Robert Hübner wird 65

06.11.2013 – Ob er will oder nicht, Dr. Robert Hübner ist eine Schachlegende. Durch seine Erfolge, seine vielfältigen publizistischen Arbeiten, seinen kritischen Geist und seine hohen Ansprüche an sich selbst und an andere. Heute wird der zweifellos beste deutsche Schachspieler nach dem Zweiten Weltkrieg 65. Herzlichen Glückwunsch! Eine kurze Würdigung...

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Geboren wurde Robert Hübner am 6. November 1948 in Köln. Sein Schachtalent zeigte sich früh. Die Regeln des Spiels lernte er bereits mit fünf, mit 14 wird er 1963 Deutscher Jugendmeister und nur ein Jahr später, 1964, spielt er schon für Deutschland bei der Jugendeuropameisterschaft. 1965 folgt die Teilnahme an der Jugendweltmeisterschaft und 1967 wird Hübner zum ersten Mal Deutscher Meister. Mit 18 nahm er an seiner ersten Schacholympiade teil und mit Anfang 20 qualifizierte er sich durch seinen geteilten zweiten Platz beim Interzonenturnier in Palma de Mallorca fürs Kandidatenturnier und etablierte sich in der Weltspitze. Zugleich sicherte er sich mit diesem Erfolg den Großmeistertitel und wurde der damals jüngste Großmeister der deutschen Schachgeschichte.

Robert Hübner: Der beste deutsche Spieler nach dem Zweiten Weltkrieg

Insgesamt nahm Hübner, der 1976 in Köln als Papyrologe promoviert hat, vier Mal am Kandidatenturnier teil und 1980 lag er in der Weltrangliste auf Rang Drei. Darüber hinaus erzielte Hübner zahlreiche Erfolge bei nationalen und internationalen Einzel- und Mannschaftswettbewerben und war jahrelang die unangefochtene Nummer Eins in Deutschland. Ohne Zweifel war Hübner der beste deutsche Spieler nach dem Zweiten Weltkrieg und mit einer aktuellen Elo-Zahl von 2595 Punkten gehört er immer noch zur deutschen Spitze und liegt aktuell auf Platz elf der deutschen Rangliste.

Doch nicht nur Hübners praktische Erfolge, sondern auch seine schachpublizistischen Leistungen sind außergewöhnlich. Sein erstes Buch veröffentlichte der Kölner Großmeister 1990. Es trug den Titel Fünfundfünfzig feiste Fehler, beruhte auf einer Kolumne in der Zeitschrift Prisma und führte dem Leser fünfundfünfzig mehr oder weniger drastische Fehler vor, die Hübner im Laufe seiner Karriere unterlaufen waren. "Feist" hätte sie außer dem Autor allerdings kaum einer genannt. 1996 folgte Twenty-five Annotated Games, eine Sammlung von 25 seiner eigenen Partien, die Hübner ausführlich, gründlich und selbstkritisch analysierte, die jedoch in Bezug auf Informationen über Gegner oder Umstände der jeweiligen Partien recht karg und schmucklos gestaltet waren.

Es folgten Betrachtungen zu den Werken Aljechins, die auf einer ChessBase-Monographie über Aljechin veröffentlicht wurden, sowie eine Untersuchung von Fischers 60 Denkwürdigen Partien, die erst als ChessBase-DVD und dann 2004 um zusätzliches Material ergänzt unter dem Titel Materialien zu Fischers Partien als Buch erschien. 2008 veröffentlichte Hübner seine Betrachtungen zum Weltmeisterschaftskampf Lasker – Steinitz 1894 und ein Jahr später, 2009, äußerte er sich in Emanuel Lasker: Denker, Weltenbürger, Schachweltmeister "Zu den Anfängen von Laskers Schachlaufbahn". Dazu kommen zahlreiche Aufsätze, die Hübner in unterschiedlichen Schachzeitschriften veröffentlicht hat, darunter die Kolumne "Abfall" im ChessBase Magazin.

Herausragendes Merkmal der Arbeiten Hübners waren immer beinah ausufernd gründliche Analysen, in denen er die Details und Feinheiten der jeweiligen Partie akribischer erforschte als jeder andere, nicht selten über 20 Seiten und mehr. In seinen späteren Texten ergänzte Hübner diese Analysen vermehrt um schachhistorische Betrachtungen und widmete den Umständen der von ihm betrachteten Partien stärkere Beachtung.

Robert Hübner beim Simultan

Es sind vor allem diese schachhistorischen Arbeiten, in denen Hübners publizistische Fähigkeiten glanzvoll zur Geltung kommen. Hier gehen Hübners schachliches Können, seine wissenschaftliche Akribie, seine umfassende Bildung und seine literarischen Fähigkeiten eine wunderbare Synthese ein. Diese Arbeiten überzeugen durch Material- und Detailfülle, Sachlichkeit, Klarheit, Präzision und wissenschaftliche Sorgfalt, die sich nicht zuletzt in den zahlreichen Fußnoten zeigt. Dazu kommt die klare Struktur der Texte und Hübners brillante, lebhafte, gelegentlich mit feinem Humor oder beißender Polemik gewürzte Art der Darstellung.

Heute beschäftigt sich Hübner nur noch gelegentlich mit Schach. Wie Hartmut Metz in einem Artikel auf der Webseite der SG Rochade Kuppenheim berichtet, widmet sich Hübner jetzt lieber der Malerei und dem Gesang. Außerdem schreibt er über diverse nicht-schachliche Themen, überträgt Texte aus dem Finnischen und versucht sich an einer Neuübersetzung der Ilias von Homer.

Hartmut Metz: „Schachlegende und Sprachgenie: Robert Hübner wird 65“

Auf der Webseite des DSB gratuliert Herbert Bastian für das Präsidium Robert Hübner zum 65sten

Eine ausführliche Würdigung der zahlreichen Verdienste, Erfolge und der glanzvollen Karriere Robert Hübners hat André Schulz zum 60. Geburtstag Hübners verfasst.

Text: Johannes Fischer


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