Sandipan und Khenkin führen in Bad Wiessee

04.11.2010 – Nach sechs Runden liegen bei den 14. Offenen Internationalen Bayrischen Meisterschaft in Bad Wiessee Chanda Sandipan und Igor Khenkin punktgleich an der Spitze (je 5 Punkte), wobei der indische Großmeister die bessere Zweitwertung aufweist. Hinter den beiden Führenden folgt eine Gruppe von 13 Spielern, in der sich mit Daniel Fridman, Romuald Mainka, Gerald Hertneck und Alexander Naumann einige weitere deutsche Spieler befinden. Turnierseite...Berichte, Tabelle, Partien...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

 

Stand nach 6 Runden

Nr. Teilnehmer ELO NWZ Punk Buch GegWr
1. Sandipan, Chanda 2641 2635 5.0 17.5 2283
2. Khenkin, Igor 2614 2621 5.0 16.0 2259
3. Khalifman, Alexan 2626 2652 4.5 18.0 2293
4. Fridman, Daniel 2645 2642 4.5 17.0 2318
5. Mainka, Romuald 2483 2433 4.5 17.0 2269
6. Hertneck, Gerald 2541 2528 4.5 17.0 2193
7. Azarov, Sergei 2596   4.5 16.5 2297
8. Iordachescu, Vior 2632 2624 4.5 16.5 2255
9. Eingorn, Vereslav 2562   4.5 16.5 2217
10. Duhayon, Yves 2220   4.5 15.0 2314
11. Radulski, Julian 2594 2591 4.5 14.5 2232
12. Naumann, Alexande 2544 2522 4.5 14.5 2222
13. Abergel, Thal 2521 2458 4.5 14.5 2190
14. Brodsky, Michail 2549   4.5 14.0 2184
15. Pezerovic,Edin 2455 2418 4.5 14.0 2172

... 462 Spieler

 

 

Rundenbericht Runde 3

Nach dem samstäglichen Vortrag von GM Stefan Kindermann war es diesmal an dem weltbekannten Trainer und ehemaligen Weltklassespieler Artur Jussupow, über seine Buchreihe „Tigersprung“ zu referieren, die es Amateurspielern erleichtert, selbständig systematisch an ihren Schachfertigkeiten zu arbeiten.

Die Idee dazu kam ihm bei der Unterrichtung seiner eigenen Kinder, die ebenfalls bereits erfolgreich auf deutschen Jugendturnieren aufgetreten sind. Da verwundert es kaum, dass der Weltverband FIDE 2009 seine Arbeit mit der Auszeichnung „Bestes Schachlehrbuch 2009“ geehrt hat. In drei Wochen soll der dritte Band für die Kategorie DWZ unter 1500 herauskommen.

Den ersten Band davon bekam bei dieser Gelegenheit der zehnjährige Richard Martin geschenkt, der dieses Jahr jüngster Teilnehmer der OIBM ist. Obendrein gab es heute noch einen halben Punkt in der Turniertabelle.


Azarov

Die dritte Runde eines Opens ist immer verdächtig für die ersten großen Favoritenstürze, sprich keine Remisen, sondern wirkliches „Gladiatorenblut“.

Die Story des Tages ist natürlich der Sieg von Andreas Einhorn über den Mitfavoriten GM Maxim Turov, der noch dazu bis dahin einen bullenstarken Eindruck machte. Die Schluss-kombination ist bisher sicher mit das Sehenswerteste, was sich in der diesjährigen Ausgabe des Wiesseer Turniers zugetragen hat.

Auch der frühere Tegernseer Bundesligaspieler GM Gerald Hertneck stand zwischendurch sehr verdächtig und musste mit seinem Remis gegen Jürgen Delitzsch hochzufrieden sein.

Selbiges war dem stärksten IM Deutschlands (oder gar der Welt), Leonid Milov, nicht vergönnt. Ihm unterlief ein grober Schnitzer, von dem sein Gegner Reiner Heimrath  (übrigens sein Vereins- und Mannschaftskollege) profitieren durfte. Das Turnier ist damit endgültig in die heiße Phase übergegangen.

Rundenbericht  4 Runde

Am heutigen Spieltag ließ die Sonne auf sich warten, dicke Nebelwände umhüllten die Berge und der Föhn, der uns in den letzten Tagen so wohl gesonnen wart, legte heute eine kleine Ruhepause ein. Böse Zungen behaupten ja, dass die Einheimischen mal eine Pause vom Föhn-Syndrom brauchten. Denn dann sind sie nicht mehr so schlecht gelaunt, muffelt nicht mehr herum, überfahren keine roten Ampeln,  machen nicht aus jeder Mücke einen Elefanten und jammern nicht ständig über Kopfweh…

… und unsere Teilnehmer gönnten sich auch ein wenig Entspannung, um sich erholt am Nachmittag in der Wandelhalle zur Runde vier einzufinden.

