Schach am Walk of Fame

27.01.2011 – Die Westküste der USA, speziell die Gegend von Los Angeles mit seinen berühmten Vororten Hollywood und Santa Monica ist außerhalb nicht unbedingt für sein ausgiebiges Schachleben bekannt. Das letzte wirklich große internationale Turnier in Südkalifornien war wohl der 2. Piatigorsky Cup 1966 in Santa Monica. Aber auch ohne große internationale Wirkung ist die lokale Schachszene im Schatten der Stars und Sternchen durchaus vital. Einer der Motoren war Jimmy Quon, der im Laufe seiner Trainerkarriere über 1000 Schüler im Schach unterrichtet hat. Zu seinen Ehren hat Michael Belcher nun ein Rundenturnier in Los Angeles organisiert, das "2. Los Angeles Invitational". Michael Belcher ist anders als der Name vermuten lässt, nicht etwas deutscher Abstammung, sondern Navajo-Indianer. Tja, Amerika... Dejan Bojkov spielte das Turnier mit, ging über den Walk of Fame und traf nicht weit davon sogar ... Batman. Hier ist sein Bericht. Mehr...

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Einladungsturnier Los Angeles
Fotos: Christian Glawe & Dejan Bojkov

Vom 19. bis 23. Januar fand in Los Angeles ein GM-Turnier statt, das der Erinnerung an einer der größten Förderer des Schachs in der Stadt gewidmet war: Jimmy Quon.
Jimmy Quon war ein allseits beliebter und geschätzter Schachspieler aus Südkalifornien, der 14 Jahre an der La Jolla Country Day School Schach unterrichtet hat. Es gab Zeiten, in denen 15% der gesamten Schülerschaft bei ihm Schachunterricht genossen hat. Alles in allem hat Quon über 1.000 Schüler in die Geheimnisse des Schachs eingeführt.

Das letzte Turnier in Südkalifornien, bei dem man GM-Normen erzielen konnte, liegt schon sechs Jahre zurück. Aber Turnierdirektor Michael Belcher hat immer davon geträumt, so ein GM-Turnier auszutragen.


Ankit Gupta und Michael Belcher

Seit dem Wettkampf Fischer gegen Spassky in Reykjavik 1972 hat Michael eine Person auf der Bühne immer ganz besonders bewundert. Aber das war weder Boris noch Bobby, sondern der Schiedsrichter! Und so begann er im reifen Alter von 12 Jahren Schachturniere zu organisieren. Ursprünglich stammt Michael allerdings von einem Navajo-Stamm ab und stieß auf Probleme, da viele Leute dort kein Schach spielen konnten. Also brachte er es ihnen bei und organisierte anschließend Turniere für sie.

In Los Angeles halfen ihm dann später Jimmy Quon und der Organisator des aktuellen GM-Turniers, Ankit Gupta. Ankit ist Nationaler Meister und gibt sein Bestes, um unseren Sport in der Megacity zu fördern. Denn trotz seiner 17 Millionen Einwohner ist das Angebot an Schachveranstaltungen in L.A. ziemlich dünn. Doch die Anstrengungen dieser beiden Schachliebhaber verhalfen Südkalifornien immerhin zu zwei Normenturnieren – einem IM- und einem GM-Einladungsturnier, die, wenn alles nach Plan geht, zukünftig regelmäßig stattfinden sollen. Metrochess L.A. organisiert außerdem im August ein starkes Open und hat für dieses Turnier bereits Zusagen von Großmeistern wie Michael Adams und Loek Van Wely.

Alle Partien wurden im California Market Center gespielt, das in der Innenstadt von Los Angeles liegt.

In diesem Bezirk wird Mode groß geschrieben und während wir unsere Partien spielten, fanden zahlreiche Modenschauen statt. Außerdem gab das Turnier Gelegenheit, einmal einige berühmte Plätze in Los Angelos und Umgebung zu besuchen.




