebreaks der 1. Runde gespielt worden. Den stärksten Eindruck hinterließ dabei Alexander Grischuk, als er gleich die ersten beiden Rapidpartien gegen Nikita Vitiugov glatt gewann. Die 2. Runde (Viertelfinale) erreicht haben neben Grischuk auch Wesley So (gegen Pentala Harikrishna), Jan-Krzysztof Duda (gegen Peter Svidler), Veselin Topalov (gegen Hikaru Nakamura), Sergey Karjakin (gegen Anish Giri) und Yu Yangyi (gegen Levon Aronian). Karjakin und Yu Yangyi schafften das Weiterkommen erst mit Hilfe des letzten Mittels "Armageddonpartie". | Fotos: Niki Riga / World Chess
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FIDE Grand Prix Riga
Zwei der insgesamt acht Erstrundenduelle waren bereits gestern nach der zweiten Partie klassischen Schachs entschieden gewesen: Maxime Vachier-Lagrave hatte 1½:½ gegen David Navara gewonnen; das gleiche Resultat hatte es zwischen Shakhriyar Mamedyarov und Daniiel Dubov gegeben. Vachier-Lagrave und Mamedyarov standen also bereits vor Beginn der Tiebreaks in der 2. Runde. Beide sind zudem mit zwei Grand-Prix-Punkten ausgestattet: Einen Punkt haben sie für das Überstehen der 1. Runde erhalten, den anderen dafür, dies ohne Tiebreak geschafft zu haben. Ohne einen Punkt ausgeschieden waren dagegen bereits gestern Navara und Dubov.
Sechsmal Tiebreak zum Ende der 1. Runde
Ein Tiebreak besteht beim FIDE Grand Prix aus mehreren Stufen; endet eine Stufe unentschieden, dann geht es weiter mit der nächsten:
Stufe 1: zwei 25-Minuten-Partien mit einem Zeitzuschlag von 10 Sekunden pro Zug
Stufe 2: zwei 10-Minuten-Partien mit einem Zeitzuschlag von 10 Sekunden pro Zug
Stufe 3: zwei Blitzpartien (5 Minuten + 3 Sekunden pro Zug)
Stufe 4: eine Armageddonpartie mit 5 Minuten für Weiß und 4 Minuten für Schwarz (+ 2 Sekunden ab Zug 61) - bei einem Remis in dieser Partie hätte Schwarz das Match gewonnen.
Wesley So - Pentala Harikrishna (Klassisch: ½:½, ½:½) 1:0, ½:½
In der ersten Partie gewann Wesley So aufgrund von mehr verfügbarem Material (Turm und zwei Leichtfiguren gegen Harikrishnas Dame) und mehr verfügbarer Zeit. Die zweite Partie endete in einem Turmendspiel mit symmetrischer Struktur recht prosaisch remis. Damit hatte So es in die zweite Runde geschafft; sein indischer Gegner Pentala Harikrishna ist ausgeschieden.
Karjakin gewann gleich die erste Partie des Stichkampfes in äußerst überzeugender Manier:
Nachdem Giri in der zweiten Partie den Ausgleich geschafft hatte, ging es hier mit den 10-Minuten-Partien weiter. Zwei Remisen führten dort zum Erfordernis zweier Blitzpartien, die ebenfalls beide remis endeten. Notwendig war somit eine abschließende Armageddonpartie. Karjakin hatte Weiß und gewann: Damit hatte der russische Großmeister die zweite Runde erreicht. Für Anish Giri hingegen war das Ausscheiden aus dem Turnier besiegelt.
Peter Svidler - Jan-Krzysztof Duda (Klassisch: ½:½, ½:½) ½:½, 0:1
Duda reichte ein Mehrbauer, um Partie 2 und damit das Match für sich zu entscheiden:
Ein Bauer reichte Jan-Krzysztof Duda heute, um es in die 2. Runde zu schaffen
Alexander Grischuk - Nikita Vitiugov (Klassisch: ½:½, ½:½) 1:0, 1:0
In der ersten Rapidpartie zeigte Alexander Grischuk einen überfallartigen Mattangriff, an dem die "Romantiker" vor 150 Jahren ihre helle Freude gehabt hätten:
Nachdem Grischuk dann auch die zweite Partie noch gewonnen hatte, war er für die 2. Runde qualifiziert. Vitiugov ist ausgeschieden.
Nach zwei Unentschieden im Schnellschach mussten die Spieler sich, diesmal zu zwei 10-Minuten-Partien, ein weiteres Mal an den Tisch setzen. Nachdem auch diese Partien nur zwei Remisen erbracht hatten, ging es hier mit Blitz weiter. Da endete dann zwar die endlos erscheinende Remisserie, aber beide Spieler gewannen jeweils eine Blitzpartie. Somit musste die Entscheidung über Weiterkommen bzw. Ausscheiden mit Hilfe der Armageddonpartie herbeigeführt werden. Diese letzte Partie zwischen den beiden endete Unentschieden; weil Yu Yangyi Schwarz hatte, war der Chinese damit für die 2. Runde qualifiziert.
Längste Remisserie in Runde 1: Yu Yangyi und Levon Aronian
Klaus BesenthalKlaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.
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