Schach im Schnee

16.02.2012 – Schach ist ein, neudeutsch gesagt, klassischer Indoors-Sport. Zum Schach braucht man weder Wind, Schnee noch Sonne, es muss weder warm noch kalt sein, und wenn die richtige Variante aufs Brett kommt, dann ist es vielen Schachspielern auch egal, ob es draußen stürmt, regnet oder die Sonne lacht. Doch ganz ignorieren kann auch der hartgesottenste Schachfan das Wetter nicht. So führte der Wintereinbruch in Europa dazu, dass die rumänischen Landesmeisterschaften zwei Tage später als geplant begannen und überhaupt stellten Schnee und Kälte Spielerinnen und Spieler vor unerwartete Probleme. In einem ausführlichen Fotobericht verrät Alina l'Ami, wie die immer erfindungsreichen Rumänen sie gemeistert haben.Stand nach vier Runden, Männer..., Stand nach drei Runden, Frauen..., Rumänischer Schachverband...Bericht und Fotos...

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Landesmeisterschaft in Rumänien
Text und Fotos: Alina l'Ami

Der plötzlich einbrechende Winter wirkte sich auch auf die rumänischen Meisterschaften aus. Ich kann kaum glauben, dass der Februar nach einem warmen Dezember und einem sonnigen Januar plötzlich so bitterkalt geworden ist. Vielleicht einfach ein Ausgleich! Wie auch immer: Der viele Schnee und die Kälte führten dazu, dass die Meisterschaft 48 Stunden später als geplant begann - viele Spielerinnen und Spieler wären einfach nicht rechtzeitig im Austragungsort Saratu Monteoru angekommen.

Männer und Frauen spielen getrennt, die Frauen ein offenes Turnier mit 9 Runden, die Männer ein offenes Turnier mit 11 Runden. Das Frauenturnier ist mit 27 Teilnehmerinnen relativ klein, aber dafür sind alle starken Spielerinnen am Start. Auch bei den Männern sind mit Ausnahme von Nisipeanu, der lieber beim Aeroflot-Open in Moskau spielen wollte, die stärksten Spieler dabei. Und mit 123 Teilnehmern ist das Männer-Open auch recht groß.

Gespielt wird mit einer Bedenkzeit von 90 Minuten für 40 Züge plus 15 Minuten für den Rest der Partie und 30 Sekunden Zeitaufschlag pro Zug. Ein ziemlich schnelles Tempo, das sicher zu vielen interessanten Partien und manch spannender Zeitnotschlacht führen wird.

Noch immer herrschen in Rumänien Minusgrade und das Land ist von einer schweren Schneedecke bedeckt. Denken Sie einfach an Siberien und Sie haben eine ungefähre Vorstellung.

Wie auch immer, kurz nach unserer Ankunft kam es noch einmal zu einem heftigen Wintereinbruch mit eisiger Kälte und viel Schnee. Ich frage mich, wie lange das noch so geht? Aber wie Sie sehen, nichts, aber auch gar nichts, kann uns von den Landesmeisterschaften abhalten. Natürlich gibt es ein paar technische Probleme: zum Beispiel die Frage, wie man in solchem Schnee zum Turniersaal kommt? Nun ja, wir sind Rumänen, wir haben schon viel überlebt, wir finden immer einen Weg. Die Bilder unten zeigen, wie wir uns geholfen haben.


Im Bus auf dem Weg nach Sarata Menteoru; Irina Bulmage und Smaranda Padurariu (vorne) lassen sich durch das Wetter die gute Laune nicht verderben.


Dank an den Busfahrer, der uns trotz aller Hindernisse sicher ans Ziel brachte! Auf den Straßen lag einfach unvorstellbar viel Schnee!


Winterlandschaften


Meine Meinung:


Würde der Schnee...


...nicht so viele Schwierigkeiten...


...verursachen, dann würde ich sagen...


...all das ist einfach nur schön!




Unsere Rettung. Das Pferd half zuverlässig, denn im Gegensatz zu vielen Fahrzeugen fror es nicht ein oder blieb stecken.


Die Damen meines Schachklubs stehen zur Abfahrt bereit! Anfangs war ich in Bezug auf unser Transportmittel skeptisch, aber ehrlich gesagt, habe ich das sehr bald genossen. Ich hatte das Gefühl, wieder in meine Kindheit versetzt worden zu sein und tatsächlich wollten viele Spieler und Spielerinnen auch wenigstens einmal auf dem Schlitten sitzen. So haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und kamen wohlbehalten und pünktlich zu den Partien.


Die "Casa cu Tei" - hier spielen die Frauen.


Der Turniersaal


Zu Beginn meiner Partie in Runde zwei gegen Otilia Baciu (rechts)


Hier kam es zum Kampf Mutter gegen Tochter: Veronica Foisor gegen Cristina Foisor. Die Partie endete Remis.


Irina Bulmaga


Corina Peptan


Schwestern: Irina und Elena Bulmaga


Roxana Anton


Smaranda Padurariu sieht...


...der Partie gelassen entgegen.


Ihre Berichterstatterin Alina l'Ami


Ioana Gelip


Irina Bulmaga, Roxana Anton und Smaranda Padurariu


Corina Peptan


Cristina Foisor


Luminita Cosma


Andreea-Marioara Cosman, meine Gegnerin aus der ersten Runde. Sie ist jung und talentiert und ich musste hart arbeiten, um am Ende mit ein wenig Glück den ganzen Punkt nach Hause zu bringen.


Abendessen im Kreise meines Vereins. Viele junge Spieler wollten sich ein Eindruck von den Landesmeisterschaften verschaffen.


"Mamaliga" - ein Gericht, das aus Maismehl gemacht wird und das Brot ersetzt. Und etwas, das ich im Ausland sehr vermisse.


Blick von außen in den Turniersaal der Männer


Blick in den Turniersaal - hier spielen die Spieler am unteren Tabellenende


Der Raum für die Spieler der oberen Tabellenhälfte - die Tüten auf dem Boden enthalten Geschenke der Turnierleitung - ein sehr schöne kleine Aufmerksamkeit, die dankend angenommen wurde.


Levente Vajda


Gergely Szabo


Mircea Parligras und Constantin Lupulescu, die beiden Spieler mit mehr als 2600 Elo, kamen nicht ganz pünktlich zu Rundenbeginn; verständlich, denn die Runde begann morgens um 9:30.


Constantin Lupulescu


Die Bretter eins und zwei


Mircea Parligras


An der Spitze...

...war es eng.



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