An den vorderen Brettern prallten zum ersten Mal in größerem Ausmaß die Titelträger aufeinander, weshalb sich die Schar der verlustpunktfreien Spieler immer mehr lichtet. Einer von diesen glücklichen neun ist nach wie vor der frühere Seriensieger Alexander Khalifman, der sich selbst noch nicht bei 100%, aber auf einem guten Weg sieht.


Khalifman

Nicht unbedingt erwarten konnte man, dass er sich dabei in Gesellschaft von IM Dieter Pirrot befindet, der mit Alexander Graf einen anderen ehemaligen Turniersieger im Angriff regelrecht überrollte.


Pirrot

Erfreulicher Weise notieren neben Pirrot noch vier weitere Deutsche bei 4/4, von denen sich sicher Daniel Fridman und Igor Khenkin die größten Hoffnungen machen können, am Ende ganz vorne zu stehen.


Khenkin


Fridman

Des weiteren fand in Runde 4 ein Weltrekordversuch statt, was die Anzahl der Züge angeht: die Partie Turov – Guttenthaler mündete in ein Endspiel drei gegen zwei Leichtfiguren, ohne jegliche Bauern – eine Materialverteilung, die man ohne Zweifel als kurios bezeichnen darf. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen sind bereits über 140 gespielt. Dabei weder ersichtlich, ob der Rekord geknackt wird, noch, wie denn eigentlich die Partie ausgeht!

Wenn Sie sich also wundern sollten, warum es mit der Auslosung für heute womöglich etwas länger gedauert hat als sonst: jetzt wissen Sie es!

Rundenbericht Runde 5

Mit Spannung erwartet wurde die heutige Runde 5 der Offenen Internationalen Bayerischen Meisterschaft, und das nicht ohne Grund: zum ersten Mal trafen an den vorderen Brettern die Herren Großmeister direkt aufeinander, was auch an den noch größer gewordenen Menschentrauben rund um den „heiligen“, abgezäunten Bereich deutlich erkennbar war. Besonders die nervenaufreibende Partie des Topgesetzten Alexander Khalifman hatte es den Zuschauern angetan, in welcher er zunächst scheinbar aussichtsreich eine Figur für die Entwicklung seiner Initiative opferte. In den entstehenden Komplikationen fand sich jedoch sein Gegner, GM Romuald Mainka, besser zurecht und wies den Angriff zurück, so dass der Turnierfavorit seiner anfänglichen Investition, sowie dem remis, hinterherlaufen musste. Am Ende hielt er diesem schweren Druck stand, verlor aber gegenüber seinen Konkurrenten dennoch etwas an Boden.


Sandipan

Selbst wenn es nicht der Tag von Khalifman war, so befand sich das Turnier heute dennoch in „vertrauten Händen“, denn alle Spieler der ehemaligen Tegernseer Bundesligamannschaft kamen zu wichtigen Siegen, was Turnierchef  Horst Leckner besonders freute, der immer noch einen freundschaftlichen Kontakt zu all seinen „Schützlingen“ hält. Während sich Igor Khenkin nach einem Traumstart von 5/5 mit dem bisher nicht minder überzeugenden Sandipan Chanda die Spitze teilt, gewann IM Edin Pezerovic ein lange gleich stehendes Endspiel gegen den ebenfalls hoch einzuschätzenden GM Ovsejevich.

Ein paar Bretter weiter hinten gibt es erfreuliche Nachrichten aus dembayerischen Jugendbereich: Leon Mons, der in den Runden zuvor bereits zwei internationalen Meistern standgehalten hatte, durchbrach den gordischen Remisknoten und landete diesmal sogar einen Sieg gegen den Holländer IM Gerard Welling. Das bringt ihn dem Traum von seiner ersten IM-Norm ein gutes Stück näher.

Endgültig aus ist der Traum dagegen für IM Leonid Milov, der nach seiner äußerst unglücklichen Niederlage aus Runde 3 bereits zum zweiten Mal verlor, was in Anbetracht der Konkurrenz für keinen Preisrang mehr ausreichen kann.

Morgen findet die Spitzenpaarung Igor Khenkin gegen Sandipan Chanda statt, die einen ersten deutlichen Fingerzeig auf den Turniersieg geben kann

 

 

 

 

 

 


Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren