Saint Louis: Grischuk schlägt Nakamura

von André Schulz
21.08.2018 – In der 3. Runde des Sinquefield Cups gelang Alexander Grischuk ein Schwarzsieg gegen Hikaru Nakamura in der Italienischen Eröffnung. Viermal wurde gestern mit 1.e4 eröffnet und viermal kam 1...e5 als Antwort. | Fotos: Saint Louis Chess Club/ Lennart Ootes

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Die Giuoco Piano -Variante der Italienischen Partie hat derzeit die Spanische Partie als weiße Hauptwaffe gegen 1...e5 mehr oder minder abgelöst und auf diesem Gelände betätigten sich in der gestrigen 3. Runde des Sinquefield Cups auch Levon Aronian und Magnus Carlsen in ihrer Partie. Während die Spanische Partie seit vielen Jahrzehnten in unzähligen Varianten intensiv beleuchtet wurde, fehlt der "Ruhigen Variante" der Italienischen Partie das "theoretische Gerüst". Man hat den Eindruck, fast alle Züge, die für Weiß oder Schwarz sinnvoll sind, können in fast jeder beliebigen Reihenfolge gespielt werden. Die Struktur ändert sich dabei nur minimal, aber natürlich gibt es viele Feinheiten. 

Aronian und Carlsen folgten der Variante, die Aronian und Anand beim Turnier in Stavanger in diesem Jahr gespielt hatten. Dort spielte Anand 13...d5. Carlsen verzichtete auf die Öffnung des Zentrums und gruppierte seinen Springer um.

 

Nach 13...Se7

Aronian ging bald danach mit d4 im Zentrum vor und Carlsen hielt mit d5 dagegen und bot dann den Tausch der Dame gegen zwei Türme an.

 

Nach 20... cxd5

Mit 21.Tad1 verzichtete Weiß auf diese Art von Komplikationen. Die Alternative war 21.Lxa7 Dxe1 usw. Die Partie mündete schließlich in ein Schwerfigurenendspiel mit Remisschluss im 37. Zug.

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Italienisch gilt als gediegener Partieanfang, bei dem wenig Figuren getauscht werden und gehaltvolle Stellungen entstehen, in denen es mehr auf Pläne ankommt als auf forcierte Varianten. So zeigt hier die Pläne aus schwarzer Sicht.

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Den zweiten "Italiener" des Tages lieferten sich Hikaru Nakamura und Alexander Grischuk. Bis zum 16. Zug war die Variante aus einer Partie Carlsen-Aronian, Leuven 2016 bekannt. 

 

Carlsen hatte damals 17.d4 gespielt. Nakamura setzte hier mit 17.c4 fort. Der US-Großmeister wurde jedoch im weiteren Verlauf nach und nach in die Defensive gedrängt und stand um Zug 40 herum strategisch auf verlorenem Posten.

 

Stellung nach 40... Sf4. 

Schwarz hat deutlich mehr Raum und das Läuferpaar, während Weiß einige Schwächen hat. Bauer d3 lässt sich schon nicht mehr verteidigen. Nakamura verteidigte sich noch lange und trickreich landete dann aber in einem Läuferendspiel, in dem es nichts mehr zu holen gab.

 

Im 89. Zug gab er auf.

Der Niederlage ins Auge sehen ist schwer

Für eine Spanische Note am 3. Tag sorgte Sergey Karjakin gegen Viswanathan Anand. Im derzeit wieder gerne gespielten Offenen Spanier verflachte die Partie jedoch schnell und endete im Turmendpiel schon bald remis. Die Variante ist bis zum 21. Zug aus zwei Fernschachpartien bekannt.

 

Karjakin war wohl nach zwei Niederlagen mit dem Remis zufrieden.

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Auch Maxime Vachier-Lagrave und Wesley So spielten Spanisch, mit Berliner Einschlag. Der Franzose kopierte sein eigenes Spiel aus einer Partie gegen Pavel Eljanov, Stavanger 2016. Im 16. Zug probierte er etwas Neues.

 

Weiß spielte hier 17...Lh2 statt 17.Le3. Kurz danach tauschte Weiß seinen e-Bauern gegen den schwarzen Bauern auf c7. Ein Ungleichgewicht konnte Weiß auf diese Weise allerdings nicht erzielen. Die Partie endete im 44.Zug remis.

Die einzige "Nicht-Offene" Partie lieferten sich Shakriyar Mamedyarov und Fabiano Caruana in einer eher selten gespielten Variante des Angenommenen Damengambits. Schwarz hält dort den Bauern c4 fest und gibt stattdessen den Bauern b5.

 

Die recht spannende Position nach der Eröffnung löste sich jedoch nach und nach auf. Caruana nahm noch etwas Vorteil mit ins Endspiel, spielte dort mit Dame Läufer gegen Dame und Läufer noch lange auf Gewinn, doch ohne Erfolg.

Ergebnisse

 

Tabelle

 

Partien

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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