Rivalen: Vishy Anand und Vladimir Kramnik

von Johannes Fischer
09.09.2020 – Vishy Anand und Vladimir Kramnik sind Freunde, aber auch Rivalen. Sie haben einen WM-Kampf und etwa 150 Partien gegeneinander gespielt und beide gehörten zwei Jahrzehnte lang zu den drei besten Spielern der Welt. In der indischen Sportsendung "The Finish Line" spricht Anand über seinen WM-Kampf gegen Kramnik 2008 in Bonn. Anand spricht über Eröffnungen, Psychologie, Wettkampfstrategie und verrät, warum dies einer der wichtigsten Wettkämpfe seiner Karriere war. | Foto: Alina l'Ami

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Vishy Anand über seinen Weltmeisterschaftskampf gegen Vladimir Kramnik 2008 in Bonn

Seinen ersten WM-Kampf spielte Anand 1995 in New York gegen Garry Kasparov. Die ersten acht Partien des Wettkampfs endeten Remis, doch dann gewann Anand die neunte Partie und ging 1-0 in Führung. Doch dann kam der Einbruch. Kasparov gewann die zehnte, die elfte, die dreizehnte und die vierzehnte Partie und siegte am Ende klar mit 10,5:7,5.

Im Jahre 2000 wurde Anand FIDE-Weltmeister und 2007 gewann er das WM-Turnier in Mexiko Stadt mit einem Punkt Vorsprung vor Kramnik und wurde damit offiziell der 15. Weltmeister der Schachgeschichte.

Aber um sich als Weltmeister in der Tradition von Steinitz vollständig zu legitimieren, musste Anand noch Vladimir Kramnik besiegen, der im Jahre 2000 mit einem Sieg gegen Garry Kasparov der 14. Weltmeister der Schachgeschichte geworden war.

Zum WM-Kampf zwischen Anand und Kramnik kam es dann 2008 in Bonn. Anand gewann klar mit 6,5:4,5 und überraschte die Experten vor allem mit der Wahl seiner Eröffnung: Anand galt als eingefleischter 1.e4-Spieler, aber gegen Kramnik eröffnete er mit 1.d4 und war damit überraschend erfolgreich.

Im Interview mit Saurav Ghosal spricht Anand ausführlich über den WM-Kampf 2008: Er verrät, wie er auf die Idee gekommen ist, 1.d4 zu spielen, er spricht über Wettkampfstrategie und warum dies einer der wichtigsten Wettkämpfe seiner Karriere war.

Das Interview mit Anand beginnt nach etwa 1 Minute und 45 Sekunden.

Master Class Band 12: Viswanathan Anand

Als Viswanathan Anand auf der europäischen Schachbühne erschien, hatte er in Indien schon einige Erfolge erzielt, die indischen Jugendmeisterschaften und als Jugendlicher auch die Landesmeisterschaften der Erwachsenen gewonnen. Mit gerade einmal 14 Jahren wurde Anand 1984 für die Schacholympiade in die indische Nationalmannschaft berufen. 1987 wurde er Juniorenweltmeister, 1988 verlieh die die FIDE dem 19-jährigen den Titel eines Großmeisters.

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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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ArmerLinzerHans ArmerLinzerHans 09.09.2020 01:43
Ja damals 1995 waren ich und ein lieber Kollege dabei, wie Anand die 9. Partie durch ein wunderbares Turmopfer gewann und danach von Kasparov in der 10. Partie mit einer von ihm selbst und fünf anderen Großmeistern vorbereiteten Variante überrollt wurde........ Die beiden Partien waren im Schachinformator 1996 als die beiden besten in dem Halbjahr gespielten Partien qualifiziert worden: Partie 10 vor Partie 9; jedenfalls waren mein Kollege und ich damals schachgeschichtliche Zeugen geworden...... Und wir waren damals auch noch im 107. Stock des Südturms, der dann unter dem Vollkretin George W. Bush Junior an einem Dienstagmorgen, an dem sich erst 3000 Leute in den Türmen befunden hatte, in Schutt und Asche gelegt wurde..... Die Zahl der Toten hätte um die Mittagszeit ein Vielfaches betragen............
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