Schach in der Pfennigparade

09.05.2012 – Schach ist ein vielseitiges Spiel. Neben seinen sportlichen und kulturellen Aspekten gibt es Verwendungsmöglichkeiten mit erzieherischen, integrativen und auch therapeutischen Aufgaben. In München haben eine Gruppe von Schachspielern um Stefan Kindermann und Stiftungsgründer Roman Krulich neben der Münchner Schachakademie, die vor allem Schachunterricht vermittelt, eine Schachstiftung ins Leben gerufen. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern in sozialen Brennpunkten oder mit anderen Benachteiligungen über das Schachspiel emotionale und soziale Kompetenz zu vermitteln und durch die erzielten Erfolge das Selbstvertrauen zu steigern. So wurde gerade unter dem Motto „Geistesblitz und Taktikwitz“  ein Schachturnier in der Münchner Stiftung Pfennigparade durchgeführt. Auch am Rande des Brettes gab es einige Geistesblitze, z.B. die Erfindung der Charade (König und Läufer tauschen den Platz). Die Münchner Schachstiftung berichtet auf ihrer Homepage.Münchner Schachstiftung... Münchner Schachakademie...Stiftung Pfennigparade...Nachdruck...

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4. Turnier in der Pfennigparade
Fotos: Florian Peljak (SZ)
Bericht: Münchner Schachstiftung



Als Höhepunkt des Schachjahrs in der Stiftung Pfennigparade führte diese zusammen mit der Münchener Schachstiftung zum vierten Mal das große Schachturnier unter dem Motto „Geistesblitz und Taktikwitz“ durch.










In diesem Jahr beteiligten sich insgesamt 49 Spieler, darunter Grund- Haupt- und Realschüler der Ernst-Barlach-Schulen, Werkstattbeschäftigte, Betreuer und Bewohner der Stiftung Pfennigparade. Mindestens ebenso viele Helfer und Zuschauer waren mit von der Partie. Die Bedeutung des Turniers kann man auch daran ermessen, dass Großmeister Thomas Luther als Behindertenbeauftragter des Weltschachbunds FIDE vor Ort weilte und bei der Siegerehrung allen Teilnehmern und Organisatoren ein großes Lob aussprach. Er selbst errang im Jahre 2000 in Istanbul mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Schacholympiade die Silbermedaille.



Die Siegerehrung nahmen Frau Professor Angelika Speck-Hamdan als Schirmherrin, Herr Steinmann als Vorsitzender der Stiftung Pfennigparade, Roman Krulich als Stiftungsgründer und Dijana Dengler vor.

Es gab viele Geistesblitze und Taktikwitze und auch den ein- oder anderen Moment zum Schmunzeln.

Von Beginn an entwickelte sich in beiden Gruppen ein spannender Wettkampf. Es siegte durch einen knappen Sieg in der letzten Runde erneut Heiko Hannemann mit 6,5 Punkten vor seinem Betreuer Michael Horvath mit 6 Punkten und Mitorganisator Werner Schwarz mit 5 Punkten. In der Anfängergruppe, die sich aufgrund der vermeintlich leichteren Gegnerschaft besonderer Beliebtheit erfreute, hatten vor der letzten Runde noch fünf Spieler Chancen auf den Sieg und einen der drei Pokale sowie zahlreiche wertvolle Sachpreise. Schlussendlich setzte sich Schatin Adamian mit 6 Punkten nach Wertung vor Jochen Pawlitschko mit ebenfalls 6 Punkten durch, wobei der Sieger den Zweitplatzierten bereits in der ersten Runde bezwungen hatte. Den dritten Platz belegte Leonhard Drechsler mit 5,5 Punkten.

Für die amüsanteste Episode sorgte die Neuntplatzierte Lilli Schickel, die in Runde sechs ihrem Gegner die „Charade“ erläuterte, bei der sie die Position des Königs und des Läufers in einem Zug zu vertauschen versuchte. Auf Nachfrage ergab sich, dass die Achtjährige einer Verwechslung mit der Rochade unterlegen war.

Wir danken allen Helfern, Betreuern, Mitspielern, Gästen und Spendern für einen rundum gelungenen Tag und freuen uns auf das fünfte Turnier im nächsten Jahr!



Gemeinschaftsprojekt: Autismus Kompetenzzentrum und die Münchener Schachstiftung

„Mit dem Schachprojekt möchten wir Menschen mit Autismus dabei unterstützen, soziale Kompetenzen auszubauen und ihre Freizeit aktiv zu gestalten“ so Arno Bellenzin von der Autismus Initiative e.V. Das vom Autismus Zentrum Oberbayern und einer Sporthilfe unterstützte Projekt ermöglicht Erwachsenen und Kindern die Teilnahme an einem speziell ausgearbeiteten Schachtraining in den Räumen der Münchener Schachakademie.

Auf die Frage, worin sich das Schachtraining mit autistischen Kindern von anderen Grundschülern unterscheidet, antwortete Frau Dengler:

„Man muss den Unterricht mit autistischen Kindern klar strukturieren. Manchmal führt das dann dazu, dass ein eher strukturiertes Spiel wie Schach diesen Kindern entgegenkommt und ich das Gefühl habe, dass manche Schüler schneller lernen als andere Grundschüler.“

„Die Kommunikation ist oft schwieriger als bei anderen Schülern, weil die Kinder häufig direkten Blick- und Sprachkontakt meiden. Es gibt Situationen, wo diese Kommunikation dann nur über Dritte (Eltern, Betreuer) möglich ist.“

„Neben den autistischen Kindern habe ich auch einige mit ADHS Syndrom. Durch das Einführen klarer Regeln wie dem Einhalten der Turnierruhe wird jedem Kind die Möglichkeit gegeben sich entsprechend zu entfalten und Schach macht in der Gruppe allen Spaß.“

Am Ende des Seminars strahlten die Augen, die Körperhaltung war entspannt, die Kinder sind aus sich herausgegangen – ein riesengroßer Erfolg!!!!

 

 

 


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