Am 25.Dezember vergaben Alexander Roschal, Chefredakteur der
Schachzeitschrift 64, und Alexander Mordachov, Chef der russischen Stahlfirma
SEVERSTAL, und Sponsor der russischen Männernationalmannschaft, im Moskauer
Zentralschachklub eine Reihe von Auszeichnungen. Garry Kasparov erhielt etwas
verspätet den Schachoscar des Jahres 2002 und die Mitglieder der russischen
Nationalmannschaft, Evgeny Bareev. Alexander Grischuk, Alexander Morozevich und Peter Svidler
(Alexander Khalifman war verhindert) wurden für ihren Sieg bei den
Europameisterschaften geehrt.
Im Laufe der Veranstaltung bestätigte das Präsidium des Russischen Verbandes (RCF)
durch seinen Vertreter Alexander Zhukov, eine Reihe von geplanten Veranstaltungen für
das kommende Jahr. Das bedeutendste Turnier wird ein neues "Superfinale" der
Russischen Meisterschaften sein, das im September 2004 als Rundenturnier
mit 12 Teilnehmern, den stärksten russischen Spielern, Kramnik und Kasparov
inklusive, gespielt werden soll.
Mit der Wahl von Alexander Zhukov ins Präsidium des Schachverbandes beim
Kongress im April 2003 in Dagomys hat das russische Schach viele neue Impulse
erhalten und erlebt eine Renaissance. Inzwischen sind so gut wie alle Schulden
des Verbandes getilgt und die Konflikte zwischen den Vertretern der
Unterverbände ausgeräumt. Erstes Ergebnis der Revitalisierung des Spitzenschachs
in Russland waren bereits die hoch dotierten und ausgezeichnet besetzten letzten
Meisterschaften von Russland in Krasnoyarsk, die Peter Svidler für sich
entschieden hatte.
Die nächste Meisterschaft wird nun in drei Stufen ausgetragen:
Qualifikationsturniere der Mitgliedsverbände, ein hochklassiges Turnier nach
Schweizer System und das besagte Superfinale mit den 12 besten Spielern. Die
Turnierorte sind noch nicht bestimmt.
Auf Fragen der anwesenden Journalisten bemerkte Kasparov, dass die Schachwelt
sich im Zustand des Chaos befindet, der "Nebel sich aber im kommenden Jahr
auflösen werde". Im Folgenden wollte Kasparov zum System der
Weltmeisterschaften, den Aktivitäten der neu gegründeten Association of Chess
Professionals und einer Neuauflage des Wettkampfes "Russland gegen den Rest der
Welt" keine Stellung nehmen. "Mein Beruf ist, Schach zu spielen. Ich möchte nur,
dass man mir sagt, wo ich spielen kann, am besten etwas im Voraus, damit ich
mich vorbereiten kann. Alles andere interessiert mich nicht," kommentierte
Kasparov. Kasparov lobte die Aktivitäten des Verbandes. Er kündigte außerdem ein
möglichen neuen Wettkampf "Mensch gegen Maschine" an, nach seiner Ansicht ein
ausgezeichnetes Spektakel, um Sponsoren anzuziehen. Mangels eines regulären
Kalenders könne das Interesse zur Zeit noch nicht genutzt werden.
Ungekürzter Originalartikel in World Chess Rating (russisch)