Der Walk of Fame


Kodak Theatre, hier werden die Oscars verliehen


Zu Besuch aus Gotham City
 


El Capitan Theatre, 6838 Hollywood Boulevard




Grauman's Chinese Theatre, 6925 Hollywood Blvd


The Comedy Store





Das "Whisky a Go Go", ein legendärer Rockclub am Sunset Strip in West Hollywood. Der Club wurde 1964 in einem ehemaligen Bankgebäude gegründet. Erster Musiker, der im Whisky a Go Go auftrat, war Johnny Rivers. Später spielten hier The Doors, Alice Cooper und The Mothers of Invention. Aus diesem Club stammt der Begriff „Go-Go Dancer“.


Steaks und Chicks

 




Beste Aussicht von oben, hier oder...


auch hier




Einfamilienhaus in guter Wohnlage


Stellplätze am Haus




Das Beverly Hills Civic Center, bekannt aus" Beverly Hills Cop"





Haushohe Palmen


Typisches Feuerleiter- Ambiente für Verfolgungsjagden


Das Turnier selbst wurde zum Triumph von GM Marc Paragua von den Philippinen, der mit 6 aus 6 einen bemerkenswert guten Start hatte.


Marc Paragua


Melik Khaciiyan

Er wurde klar Erster und hatte am Ende zwei Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten, GM Melik Khachiyan, den ehemaligen Trainer von Levon Aronian. Platz drei ging an Mackenzie Molner, Normen wurden allerdings keine erzielt.


Daniel Narodsi


Jacek Stopa


Robby Adamson


Mackenzie Molnar


Tim Taylor


Zhabinek Amanov


Steinfl-Bojkov (li.), Runde 1


Analyse mit Kachiyan


Alle Teilnehmer

Leider wurde dieses wunderbare Turnier durch einen von dritter Seite ausgelösten rassistischen Skandal überschattet. In einer seiner regelmäßigen Informations-Emails empfahl Ankit Gupta unter anderem die Veranstaltungen des örtlichen Vereins LACC (Los Angeles Chess Club), dessen Gründer und Präsident Mick Bighamian ursprünglich aus dem Iran stammt. Die vielen Emails sorgten beim israelischen GM Anatoly Bykhovsky, der an der Texas Tech University studiert, für Verwirrung, und als er sich nach Konditionen für das Sommer-Open im August erkundigen wollte, schrieb er deshalb nicht an den Metropolitan Chess Club, der das Turnier ausrichtet, sondern an den LACC. Und obwohl der LACC mit dem August-Open nichts zu tun hat, erhielt der Israeli daraufhin folgende Antwort von Bighamians Email-Account: “Spieler aus terroristischen Staaten dürfen an unseren Turnieren nicht teilnehmen! Viel Spaß beim Schach! ”

Bykhovsky beschwerte sich umgehend bei Susan Polgar und bald erreichte der Fall Israel, woraufhin der Präsident des Israelischen Schachverbands ein offizielles Beschwerdeschreiben an FIDE-Präsident Kirsan Ilyumzhinov schickte.

Unterdessen reichen Bighamians Erklärungen für den Vorfall von einem Computervirus bis hin zum Gebrauch des Club Computers durch das breite Publikum.

Dies ist ein trauriger Vorfall in unserem Sport, der dazu dienen sollte, die Menschen einander näher zu bringen, anstatt Schranken zwischen ihnen zu errichten. In einem offiziellen Schreiben erklärten die Teilnehmer, dass sie hinter Organisator Gupta stehen und jede Form des Rassismus verurteilen. Und Ankit lud Anatoly Bykhovsky umgehend zum Sommerturnier ein. Ich hoffe, er hat Verständnis und nimmt die Einladung an.



www.dejanbojkov.blogspot.com

Weitere Informationen zum Turnier: http://www.chess.com/news/jimmy-quon-memorial-round-1-2nd-metropolitan-chess-fide-invitational-4724



Endstand:

GM Mark Paragua - 7.5
GM Melikset Khachiyan - 6
IM Mackenzie Molner - 5
GM Dejan Bojkov - 4.5
IM Jacek Stopa - 4.5
IM-elect Daniel Naroditsky - 4.5
IM Zhanibek Amanov - 4.5
IM Tim Taylor - 3.5
IM-elect Robby Adamson - 3
NM Alessandro Steinfl - 2

 

 

 

 



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