Sahel Chess Festival: Schach am Mittelmeer

von Diana Mihajlova
05.10.2026 – Das Sahel Chess Festival findet vom 24. Oktober bis 1. November erneut in Monastir statt. Rund 300 Spieler werden im Hotel El Habib an der tunesischen Mittelmeerküste erwartet. Zugesagt haben bereits die Großmeister Titas Stremavicius, Pavel Ponkratov, Friso Nijboer, Mihail Marin und Amir Zaibi sowie führende tunesische Spieler und junge internationale Talente. Eine gute Gelegenheit, Schach in traumhafter Kulisse zu spielen. | Foto: Diana Mihajlova

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Schach, Meer und Sonne

Mehr als einen Monat lang standen die Schacholympiade und die Wahl des FIDE-Präsidenten im Mittelpunkt der Schachwelt. Nun tritt allmählich wieder der normale Turnierbetrieb in den Vordergrund.

Offene Turniere spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie bieten ehrgeizigen Spielern die Chance, sich weiterzuentwickeln und Normen zu machen. Auch bei überschaubaren Preisgeldern macht das solche Turniere attraktiv. Und wenn dazu das Motto „Schach, Meer und Sonne“ passt, umso besser. Besonders gilt das für Afrika, wo es eine lebendige Schachszene, aber vergleichsweise wenige internationale offene Turniere gibt.

All das bietet das Sahel Chess Festival. Vom 24. Oktober bis 1. November 2026 werden im bekannten Ferienort Monastir an der tunesischen Mittelmeerküste rund 300 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern erwartet. Gespielt wird im Vier-Sterne-Hotel El Habib. Die vollständige Ausschreibung und alle Informationen zur Anmeldung gibt es auf der offiziellen Turnierseite.

Das Teilnehmerfeld in Monastir ist stark. Zu den stärksten Spielern der Gruppe A gehört GM Titas Stremavicius (2558) aus Litauen. Der litauische Meister von 2021, 2025 und 2026 vertrat sein Land bei drei Schacholympiaden (2018, 2022 und 2026). Bei der jüngsten Olympiade spielte er am Spitzenbrett und blieb ungeschlagen. Dabei remisierte er gegen eine Reihe deutlich höher eingestufter Gegner, darunter GM Amin Tabatabaei (2737, IRI), GM Nikita Vitiugov (2666, ENG), GM Alexey Sarana (2666, SRB), GM Bogdan-Daniel Deac (2644, ROU), GM Thai Dai Van Nguyen (2633, CZE) und GM Ivan Saric (2623, CRO). Stremavicius qualifizierte sich für den World Cup 2025 und sorgte dort für eine Überraschung, als er Wesley So in der zweiten Runde ausschaltete.

Titas Stremavicius

Bild: Sahel Chess Festival

GM Pavel Ponkratov (2540, FID), ein russischer Großmeister, gewann 2017 und 2018 den russischen Schnellschach-Pokal. 2021 gewann er die Higher League der Russischen Meisterschaft und qualifizierte sich damit für das Superfinale und den FIDE World Cup.

Pavel Ponkratov

Bild: Sahel Chess Festival

Der Niederländer GM Friso Nijboer (2441) vertrat sein Land zwischen 1996 und 2006 bei sechs Schacholympiaden. Zudem veröffentlichte er die vierbändige Reihe „Tactics in the Chess Opening“.

Nijboer Friso

Bild: Sahel Chess Festival

Für das Gastgeberland tritt Tunesiens stärkster aktiver Spieler an, IM Kamel Njili (2406). Njili arbeitet auch als Trainer und war bei der jüngsten Schacholympiade Kapitän der tunesischen Frauenmannschaft. Vor Kurzem gründete er in Tunis die Njili Chess Academy, in der bereits Hunderte junge Talente trainieren.

Kamel Njili

Bild: Sahel Chess Festival

Ebenfalls für Tunesien spielt GM Amir Zaibi (2343), der 2020 für seinen Sieg bei der Arabischen Meisterschaft den Großmeistertitel erhielt.

Amir Zaibi

Bild: Sahel Chess Festival

GM Mihail Marin (2413) aus Rumänien, renommierter ChessBase-Autor und Trainer, war bei der jüngsten Schacholympiade Kapitän der italienischen Frauenmannschaft. Nach Monastir reist er gemeinsam mit seiner Partnerin, der Künstlerin und Schachspielerin WFM Maria Yugina (2052, ROU).

Maria Yugina, Mihail Marin

Maria Yugina und Mihail Marin | Foto: Maria Yuginas Facebook-Seite

Aus Indien kommen zwei vielversprechende Nachwuchstalente: WGM Priyanka Nutakki (2261) und der zwölfjährige CM Aryan Mehta (2203).

Priyanka Nutakki

Bild: Sahel Chess Festival

Aryan konzentriert sich ganz auf seine Schachkarriere und hat in den vergangenen Jahren an internationalen Turnieren teilgenommen. Nach Monastir reist er mit seinem Trainer, GM Farrukh Amonatov (2598) aus Tadschikistan.

Aryan Mehta

Aryan Mehta | Foto: Sunway Sitges Chess Festival

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Die ehemalige Universitätsdozentin für romanische Philologie arbeitet heute als Malerin und Schachjournalistin und berichtet regelmäßig von der internationalen Turnierszene.
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