Schach der Großmeister

19.08.2003 – Gestern Nacht wurde die 21.Ausgabe der WDR Schachsendung Schach der Großmeister ausgestrahlt. Jan Timman und Arkadij Naiditsch lieferten sich und den nächtlichen Zuschauern eine muntere taktische Partie mit vielen spannenden Momenten. Am Ende war Naiditsch der glückliche Sieger, auch weil Timman remis durch Zugwiederholung verschmähte. Interessante Gespräche mit den Studiogästen Alfred Schlya (DSB-Präsident), Jeroen van den Berg (Direktor Wijk aan Zee) und Dr. Michael Negele sorgten mit den Kommentaren von GM Dr.Pfleger und GM Vlastimil Hort für Unterhaltung zwischen den Zügen. Bericht, Fotos, Partien...

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Die Partie zum Nachspielen...

Zum 21sten Mal wurde gestern die WDR-Sendung Schach der Großmeister ausgestrahlt. Einmal im Jahr spielen zwei Großmeister um den Fernsehpreis. In seiner Anmoderation wies Redakteur und Moderator Dr.Claus Spahn auf die großen Namen der Spieler hin, die alle schon einmal Gast in dieser Sendung gewesen sind, darunter Kasparov, Karpov, Kramnik, Anand, Leko, J.Polgar, Hübner und viele mehr. Das Sendekonzept hat zwanzig Jahre überdauert, die erste Sendung fand 1983 statt. Schon damals waren Dr.Spahn, Dr.Pfleger und als Schiedsrichter der heutige DSB-Geschäftsführer Horst Metzing mit dabei.


Dr.Claus Spahn


Dr.Helmut Pfleger


Horst Metzing

Zwanzig Jahre sind eine beachtliche Zeit, besonders angesichts der heute üblichen Halbwertszeiten für TV-Formate. Wirklich bedauerlich ist jedoch, dass die Sendezeit über die Jahre immer tiefer in die Nacht hinein geschoben wurde. Die gestrige Sendung fand eigentlich heute statt, denn sie begann um 0.35 und dauerte bis 2.50. Wer neben dem Hobby Schach noch Zeit für eine geregelte Arbeit hat, und das sind doch weit mehr, als man sich im WDR vielleicht vorstellen mag, hat sicher keine Gelegenheit, diese Sendung bei Ausstrahlung zu sehen. Immerhin gab es vorher noch einen Western in klassischer Schwarz-Weiß-Dramaturgie und Hinweise auf die spannenden Abenteuerfilme Taras Bulba und Meuterei auf der Bounty.


 

Demnächst:

Taras Bulba:

Meuterei auf der ...

... Bounty.

Jetzt geht's los:


Dr. Claus Spahn

Die Spannung einer Schachsendung lebt vor allem von dem, was die eingeladenen Spieler bieten. Und diesmal gab es wirklich keinen Grund zur Klage. Mit dem jungen Dortmunder Großmeister Arkadij Naiditsch und dem früheren holländischen Weltklassespieler Jan Timman waren zwei Spieler eingeladen, die sich in einer scharfen taktischen Partie nichts schenkten und vor allem auch den Unterhaltungswert für die Zuschauer im Blick hatten.



Am Ende war Naiditsch der glückliche Sieger, auch weil Timman kurz vor Schluss ein Remis durch Zugwiederholung verschmähte.

Das eingespielte Kommentatoren-Team mit Dr. Helmut Pfleger, der vor ein paar Tagen seinen 60-jährigen Geburtstag feierte, und Vlastimil Hort analysierte die Partie für das Publikum.


Dr.Spahn, Dr.Pfleger, Hort

ChessBase-Geschäftsführer Matthias Wüllenweber freute sich über die taktischen Verwicklungen, denn hier konnte naturgemäß der "schnelle Brüter" Fritz viele interessante Vorschläge machen.


Matthias Wüllenweber,, Geschäftsführer von ChessBase


Fritz passt auf.

Als weiter Gäste begrüßte Dr.Spahn den Präsidenten des Deutschen Schachbundes Alfred Schlya und sprach mit ihm über die Nachwuchsförderung im DSB und die vorerst missglückte Satzungsänderung auf dem letzten DSB-Kongress in Cottbus.

Der DSB-Präsident überreichte anschließend eine Urkunde anlässlich des 20jährigen Jubiläums der Sendung.

Die WDR-Sendung Schach der Großmeister wird auch im Nachbarland Niederlande gerne gesehen, besonders natürlich, wenn Jan Timman am Start ist. Studiogast Jeroen van den Berg, Turnierleiter von Wijk aan Zee und Melody Amber erzählte, wie neidisch die Niederländer auf die Schachsendungen im WDR sind.

Selbst über das jährliche Superturnier Wijk aan Zee, auch wenn Kasparov am Start ist, gibt es im Niederländischen Fernsehen kaum mehr als 3 Minuten.

Ein weiterer Gesprächspartner war Dr. Michael Negele, ein starker Spieler aus Wuppertal, der gerade beim Open des Dortmunder Sparkassen Chess Meeting erfolgreich mitgespielt hatte. Er erzählte, wie er sich seinerzeit für eine Berufsausbildung als Chemiker und gegen eine Profikarriere entschieden hatte. 

Auch für Dr. Pfleger stand es außer Frage, einen richtigen Brotberuf zu erlernen, in seinem Fall ein Medizinstudium, und die Turnierspielerkarriere an den Nagel zu hängen. Arkadij Naitisch will einen anderen Weg gehen, mit nun 17 Jahren die Schulausbildung abbrechen und sich als Schachprofi durchschlagen.

 

Die Finanzierung der WDR-Schachsendung ist offenbar bis 2005 gesichert. Die weitere Zukunft steht dann in den Sternen, bzw. was wahrscheinlicher ist: das war's dann - ohne Zweifel eine Verarmung der Deutschen Schachszene.

André Schulz

 

 

 

 

 


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